Eine Katze, die über die Straße lief (Symbolbild), soll an der Wilhelmstraße einen Unfall ausgelöst haben. Ein Ereignis, das jetzt vor Gericht verhandelt wurde. © Symbolbild / dpa

Katze ausgewichen und in Auto gekracht: Vater (36) begeht Unfallflucht

Plötzlich stand eine Katze im Weg, beim Ausweichen krachte es. Weil sich der Vater eines Frühchens unerlaubt vom Unfallort entfernt haben soll, drohte ihm ein Fahrverbot.

Ein 36-Jähriger ist mit dem Transporter eines Bekannten unterwegs, um für diesen Sperrmüll zu entsorgen. Auf der Wilhelmstraße in Kamen stößt er plötzlich gegen ein parkendes Fahrzeug und schiebt es auf den Wagen davor. Als Unfallverursacher hätte er die Polizei rufen und auf diese warten müssen. Doch er entfernte sich vom Unfallort. Geschehen ist das am 21. September vergangenen Jahres.

Einer Katze ausgewichen

Ein Geschehnis, das ihm jetzt einen Platz auf der Anklagebank des Amtsgerichts Kamen einbrachte. Im Gericht erklärte der Mann, dass der Eigentümer des Transporters den Besitzer des beschädigten Wagens kannte. Er sei gemeinsam mit dem Sohn des Bekannten unterwegs gewesen. Der habe bei der Unfallgegnerin geklingelt. Sie habe aber nicht geöffnet. Daraufhin seien sie zum Bekannten gefahren, um diesen zu bitten, sich um die Regulierung zu kümmern. Als Grund für den Unfall nannte der Angeklagte das plötzliche Auftreten einer Katze.

Wegen Unfallflucht strafbar gemacht

Er habe dem Tier ausweichen müssen und dabei das Lenkrad herumgerissen. Der Bekannte hätte gesagt, er würde sich darum kümmern, der Angeklagte sollte indes den Müll entsorgen. Das habe er auch getan, so der Kamener. Später sei er zum Unfallort zurückgekehrt.“ Sie hätten am Unfallort bleiben müssen. Was Sie gemacht haben, reicht nicht aus“, machte der Richter dem Mann klar, dass er sich trotz Rückkehr zum Unfallort wegen Unfallflucht strafbar gemacht hatte. Die Besitzerin des beschädigten Wagens sagte im Zeugenstand aus, dass der Schaden von 3000 Euro beglichen wurde, weshalb die Angelegenheit für sie auch erledigt sei. Für das unerlaubte Entfernen vom Unfallort war dem Angeklagten ein Strafbefehl über 300 Euro und sechs Monaten Fahrverbot zugegangen.

Auto fahren, um sein Frühchen zu Untersuchungen zu bringen

Dagegen hatte er Einspruch eingelegt. Er müsste Auto fahren, um sein Frühchen regelmäßig zu Untersuchungen bringen zu können. Der Vorsitzende erklärte, dass er aufgrund besonderer Umstände bereit sei, auf das Fahrverbot zu verzichten: „Es ist nicht der typische Fall.“ Normalerweise würden die Täter einfach verschwinden und nicht zurückkehren.

Froh darüber, dass der Richter signalisiert hatte, auf das Fahrverbot zu verzichten, beschränkte der Kamener den Einspruch gegen Strafbefehl auf den Rechtsfolgenausspruch. Und so blieb es am Ende zwar bei den 300 Euro Strafe plus 59 Euro Bußgeld, weil er den Unfall verursacht hatte, aber das Fahrverbot fiel weg.

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