Das Lachen haben Fabian Dahl (Bass) und Kim Friehs (Klavier) von der Band Max im Parkhaus noch nicht verloren. Nun bitten sie ihre Fans um Unterstützung. © Udo Hennes
Mit Video

Max im Parkhaus: Das Lächeln bleibt, aber das Geld in der Kasse fehlt

Zweimal hätten die Holzwickeder ein Widersehen mit Max im Parkhaus feiern sollen. Jetzt hat die fünfköpfige Band eine Kampagne gestartet, um wieder Musik machen zu können.

Eine gut gefüllte Kleinkunstbühne Rausingen, Gitarren und Mikrofon in der Hand und Musik aus allen Lautsprechern – so hatte sich die Band Max im Parkhaus ihr Widersehen mit Holzwickede vorgestellt. Zwei Mal hätten sie im vergangenen Jahr in der Gemeinde auftreten sollen. Beide Konzerte mussten abgesagt werden – wegen Corona.

Das Lächeln hat die Band nach einem Jahr ohne Konzerte noch nicht verloren, wohl aber das Geld in ihren Kassen. Trotzdem wollen sie jetzt wieder Musik produzieren und hoffen dabei auf die Hilfe ihrer Fans.

Sehnsucht nach Konzerten

„Die Konzerte und das Publikum fehlen uns“, sagt Bassist Fabian Kahl beim Besuch im Probenraum der Band in Schwerte. „Max im Parkhaus, das sind nicht nur wir fünf. Das sind auch alle, die uns helfen, die unseren Merch verkaufen oder beim Aufbauen auf der Bühne helfen. Wir sind eine Familie. Es ist schade, dass wir uns gerade nicht wirklich sehen können.“

Immerhin die Band sieht sich noch regelmäßig. Drei der fünf Mitglieder betreiben zusammen eine Medienagentur, drehen also auch ihre Musikvideos selbst und können aus ihrem Beruf viel für die Band mitnehmen. Die anderen wohnen zum Teil nicht mehr im Kreis Unna, schauen jedoch regelmäßig vorbei.

Man bleibt sich treu, auch wenn das Leben dazwischenfunkt. Als der Schlagzeuger nach einem Unfall durch eine Metallplatte in der Hand nicht mehr spielen kann, ist die Stelle nicht lange unbesetzt. Ihr Tontechniker springt ein. Man ist eben eine große Familie.

Neues Album braucht Unterstützung

Nun möchte die Band ein kleines Album mit fünf Songs produzieren, die sie in den vergangenen fünf Jahren gespielt haben. „Ein paar Lieder konnten unsere Fans schon auf Konzerten hören, andere noch nicht“, sagt Sänger Kim Friehs. Mit „Lost tape records“ haben sie sogar einen Produzenten aus Unna mit ins Boot geholt.

Wenn sie Zeit haben, schrauben die Bandmitglieder an ihren Songs herum, nehmen neue Ideen auf und entwickeln neue Lieder. © Udo Hennes © Udo Hennes

Damit sie das Album allerdings produzieren können, brauchen sie Geld – und das fehlt durch die Coronakrise in den Kassen. „Wir sind nicht in unserer Existenz bedroht, aber die Band ist es“, sagt Kahl. Daher erhofft sich die Band die Unterstützung ihrer Fans und hat auf Startnext eine Crowdfounding-Kampagne auf die Beine gestellt. 5000 Euro haben sie als Ziel gesetzt – damit wären die Songs finanziert. „Es kostet alles super viel Geld“, sagt Friehs. „Die Studioräume, das Marketing, die Produktion.“

„Wir fühlen uns blöd, nach Geld zu fragen“, ergänzt Kahl. „Wir wollen das nicht.“ Corona lässt ihnen jedoch nicht wirklich eine Wahl, wenn sie weiter Musik machen wollen.

Viel Verzicht im vergangenen Jahr

„Wir wollen den Leuten zeigen, dass wir etwas Neues haben“, sagt Friehs. „Wir sitzen alle im selben Boot und müssen gucken, wie wir weitermachen.“ 2018 hat die Band beispielsweise noch 20 Auftritt gehabt. 2020 nur einen. Musikvideos, Vlogs, Podcasts, das alles musste wegfallen, weil der Band im vergangenen Jahr die Einnahmen fehlten.

Mehr zum Thema

Alles rund um die Entstehung

  • Die Band gründete sich 2011 unter dem Namen „Muted Noise“ als Schülerband.
  • Angefangen haben sie mit deutschem Pop-Rock-Punk, bewegen sich mittlerweile aber deutlich mehr im Deutschpop mit Indie-Tendenz.
  • Den Namen „Muted Noise“ haben sie irgendwann abgelegt. „Wir machen eh nur deutsche Musik“, sagt Sänger Kim Friehs.
  • Der Name „Max im Parkhaus“ hat seinen Ursprung in einer Geschichte von Bandmitglied Max, der nach einer durchzechten Nacht in einem Parkhaus erwachte. Die Band fand das komisch – der Name blieb.
  • Wer die Band auf Startnext unterstützen will, kann das unter startnext.com/max-im-parkhaus-ep-produktion tun.

Einzig der organisatorische Aufwand hinter einem neuen Album lässt die Bandmitglieder stöhnen. „Musik machen ist 80 Prozent Organisation. Vor allem, wenn man eine lokale Band ohne Label ist.“

Aber können sie nach einem Jahr ohne Konzerte überhaupt noch Musik machen? Für eine kurze Kostprobe sind Friehs und Kahl sofort zu haben. Der eine nimmt seine Gitarre, der andere zieht das Mikrofon heran. Aufstehen? Müssen sie nicht. „Wir sind tatsächlich sehr bequem und proben öfters im Sitzen.“ Friehs grinst. „Ich komme ja vom Klavier. Singen im Sitzen bin ich gewohnt.“

Über die Autorin
Redaktion Fröndenberg / Holzwickede
Jahrgang 1995, aufgewachsen am Rande Mendens mit mehr Feldern als Häusern drumherum. Zum Studieren nach Köln gezogen, 2016 aber aus Sehnsucht ins Sauerland zurückgekehrt. Hat in der Grundschule ihre Liebe ans Schreiben verloren und ist stets auf der Suche nach spannenden Geschichten.
Zur Autorenseite
Avatar

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.