Wettkämpfe werden auf der neuen Heerener Laufbahn niemals ausgetragen werden können. © (Symbolbild) dpa
Heerener Sportplatz

Neue Laufbahn in Heeren kostet rund 400.000 Euro – doch Wettkämpfe werden hier niemals möglich sein

Die Stadt Kamen investiert rund 400.000 Euro in die Erneuerung der Laufbahn am Heerener Sportplatz. Für Wettkämpfe kann die neue Kunststoff-Bahn aber dennoch nicht genutzt werden.

Hundertprozentig überzeugt war Dieter Witte von der TG Heeren-Werve nicht von dem Vorhaben der Stadt Kamen, die Asche-Laufbahn am Heerener Sportplatz in eine Kunststoff-Laufbahn zu verwandeln. Wettkampftauglich wird die neue Laufbahn zudem auch nicht sein. Die Stadt hat in einem Antwortschreiben alle Infos zu den Plänen am Heerener Sportplatz mitgeteilt.

Seit wann gibt es am Heerener Sportplatz die Asche-Laufbahn?

Das ist nicht genau zu beantworten, da der Stadt Kamen historische Unterlagen nur begrenzt vorliegen. Das ehemalige Umkleidegebäude und heutige Vereinsheim des BSV Heeren auf der Sportplatzanlage wurde zumindest im Jahr 1952 errichtet beziehungsweise existierte bereits zu diesem Zeitpunkt. Ob die jetzige Laufbahn auch dann bereits existierte, kann vermutet aber nicht bestätigt werden. Laut der Homepage der TG Heeren-Werve wurde die Leichtathletik-Abteilung erst im Jahr 1963 gegründet.

Wann wurde der Asche-Belag zuletzt erneuert?

Elf Jahre liegt die letzte große Erneuerungsmaßnahme nun schon zurück. Im Jahr 2010 wurde die Asche-Laufbahn letztmalig überarbeitet. Dabei wurde die Tennendecke erneuert – mit Höhenausgleich. Auch die Entwässerungsrisse wurde erneuert. Zudem wurde das südliche Segment des Sportplatzes – der Bereich zwischen Laufbahn und Rasenfläche – auf Kunststoff umgebaut. Aufgrund der in Kürze stattfindenden Sanierungsarbeiten war seitens der Stadt Kamen nach dem Starkregenereignis im Juli kein weiterer Pflegeaufwand auf der alten Tennenlaufbahn durchgeführt worden.

Wie teuer wäre die Erneuerung einer Asche-Laufbahn? Und was kostet die Errichtung der Kunststoff-Laufbahn?

Eine Überarbeitung der Asche-Laufbahn einschließlich der Planungskosten ist mit Kosten in Höhe von rund 150.000 Euro zu veranschlagen. Die Kosten für die Modernisierung der Laufbahn inklusive der Sektoren in Kunststoff einschließlich der Planungskosten beträgt rund 395.000 Euro.
Die Modernisierung als Kunststoff-Laufbahn stellt für die Stadt Kamen eine wesentliche Verbesserung gegenüber der Asche-Laufbahn dar, da sie aufgrund ihrer Beschaffenheit ganzjährig genutzt werden kann und eine Sperrung zu den Schlechtwetterperioden nicht erforderlich ist. Für die Zukunft erwartet das Sportamt der Stadt Kamen einen deutlich verringerten Pflegeaufwand für die neue Kunststofflaufbahn in Heeren.
Nachteile des neuen Belags sind allerdings auch, dass Fußabdrücke nicht mehr sichtbar sind und für Laufanalysen technische Mittel benötigt werden, während bei einer Asche-Bahn theoretisch ein Zollstock genügt.

Die Erneuerung der Laufbahn inklusive der Sektoren hinter den Toren in Kunststoff kostet knapp 400.000 Euro. © Schürmann © Schürmann

Wann werden die Arbeiten voraussichtlich abgeschlossen sein?

Es ist von einer Bauzeit von drei Monaten auszugehen, wobei gerade die Aufbringung des Kunststoffbelages stark witterungsabhängig ist. Mit einer Fertigstellung rechnet die Stadt Kamen Ende Oktober. Mitte Juli habe die Stadt Kamen die TG Heeren-Werve bereits über die voraussichtliche Terminierung informiert. Vom Verein habe es dazu bisher keine Rückmeldung oder weitere konkrete Wünsche an die Stadt Kamen gegeben.

Wird die neue Kunststoff-Laufbahn für Wettkämpfe tauglich sein?
Nein. Bei der Laufbahn in Heeren handelt es sich nicht um eine Rundbahn; die Form ist oval und nicht normgerecht. Für offizielle Wettkämpfe kann die Bahn laut dem Regelwerk also nicht genutzt werden. Eine Gestaltung einer Rundbahn wäre in Heeren indes nicht möglich, da die Maße des Rasenplatzes sowie die Position des Vereinsheims und des Geräteraums dies nicht zuließen, teilte indes Dieter Witte von der TG Heeren-Werve mit.

Über den Autor
Volontär
Jahrgang 1992. Geboren und aufgewachsen in Unna. Kennt den Kreis Unna wie seine Westentasche, hat in seinem Leben aber noch nie eine Weste getragen. Wollte schon als Kind Sportreporter werden und schreibt seit 2019 für Lensing Media über lokale Themen - auch über die Kreisgrenzen hinaus.
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Marcel Schürmann

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