Auch im Wohngebiet Schultenkamp in Kirchhellen waren sämtliche Grundstücke sehr schnell vergriffen. © Aileen Kurkowiak
Immobilien

Bezahlbarer Baugrund ist vor allem in Kirchhellen Mangelware

56 Prozent teurer: Ein Halbjahresbericht für das Jahr 2021 wurde veröffentlicht und zeigt: Bezahlbarer Baugrund ist vor allem in Kirchhellen Mangelware.

Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte der Stadt Bottrop hat einen Halbjahresbericht für das Jahr 2021 veröffentlicht und die Lage ist wie erwartet: Bauen und Kaufen ist so teuer wie nie zuvor.

Innerhalb von fünf Jahren ist der Kauf eines bestehenden Einfamilienhauses um insgesamt 56 Prozent gestiegen. Andreas Bucksteeg, Leiter des ImmoCenters der Sparkasse Bottrop, war lange Mitglied des Gutachterausschusses und kennt die Baubranche sowie Kirchhellener Probleme gut: „Die Wohnraumverknappung lässt die Preise ansteigen, das ist ja ganz logisch. Langfristig wird der Trend der Preissteigerung allerdings nicht bleiben, irgendwann wird es eine Grenze geben.“

Trend zeichnete sich bereits ab

Dass es auch in diesem Jahr nur in eine preisliche Richtung gehen würde, war schon 2020 abzusehen. Im Laufe des vergangenen Jahres hat sich gezeigt, dass sich der Wohnimmobilienmarkt hauptsächlich unbeeindruckt von der Pandemie weiterentwickelte. Nicht nur die Anzahl der Verkäufe lag Ende 2020 auf einem hohen Niveau, auch die Preise stiegen weiter und die Geldumsätze von rund 275 Mio. Euro lagen nahe den Rekordwerten.

„Besonders in Zeiten der Pandemie wussten einige nicht, wie sie das Geld sonst anlegen könnten und der Wunsch nach einem gemütlichen Eigenheim, in das man sich zurückziehen konnte, wuchs. Dass sich das Modell Homeoffice immer weiter durchsetzt, trägt natürlich auch dazu bei“, denkt Andreas Bucksteeg über den zunehmenden Wunsch, Immobilien zu kaufen.

Zahlen und Preise stiegen drastisch an

Seit 2015 gab es nie so viele bebaute Grundstücke im ersten Halbjahr wie in 2021. Ebenso wurden in Bottrop auch beim Verkauf von Wohnungs- und Teileigentum erneut Spitzenwerte erzielt. Die Kauffälle unbebauter Grundstücke hängen stark vom Markt ab. Je nachdem, wie viele Grundstücke zur Verfügung stehen und auf den Markt gebracht werden, variiert diese Zahl. Entsprechend wurde hier 2016 aufgrund von Verfügbarkeit der Rekord gehalten.

Die Grafik bildet die Halbjahreszahlen der verschiedenen Immobilienkäufe ab. Vor allem im Gesamtergebnis sticht 2021 hervor. © Gutachterausschuss © Gutachterausschuss

In hohem Maß angestiegen sind jedoch Geldumsätze und Preisentwicklungen. Nie war Kaufen und Bauen so teuer. Gegenüber den Vorjahren fällt auf, dass insbesondere der Umsatz unbebauter Grundstücke stark gestiegen ist. Der Durchschnitt der 1. Halbjahre der Vorjahre liegt bei 7,2 Mio. Euro – das sind insgesamt 55 Prozent weniger als aktuell.

Seit 2015 waren nie so viele bebaute Grundstücke im ersten Halbjahr verkauft worden wie in 2021 – insgesamt sind es 249 Kauffälle. Ebenso erreicht der Verkauf von Wohnungs- und Teileigentum einen Spitzenwert. © Gutachterausschuss © Gutachterausschuss

Besonders bei der Preissteigerung lässt sich ein Marker setzen. Gegenüber 2015 haben sich beispielsweise die Preise von gebrauchten Einfamilienhäusern um ganze 56 Prozent erhöht. „Da die Erschließung von Bauland vor allem in dieser Region fast immer auf massiven Widerstand von Teilen der Bevölkerung stößt, bleibt die Verknappung von Wohnraum bestehen. So ergeben sich immer höhere Preise“, erklärt Andreas Bucksteeg.

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