Action und Besinnliches: Jugendliche verbringen Ostern im Kloster

Jugendkloster

14 Jugendliche und junge Erwachsene haben Ostern im Jugendkloster in Kirchhellen verbracht. Dabei war es nicht nur kontemplativ - auch ein (fiktiver) Mordfall musste aufgeklärt werden.

Kirchhellen

, 22.04.2019, 11:50 Uhr / Lesedauer: 2 min
Konzentriert waren die Jugendlichen und jungen Erwachsenen beim Krimi Dinner dabei, den Mord aufzulösen.

Konzentriert waren die Jugendlichen und jungen Erwachsenen beim Krimi Dinner dabei, den Mord aufzulösen. © Kevin Kallenbach

Draußen herrscht strahlender Sonnenschein, doch der große Essensraum des Jugendklosters ist abgedunkelt. Konzentriert hören sich die Jugendlichen und jungen Erwachsenen gegenseitig zu, lassen sich selbst von kleineren Unterbrechungen nicht ablenken. Schließlich gilt es, einen Mörder zu überführen - zumindest im Spiel.

Abwechslungsreiches Ferienprogramm im Jugendkloster

Es handelt sich nämlich um ein Krimidinner, das mit den 12- bis 28-Jährigen hier am Gründonnerstag veranstaltet wurde. Und das war nur ein Punkt des Ferienprogramms, das Michaela Huwe und Pater Fransis von den hier lebenden Redemptoristen auf die Beine gestellt hatten.

Auch das gemeinsame Basteln von Osterkerzen sowie eine Runde Geocaching, einer Art Schnitzeljagd mit GPS-Daten, standen auf dem Plan. Doch neben diesen ganzen Aktivitäten war den beiden Verantwortlichen auch der Teil wichtig, den man eigentlich mit einem Klosteraufenthalt verbindet: das Besinnliche und die Auseinandersetzung mit Religion.

Smartphone-freie Zone

Zu diesem Zweck kamen die jungen Teilnehmer bereits am Mittwochnachmittag (17. April) an und verbrachten bis Sonntag die Kar- und Ostertage im Kloster - komplett ohne Smartphone und WLAN. Denn Michaela Huwe und Pater Fransis ernannten das Jugendhaus für diese Zeit zur Smartphone-freien Zone.

„So können die 14 Jungen und Mädchen die Zeit besser dazu nutzen, sich besser kennenzulernen“, meint Pater Fransis. Die Größe der Gruppe sei dabei ähnlich wie in den letzten Jahren. „Zwar haben wir Platz für bis zu 33 Teilnehmer, aber wir sind immer bei ungefähr 13 bis 15.“ Michaela Huwe ergänzte: „Es kommen aber auch noch zwei bis drei Tagesgäste hinzu.“

Teils weite Anreisen

Die meisten Teilnehmer würden aus der näheren Umgebung, aus Kirchhellen selbst, Bottrop oder Dorsten stammen. Einige hatten aber auch eine weitere Anreise. So kommt zum Beispiel der 14-jährige Vincenz Herfen aus Düsseldorf. Er ist schon mehrmals als Tagesgast während der Ferien im Kloster gewesen. „Jetzt bin ich das erste Mal auch über Nacht hier. Das macht mir Riesenspaß“, meinte er.

Einen noch weiteren Weg hatten Ephrain und Gabriel hinter sich. Sie kommen aus Mexiko beziehungsweise Indonesien und sind für ein Freiwilliges Soziales Jahr im Jugendkloster und halfen beim Ferienprogramm mit. „Die Gemeinschaft ist klasse. Es ist schön, wie harmonisch alle schon nach einem Tag miteinander umgehen“, sagte Ephrain, der in Mexiko Lehrer werden möchte.

Bibelstunden und gemeinsame Messen

Um allen Teilnehmern die Bedeutung von Ostern näher zu bringen, hatte der ausgebildete Jugendpastor Fransis spezielle Bibelstunden vorbereitet. Diese waren genauso wie das Morgen- und Abendgebet oder die gemeinsam mit Gemeinde und Redemptoristen abgehaltenen Messen in der Klosterkirche ein fester Teil des Tagesablaufs.

Doch hatte sich Pater Fransis hier etwas Spezielles für die Teilnehmer ausgedacht. Statt einfach nur passiv zuzuhören, konnten die Jungen und Mädchen die Messen aktiv mitgestalten. So lasen sie etwa Fürbitten, Gebete oder Bibelstellen vor und steuerten Ideen für die Predigten bei.

Übrigens: Auch das Krimidinner hatte biblische Hintergründe. Die Teilnehmer mussten nämlich den Mord an König Saul aus dem Alten Testament aufklären.

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