B224 wird vierspurig - los geht es aber frühestens 2022

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40.000 Fahrzeuge quälen sich täglich über die B224. Seit Jahren ist der Ausbau zur A52 Thema. Doch vor 2022 wird daraus nichts.

Kirchhellen

, 27.10.2019, 11:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer morgens mit dem Auto Richtung Essen muss, der kann davon ein Lied singen: Die B224 ist ein Nadelöhr. Messungen haben gezeigt, dass mehr als 40.000 Fahrzeuge täglich darauf unterwegs sind. Hinzu kommen zahlreiche Kreuzungen, Einmündungen und die Anbindung an die Autobahn. Staus und stockender Verkehr sind die Folge.

Seit vielen Jahren schon ist klar, dass die B224 ausgebaut werden muss, 2008 wurde dafür ein Planfeststellungsverfahren eingeleitet. Zuständig für den Ausbau ist Straßen.NRW. Der Landesbetrieb stuft die Straße als „wichtigste Nord-Süd-Verbindung des Ruhrgebiets“ ein. Daher ist der Ausbau zur A52 beziehungsweise das Projekt „A52 verbindet“ seit Ende 2016 im Bundesverkehrswegeplan 2030 auch mit höchster Dringlichkeitsstufe eingestuft worden.

Ausbau erfolgt in drei Abschnitten

Das Projekt umfasst den Neubau der A52 zwischen dem Kreuz Essen-Nord und der Anschlussstelle Gelsenkirchen-Buer auf rund 7,6 Kilometern. Um die Auswirkungen auf den Verkehr so gering wie möglich zu halten, wird der Ausbau in drei Abschnitten erfolgen.

Während sich die Abschnitte 1 (Bottrop) und 2 (Gladbeck) im Planfeststellungsverfahren befinden, ist der dritte Abschnitt (Tunnel) noch in einem frühen Planungsstadium.

Der erste Bauabschnitt umfasst 3,6 Kilometer, beginnt nördlich des Autobahnkreuzes Essen-Nord (A42) und endet an der Stadtgrenze Bottrop/Gladbeck südlich des neuen Autobahnkreuzes Essen/Gladbeck (A2). Gebaut wird entlang des vorhandenen Streckenverlaufs der B224 in Essen und Bottrop. Damit soll möglichst wenig in die Natur, die Landschaft sowie benachbarte Grundstücke eingegriffen werden. Geplant ist ein vierstreifiger Ausbau. Eva Fehren-Schmitz von Straßen.NRW schätzt die Kosten für diesen Abschnitt auf rund 92 Millionen Euro.

Bottrop bekommt eine Verbindungsstraße

In Bottrop soll je eine neue Anschlussstelle an der Prosper- bzw. Arenbergstraße sowie an der Horster Straße entstehen. Parallel dazu ist eine Verbindungsstraße von der östlichen Anschlussstelle an der Horster Straße bis zur Straße Kösheide geplant. Darüber sollen künftig die Gewerbeparks Boy und Brauck an die A52 angeschlossen werden.

Um den ersten, Bottrop betreffenden, Abschnitt geht es in einer Informationsveranstaltung, zu der die Straßen.NRW-Regionalniederlassung Ruhr am 5. November (Dienstag) von 16.30 bis 19.30 Uhr in der Lohnhalle und Waschkaue Arenberg-Fortsetzung, Im Blankenfeld 6-8, in Bottrop einlädt. Die Planer informieren dort über den aktuellen Stand bei diesem Planungsabschnitt sowie über verschiedene Themen wie beispielsweise Lärm- und Umweltschutz oder aktuelle Verkehrsuntersuchungen.

Bau kann erst nach Offenlage und Beschluss starten

Anlass für die Veranstaltung ist die Offenlage des sogenannten 3. Deckblattes des Abschnitts. Die Offenlage ist Teil des aktuell laufenden Planfeststellungsverfahrens, das mit einem Beschluss endet. Erst dann kann mit der Planung der Ausführung sowie dem Bau begonnen werden. Im Deckblatt werden Änderungen, die sich seit der ersten Planung ergeben haben, aufgezeichnet.

B224 wird vierspurig - los geht es aber frühestens 2022

Diese Übersicht zeigt den schematischen Bauablauf der A52 zwischen dem Autobahnkreuz Essen-Nord und der Anschlussstelle Gelsenkirchen-Buer-West. © Straßen.NRW

Im Deckblatt zu finden sind unter anderem Ergänzungen zum Verkehrsgutachten sowie zum Gutachten zur Schadstoffuntersuchung. Auch die aktualisierte Artenschutzprüfung und ein Fachbeitrag zur Wasserrahmenrichtlinie liegen bei.

Nach der Offenlage werden die Einwendungen beantwortet. „Aufgrund der großen Anzahl der bereits vorliegenden Einwendungen zum Hauptverfahren beziehungsweise den ersten beiden Deckblättern gehen wir von einer Bearbeitung von zirka einem Jahr aus“, so Eva Fehren-Schmitz. Somit folge im Herbst 2020 ein Erörterungstermin. Im Anschluss muss die Bezirksregierung entscheiden. Im „günstigsten Fall“ könne frühestens Ende 2022 mit dem Bau begonnen werden. Die Bauabschnitte 1 und 2 werden rund vier Jahre dauern.

Bürger können Einsicht nehmen

Vom 28. Oktober bis zum 27. November können Bürger Einsicht in das Deckblatt, aber aufgrund der langen Verfahrenszeit auch in alle anderen Unterlagen des Verfahrens, nehmen. Das geht in den Rathäusern in Bottrop, Dorsten, Essen, Gladbeck, Hünxe und Schermbeck (dort ist im Süden eine Ausgleichsfläche geplant) und während der Offenlegungszeit auch im Internet. Einwendungen sind bis zum 11. Dezember möglich.

  • Bereits im Dezember 2008 wurde bei der Bezirksregierung Münster ein Planfeststellungsverfahren für das Projekt „A52 verbindet“ eingeleitet.
  • Ein erstes Deckblatt wurde im Mai 2010 durch Einwendungen und Stellungnahmen notwendig.
  • Das zweite Deckblatt folgte im März 2011 und umfasste weitere Verkehrsuntersuchungen sowie Aktualisierungen zu Lärm, Schadstoffen und Artenschutz.
  • Es folgte eine mehrjährige Diskussion zur Notwendigkeit des Projektes sowie ein Bürgerentscheid der Stadt Gladbeck gegen die Beteiligung an den Kosten für einen Tunnel. Eine Lösung wurde 2015 in Form eines Eckpunktepapiers zwischen Land, Bund und Stadt gefunden.
  • Das dritte Deckblatt wurde unter anderem notwendig aufgrund der Ikea-Absage für das Kraneburger Feld sowie durch die Fortschreibung des Verkehrsgutachtens bis 2030.
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