Wie gefährlich ist der Kreuzungsbereich von Landweg, Hauptstraße (L677) und Massener Straße? Eine Verkehrsbeobachtung, die hierzu Aufschluss geben soll, wird vorerst weiter verschoben. © Christian Greis

Experten sollen Gefahr an Kreuzung ermitteln – dürfen aber nicht loslegen

Wie gefährlich ist der Kreuzungsbereich Massener Straße, Hauptstraße, Landweg? Das sollen Verkehrsbeobachter herausfinden. Die müssen sich gedulden, weil ein verfälschtes Ergebnis zu befürchten ist.

Vertreter von Straßenbau- und Verkehrsbehörden sowie der Polizei im Kreis Unna beraten vier Mal pro Jahr über mögliche Unfallschwerpunkte im Kreis und wie diese entschärft werden können. Auf Holzwickeder Gemeindegebiet gibt es derzeit keine solchen Schwerpunkte.

Das heißt aber nicht, dass das Sicherheitsgefühl für Verkehrsteilnehmer an jeder Stelle zufriedenstellend ist. Ein Antrag aus der Bürgerschaft veranlasste etwa den Verkehrsausschuss, sich im November vergangenen Jahres mit der Kreuzung Massener Straße, Hauptstraße, Landweg zu befassen.

Baulastträger sieht keine erhöhte Gefahr im Kreuzungsbereich

Im Bürgerantrag wurden eine Signalanlage, die Umwandlung in einen Kreisverkehr oder das Aufstellen einer Blitzeranlage als mögliche Lösungen für mehr Sicherheit im Kreuzungsbereich genannt. Allein: Da die Hauptstraße hier als Landesstraße geführt wird, braucht es die Einschätzung von Straßen NRW als Baulastträger.

Auch mit Verweis auf Unfallzahlen der Kreispolizeibehörde, die zwischen Januar 2018 und Juli 2020 zwei Unfälle mit leichtem Personenschaden und einen mit Sachschaden vermerkte, sah Straßen NRW keinen Grund zum Handeln. Der Gemeinde blieb als Hintertür ein professionelle Verkehrsbeobachtung, die der Landesbetrieb zur Voraussetzung für weitere Überlegungen macht.

Dafür stimmten die Fraktionen vergangenen November mehrheitlich, eine entsprechende Verkehrsbeobachtung hat es seitdem aber nicht gegeben. Im März verwies Bauamtsleiter Uwe Nettlenbusch darauf, dass eine entsprechende Aktion nach den Osterferien terminiert werden solle.

Durch Corona würde ein falsches Bild vom Verkehr vor Ort vermittelt

Auf Anfrage heißt es mit Blick auf die pandemische Entwicklung seitens Nettlenbusch nun: „Wir werden die Verkehrsbeobachtung vorerst auf unbestimmte Zeit verschieben.“ Er nennt als Beispiel den fehlenden Schülerverkehr, der im aktuellen Distanzunterricht wegfällt. Und gerade die Sicherheit von Fußgängern und Radfahrer stehe vor Ort im Fokus.

„Wenn wir jetzt eine Verkehrsbeobachtung durchführen, würden wir ein unrealistisches Bild der Verkehrsströme abbilden“, so Nettlenbusch. Er geht davon aus, dass ein entsprechender Auftrag wohl erst nach den Sommerferien einen Sinn ergibt – in der Hoffnung, dass dann auch die aktuellen Corona-Einschränkungen im öffentlichen Leben passé sein werden.

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Redaktion Holzwickede
Jahrgang 1985, aufgewachsen auf dem Land in Thüringen. Fürs Studium 2007 nach Dortmund gekommen. Schreibt über alles, was in Holzwickede passiert. 17.000 Einwohner mit Dorfcharakter – wie in der alten Heimat. Nicht ganz: Dort würden 17.000 Einwohner locker zur Kreisstadt reichen. Willkommen im Ruhrgebiet.
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