Normalerweise von 6 Uhr bis 22 Uhr geöffnet, schließt etwa der Rewe-Markt an der Hauptstraße nun um 21 Uhr für die Zeit der aktuellen Ausgangssperre im Kreis Unna. © Marcel Drawe
Ausgangssperre in Holzwickede

Von McDonalds bis Rewe – spätestens um 21 Uhr ist Ladenschluss

Wer in der Regel in den Abendstunden seinen Einkauf erledigt hat, muss umdenken. Durch die aktuelle Ausgangssperre im Kreis Unna gehen nach 21 Uhr die Rollläden nach unten.

Am Samstag ist die aktuelle Allgemeinverfügung des Kreises Unna veröffentlicht worden. Darin festgelegt: Mit Wochenbeginn gilt zwischen 21 Uhr am Abend und 5 Uhr morgens eine Ausgangssperre. Dann dürfen Haus oder Wohnung samt Grundstück nur in Ausnahmefällen verlassen werden.

Die Regelung gilt auch in vergleichsweise kleinen Kommunen wie Holzwickede. Und auch die Geschäfte vor Ort ziehen entsprechend mit: Supermärkte und Discounter in der Gemeinde haben mitunter bis nach 21 Uhr geöffnet, passen ihre Öffnungszeiten nun an.

So bestätigt man etwa bei Rewe Böning und Boulakhrif, dass die Märkte vorzeitig schließen. Rewe Böning an der Hauptstraße öffnet normalerweise bis 21.45 Uhr und schließt nun um 21 Uhr. An der Stehfenstraße ist bei Rewe Boulakhrif bereits um 20.30 Uhr Ladenschluss. „Wir wollen Kunden und Mitarbeitern entsprechend Zeit einräumen, um bis 21 Uhr zu Hause zu sein“, so Inhaberin Nisrine Boulakhrif.

Eine Anfrage in der PR-Abteilung des Discounters Netto ergab am Montagmorgen zunächst keine klare Antwort – man stimme sich noch ab hieß es aus der Zentrale. Ob Netto, Aldi oder Edeka: Man darf aber annehmen, dass alle Märkte ihre Öffnungszeiten in den Abendstunden anpassen.

Auch der Imbiss am Abend ist nach 21 Uhr keine Option

Das gilt nicht allein für Supermärkte sondern auch für Schnellimbisse: So kündigt etwa der Umut Grill an der Hauptstraße an, dass das Abholen von Speisen nur noch bis 20 Uhr möglich ist. Und auch die große Fastfood-Kette an der B1 macht keine Ausnahme: Burger und Pommes zum Mitnehmen via Drive In, das ist bei McDonalds vorerst nach 21 Uhr nicht mehr möglich.

Unter den Bürgermeistern im Kreis Unna, die zum Ende der Vorwoche per Videobotschaft an die Bürger wandten, war auch Holzwickedes Bürgermeisterin Ulrike Drossel. Sie appellierte an ihre Mitmenschen, in der Pandemie durchzuhalten und die aktuellen Regeln zu befolgen.

Inwieweit kann die Ausgangssperre im Ort überhaupt kontrolliert werden? „Das wird in der Tat schwierig“, sagt Drossel im Gespräch mit dieser Redaktion. Klar ist: Das Ordnungsamt der Gemeinde hat zwei Kräfte zur Verfügung, deren Kernarbeitszeiten nicht nach 21 Uhr liegen. Ordnungspartnerschaftliche Kontrollen wie zuletzt mit je einem Beamten der Polizei etwa auf dem Wochenmarkt sind kaum denkbar.

Bei der Gemeinde setzt man auf Kontrollfahrten der Polizei in den Abendstunden. „Wir müssen sehen, wie sich das entwickelt. Wir müssen aufpassen, dass wir nicht jeden unter Generalverdacht stellen, der abends unterwegs ist“, so der Erste Beigeordnete Bernd Kasischke.

Wie sich das Thema Ausgangssperre entwickelt, wird im Laufe der Woche von einer Entscheidung im Bundestag abhängen. So wurde am Montagmittag bekannt, dass bei einer Bundes-Notbremse die Ausgangssperren wiederum erst ab 22 Uhr greifen sollen. Denkbar also, dass man dann wieder eine Stunde länger außer Haus sein darf.

„Wir müssen reden“: Live-Talk zur nächtlichen Ausgangssperre im Kreis Unna am Dienstag, 20. April, ab 19 Uhr unter www.hellwegeranzeiger.de/wirmuessenreden

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Redaktion Holzwickede
Jahrgang 1985, aufgewachsen auf dem Land in Thüringen. Fürs Studium 2007 nach Dortmund gekommen. Schreibt über alles, was in Holzwickede passiert. 17.000 Einwohner mit Dorfcharakter – wie in der alten Heimat. Nicht ganz: Dort würden 17.000 Einwohner locker zur Kreisstadt reichen. Willkommen im Ruhrgebiet.
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