Die Schöne Flöte ist für Holzwickede im Sommer ein Magnet, der nicht nur Menschen aus dem Ort anlockt. Es kommen auch immer sehr viele Gäste aus den umliegenden Kommunen zum Baden. Sparen wollen Politik und Gemeindeverwaltung am heimischen Freibad daher gewöhnlich nicht sehr gerne - gerade wenn eine Investition dringend notwendig erscheint. © Marcel Drawe
Freibad Schöne Flöte

Ziemlich teurer Umbau: In die Schöne Flöte soll eine Million Euro investiert werden

Der „Totalschaden“ im Nichtschwimmerbecken der Schönen Flöte wird den Steuerzahler viel Geld kosten, aber nur vielleicht. Noch macht man sich Hoffnung auf eine satte Förderung des Landes.

Das Signal der Politik ist eindeutig: An der Schönen Flöte will am Ende – wenn es denn eben nötig ist – keiner in der Emscherquellgemeinde sparen. Bei der jüngsten Sitzung des Betriebsausschusses am Dienstag in der Rausinger Halle haben die Vertreter aller Ratsfraktionen Stefan Petersmann grünes Licht dafür gegeben, das Freibad wieder vollständig herzurichten. Und das zur Not auf eigene Kosten.

Der durch einen meterlangen Riss verursachte Totalschaden im Nichtschwimmerbecken der Schönen Flöte soll so schnell es geht ausgebessert, das Becken mit Edelstahl neu ausgebaut werden – und das nun ohne eine Garantie auf Fördermittel des Landes, für die Petersmann, Chef der Wasserversorgung in Holzwickede, bereits im vergangenen Jahr einen Antrag nach Arnsberg geschickt hatte. Für den Förderzeitraum 2020 bekam er seinerzeit eine Absage zurück. Bis heute ist eine Förderung ungewiss, aber dennoch nicht ausgeschlossen.

Damit das Nichtschwimmerbecken in der Badesaison 2022 nicht auch noch gesperrt bleiben muss, soll der Umbau in ein Edelstahlbecken so schnell wie möglich nach einer Saison in diesem Jahr, für die noch kein Startdatum feststeht, losgehen. © Udo Hennes © Udo Hennes

Den Umbau in ein Edelstahlbecken, der nach jüngsten Angaben Petersmanns voraussichtlich 950.000 Euro kosten soll (und damit rund 120.000 Euro teurer wird als zuletzt noch angenommen), muss im schlimmsten Fall also aus der durch die Corona-Pandemie ohnehin ziemlich angeschlagenen Gemeindekasse bezahlt werden.

Mit der Hoffnung auf Geld noch zu warten, ist keine Option

Die Entscheidung war ein regelrechtes Dilemma: Soll es für die Schöne Flöte eine Chance geben, mit einem fertigen Nichtschwimmerbecken in die Saison 2022 zu gehen, müssen die weitere Planung, Vergabe und schließlich der Umbau schnellstmöglich in die Wege geleitet werden. Das Warten auf einen weiteren Förderbescheid würde also im Umkehrschluss bedeuten, dass der Betrieb für länger als ein Jahr nur eingeschränkt möglich sein wird, worunter wiederum die Attraktivität des Freibades allgemein leiden würde.

Bei dieser Sachlage sahen sich die Vertreter aller Ratsparteien im Betriebsausschuss eben gezwungen, für die nächsten Schritte grünes Licht zu geben. Dass die Freibadgäste aus Holzwickede und Umgebung bis in die Saison 2022 hinein und vielleicht auch darüber hinaus auf das Nichtschwimmerbecken verzichten müssen, wollte die Politik jedenfalls dringend verhindern.

Der Ausbau in ein Edelstahlbecken könnte demnach direkt an den Anschluss der Badesaison 2021, die bislang allerdings wegen der gültigen Coronaschutzverordnung noch nicht gestartet ist, losgehen. Das wäre dann im September. Geht der straffe Zeitplan am Ende auf, könnten die Arbeiten zum Saisonbeginn im nächsten Jahr abgeschlossen sein. „Bis zum 15. April 2022 könnten wir fertig werden“, sagte Petersmann.

Stefan Petersmann gewährte dieser Redaktion im März einen Blick hinter die Kulissen bei der Saisonvorbereitung der Schönen Flöte. Ans Baden kann Petersmann wegen der Lage rund um die Corona-Pandemie kaum denken. Und doch wird das Freibad momentan fit gemacht für den Tag X, an dem die Saison 2021 starten kann. © Lisa Dröttboom © Lisa Dröttboom

Was sowohl die Kosten als auch den Zeitplan des Umbaus betrifft, will sich Petersmann aber nicht allzu weit aus dem Fenster lehnen, genießt beide Variablen eher verhalten: „Das alles ist eher großzügig kalkuliert“, sagte er vor dem Ausschuss. Wie sich die Preise für die einzelnen Kostenpunkte entwickeln, unter anderem zum Beispiel für das Material des neuen Nichtschwimmerbeckens, das könne er aber schlichtweg nicht voraussagen.

In den vergangenen Monaten gab es bei manchen Preisen mitunter stärkere Schwankungen. Die kalkulierten Kosten in Höhe von 950.000 Euro könnten noch in den kommenden Monaten ebenso steigen wie sinken.

Der Gemeinderat wird am Donnerstag, 6. Mai, ab 17.30 Uhr im Forum des Schulzentrums über einen finalen Beschluss abstimmen. Erst dann kann Petersmann dann wohl tatsächlich seine Pläne in die Tat umsetzen – und hofft in der Zwischenzeit auf ein positives Schreiben aus Arnsberg, das immerhin bis zu eine Million Euro wert sein kann.

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Redaktion Unna
1993 in Hagen geboren. Erste journalistische Schritte im Märkischen Sauerland, dann beim Westfälischen Anzeiger in Werne. Spielt in seiner Freizeit gerne Handball und hört Musik.
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