Autor Kurt Guske fällt in jeder Situation ein Gedicht ein

Neues Buch veröffentlicht

Die Vergleiche mit Heinz Erhardt und Wilhelm Busch scheut er. Und doch erinnern Humor sowie Art und Weise seiner Gedichte an die beiden großen Dichter. Der Kirchhellener Kurt Guske, auch bekannt als „Oppa Kurt“, hat sich seit sieben Jahren der Lyrik verschrieben. Jetzt hat er ein neues Buch veröffentlicht.

KIRCHHELLEN

, 11.03.2016, 16:50 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kurt Guske wollte eine "ganz andere Vampirgeschichte" schreiben. Also verfasste er auf 80 Seiten die Geschichte von Graf von Dunkelstein - und das in Reimform.

Kurt Guske wollte eine "ganz andere Vampirgeschichte" schreiben. Also verfasste er auf 80 Seiten die Geschichte von Graf von Dunkelstein - und das in Reimform.

Nach zwei Büchern „Pottpoesie“ („Oppa Kurt“) und einem Heft mit Lyrik für Kinder („Monk, der Ziegenbock“) hat sich der 72-Jährige nun einem ganz anderen Thema gewidmet: Vampiren. „Es gibt so viele Vampirgeschichten. Ich wollte eine schreiben, wie sie noch nie geschrieben wurde“, sagt Kurt Guske. Das ist ihm gelungen, denn das 80-seitige Buch „Graf von Dunkelstein“ ist komplett in Reimform verfasst.

Nichts für junge Leser

„Unter dunklen Burgenmauern, steht ein alter Sarkophag. Dieser Sarg lässt dich erschauern, wenn du weißt, was er verbarg“, so beginnt der Prolog seiner Geschichte. In der geht es um Graf Dunkelstein, der von dem verliebten Pärchen Helene und Kurt versehentlich aus seinem jahrhundertelangen Bann befreit wird. „Der Dämon lauert, brütet etwas aus und freut sich auf den nächsten Schmaus. Schon sehr bald, nach dem Erwachen, gibt’s für Helene nichts zu lachen“, heißt es im zweiten von insgesamt zwölf Kapiteln. Obwohl Kurt Guske besonders gerne Kindern Lyrik näher bringt, sei sein neues Buch aufgrund der geschilderten Grausamkeiten nicht für jüngere Leser geeignet.

Enkeltochter zeichnet

Dass er überhaupt vor sieben Jahren ans Reimen gekommen ist, hat „Oppa Kurt“ seiner damals siebenjährigen Enkeltochter zu verdanken. Sie hatte ihn um ein Gedicht gebeten, heute macht sie die Zeichnungen für Cover und Innenleben seiner Bücher. Kurt Guskes damalige Antwort auf die Frage seiner Enkelin ist mittlerweile zu seinem Standardspruch geworden: „Gib mir drei Minuten!“

Viel länger braucht er oft nicht, um einen flotten Vers aus dem Ärmel zu schütteln. So bat er beispielsweise mit einem schnell ausgedachten Gedicht in einer Bäckerei am Berliner Platz in Bottrop darum, die dortige Toilette besuchen zu dürfen. Oder er erfreute seinen Arzt mit einem kurzen Vers, im Wartezimmer gedichtet. Für seinen Sohn bastelte der Schalke-Fan sogar einmal einen Adventskalender mit Anti-BVB-Reimen.

Kinder liegen ihm am Herzen

„Ich bin halt verrückt“, sagt Kurt Guske, der seit acht Jahren mit seiner Frau in Kirchhellen wohnt. Dank seiner witzigen Gedichte kommt er schnell mit Menschen ins Gespräch. Besonders Kinder – nicht nur seine vier eigenen und acht Enkelkinder – liegen ihm dabei am Herzen.

Aber auch das weibliche Geschlecht taucht öfter in seinen Gedichten auf. „Ich bin halt bekennender Romantiker und schreibe auch gerne Liebesgedichte“, erzählt der Kirchhellener, der zuletzt als Pharmareferent gearbeitet hat.

Ein Gedicht für Kraft

Mit seinen Reimen sammelt er auch Geld für die Radio-Aktion „Lichtblicke“. Ein Euro der Bücher, die er selbst verkauft, geht an die Aktion. Außerdem schreibt er beispielspielsweise extra Geschichten zu Weihnachten, die dann ebenfalls Geld für den guten Zweck einbringen. Wegen seiner Verdienste in diesem Bereich wurde er sogar schon einmal zu NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft eingeladen. Und was brachte er ihr mit? Natürlich ein Gedicht („der hellste Stern der SPD...“).

Liebesabenteuer in Arbeit

Auf Fragen gibt Kurt Guske nicht so gerne Antworten, sondern zitiert lieber eines seiner Gedichte. Dafür muss er in keinem Buch blättern, denn er kennt sie fast alle auswendig. Aber „Oppa Kurt“ kann nicht nur Reimen: Gerade schreibt er an einem Fantasyroman mit 300 bis 400 Seiten. „Die Geschichte, eine Art Liebesabenteuer, habe ich schon komplett im Kopf. Bis ich fertig bin, wird es aber bestimmt noch ein Jahr dauern“, sagt er.          

Kurt Guskes Bücher sind im Engelsdorfer Verlag erschienen. Sein aktuelles Werk „Graf von Dunkelstein. Eine Vampirgeschichte in Reimform“ kostet 8,90 Euro. Wer in der Umgebung von Kirchhellen wohnt und ein Buch mit persönlicher Widmung haben möchte, kann sich bei Kurt Guske unter Tel. (0177) 2 10 89 08 melden.

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