Das Westhofener Kreuz wird ausgebaut, die Pläne liegen ab Montag im Rathaus aus. © Oskar Neubauer
Fragen und Antworten

Jahrelang Großbaustelle am Westhofener Kreuz – acht Meter hoher Lärmschutz

Wenn die B236 ausgebaut ist, kommt die nächste Großbaustelle auf Autofahrer zu: Das Westhofener Kreuz wird erweitert. Was das für Autofahrer und Anlieger bedeutet.

Fast 190.000 Fahrzeuge fahren täglich über das Westhofener Kreuz und sorgen dafür, das der Name Westhofen durch den Verkehrsfunk bundesweit bekannt ist. Doch das soll sich bald ändern. Denn das Autobahnkreuz Westhofen und die A45 zwischen Hagener und Westhofener Kreuz soll großzügig ausgebaut werden.

Die Strecke auf sechs Spuren, das Kreuz mit einem so genannten Überflieger, wie man erst vor kurzem das Kamener Kreuz aufgerüstet hatte. Allerdings bedeutet das auch sechs Jahre Baustelle. Für den Start der großen Maßnahme ist das Jahr 2025 angepeilt. Doch auch schon jetzt wird dort gearbeitet. Insgesamt wird die Bauzeit auf sechs Jahre veranschlagt.

Den geplanten „Überflieger“ im Westhofener Kreuz zeigt die Visualisierung von Straßen.NRW. Die Überführungsrampe leitet den Verkehr von der A1 aus Bremen direkt weiter auf die A45 nach Frankfurt.
Den geplanten „Überflieger“ im Westhofener Kreuz zeigt die Visualisierung von Straßen.NRW. Die Überführungsrampe leitet den Verkehr von der A1 aus Bremen direkt weiter auf die A45 nach Frankfurt. © Straßen.NRW © Straßen.NRW

Was wird alles gebaut?

Auf dem Plan steht der sechsspurige Ausbau der A45 auf den Gebieten der Städte Schwerte, Hagen und Dortmund vom Autobahnkreuz Hagen bis zum Westhofener Kreuz, wobei die Fahrtrichtung Dortmund von zwei auf drei Fahrstreifen erweitert wird. In Richtung Frankfurt sind bereits drei Fahrstreifen vorhanden. Darüber hinaus soll auch das Autobahnkreuz Westhofen entsprechend der zukünftigen Verkehrsbelastungen umgebaut werden.

Und was wird am Westhofener Kreuz verändert?

Geplant ist, mit Hilfe eines so genannten Überfliegers eine direkte Verbindung zwischen A1 (Fahrtrichtung Köln) und A45 (Fahrtrichtung Frankfurt) zu schaffen, damit sich Verkehrsteilnehmer, die von der A1 auf die A45 wechseln, nicht – wie in der bisherigen Kleeblatt-Form des Kreuzes – einfädeln müssen.

Was bedeutet das für die Anlieger der Autobahn?

Die Erhalten auf jeden Fall mehr Lärmschutz, allerdings mit hohen Wällen. Der Lärmschutz soll so geplant werden, als würde man eine neue Autobahn bauen. Beispielsweise wird in Westhofen die Lärmschutzwand von 4,50 auf 8 Meter erhöht. „Das ist schon ein Monster, das da steht“, sagte Andreas Timmermann vom beauftragten Planungsbüro für Lärmschutz (Senden). Dadurch würden aber die geforderten Grenzwerte eingehalten – auch wenn man die Autobahn noch höre.

Bekommt denn auch die Tangente im Kreuz einen Lärmschutz?

Nein, das sei nicht umsetzbar. Dafür soll dort ein Tempolimit von 80 Kilometern pro Stunde gelten. Zur Not mit einem Superblitzer, das habe an anderen Stellen an der Autobahn auch geholfen.

Wo kann man die Pläne einsehen?

Doch jetzt werden erst Mal die Pläne öffentlich ausgelegt. Ab Montag (7.6.) sind sie im Internet oder in den Rathäusern in Dortmund, Hagen und Schwerte einzusehen. Seine bedenken und Anregungen zu den Bauplänen kann man wegen der Pandemie auch per Mail an die Adresse „Planfeststellung-HA-A45@autobahn.de“ schicken.

Was ist mit den Rastplätzen?

An der Strecke befinden sich zwei Rastplätze, von denen der Rastplatz „Im Busch“ erweitert wird und der Rastplatz „Am Kahlenberg“ entfällt.

Betrifft der Bau auch innerörtliche Straßen?

Vermutlich ja, denn auf den 9,6 Kilometern von Hagen nach Westhofen befinden sich 17 Brücken über Flüsse, Straßen und Eisenbahnen. Die müssen zum überwiegenden Teil neu gebaut werden – darunter auch die Talbrücke Rettelmühle in Westhofen und die Ruhrtalbrücke nach Ergste. Nicht eingerechnet ist die fast fertiggestellte Lennetalbrücke.

Wie sieht der Zeitplan aus?

Die Planunterlagen werden in der Zeit vom 7. Juni bis zum 6. Juli .2021 einschließlich in den Städten Schwerte, Hagen und Dortmund zur allgemeinen Ansicht ausliegen. Jeder kann bis spätestens einen Monat nach Ablauf der Auslegungsfrist (6. August 2021 einschließlich) bei der Bezirksregierung Arnsberg oder bei den Städten Schwerte/Hagen/Dortmund Einwendungen erheben. Wenn nötig, findet dann ein Erörterungstermin statt. Mit dem Ausbau könnte im Jahr 2025 begonnen werden, wenn das Baurecht rechtzeitig erlangt wird.

Wurde denn nicht schon mit dem Bau begonnen?

Indirekt ja, denn die kleinen Wälder, die im Kreuz entstanden sind wurden bereits gerodet. Das gehört zur Vorbereitung für einen Ersatzneubau der A1-Brücke über die A45 im Westhofener Kreuz. Die vorhandenen vier nebeneinander liegenden Einzelbauwerke, aus denen die Brücke besteht, sind den Belastungen nicht mehr gewachsen und müssen erneuert werden. Auftragsvergabe dafür soll Ende 2022 sein.

Warum muss das alles erneuert werden?

Die Strecke zwischen Hagen und Westhofen ist der höchstbelastete Abschnitt der A45. Die Prognose für 2030 erwarte dort täglich über 100.000 Fahrzeuge. Die zusätzlichen Spuren, die übrigens in der bestehenden Trasse gebaut werden, sollen für Entlastung sorgen.

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Ist mit Überzeugung Lokaljournalist. Denn wirklich wichtige Geschichten beginnen mit den Menschen vor Ort und enden auch dort. Seit 2007 leitet er die Redaktion in Schwerte.
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Heiko Mühlbauer

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