Wunderbares Kirchenkonzert in Herbern leidet unter rücksichtslosen Zuhörern

dzKonzert St. Benedikt

Dieses Kirchenkonzert in St. Benedikt Herbern war ungewöhnlich. Es hätte zu einem ganz besonderen kulturellen Genuss werden können. Wenn nicht mancher offenbar Probleme mit der Uhr gehabt hätte.

Herbern

, 28.10.2019, 11:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Etwas ungewohnt in der Kirche, aber richtig klasse.“ „Mensch, das war prima.“ Diese und andere Komplimente hörte man nach dem Ende des Konzertes, das Thomas Kraß gemeinsam mit Sandra Batkowski am Sonntagnachmittag in der St. Benedikt Kirche gegeben hat.

Unter dem Titel „Take me to church“ bewiesen der studierte Kirchenmusiker und die Sängerin und Gesangspädagogin, dass Orgelmusik wunderbar mit Rock- und Pop harmoniert. „Wir haben bewusst im Vorfeld nicht zu viel über die Lieder verraten“, so Kraß. „Da hätten wir den ein oder anderen Besucher vielleicht verschreckt.“

Rücksichtslose Konzert-Besucher in St. Benedikt

So wunderbar das Konzert war, so ärgerlich das Verhalten etlicher Besucher. Sie hatten den Starttermin 17 Uhr nicht ernst genommen (Probleme mit der Zeitumstellung?) und störten mit ihrem späten Erscheinen die fasziniert lauschenden Zuhörer.

Der gebürtige Herberner Kraß und die Sängerin, die neben Klavier, Blockflöte, Mandoline ebenfalls Kirchenorgel spielt, haben sich in ihrem jetzigen Wohnort Everswinkel vor einigen Jahren kennengelernt und bestreiten seitdem erfolgreich zahlreiche Projekte.

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Die Liedauswahl für insgesamt vier Kirchenkonzerte in Veckerhagen, Everswinkel, Herbern und Warendorf hat die Solistin Batkowski zusammengestellt und bei den Besuchern voll ins Schwarze getroffen, wie der oftmals lang anhaltende Applaus der begeisterten Besucher bewies. Hier und da waren auch einige „Wow“-Rufe deutlich zu hören.

Wunderbares Kirchenkonzert in Herbern leidet unter rücksichtslosen Zuhörern

Jeder Platz in der St.Benedikt Kirche war besetzt und die Besucher spendeten dem Duo Thomas Kraß und Sandra Batkowski am Ende des Konzertes lang anhaltenden Applaus. Wenn doch die Zuspätkommer nicht gewesen wären. © Claudia Hurek

Von „I see fire“ von Ed Sheeran über „Das Beste“ von Silbermond bis hin zu „Diamant“ von Rammstein bekamen die Besucher ordentlich was auf die Ohren Eine stimmgewaltige Sängerin und ein perfekt spielender Organist machten den Besuch des Konzerts zu einem echten „Gänsehauterlebnis“.

Konzert-Besucher waren ganz begeistert

„Es war toll“ so Rita Hölscher, die gemeinsam mit Ehemann Franz-Josef das Kirchenkonzert der etwas anderen Art besucht hat; dies spiegelt die Meinung der meisten Besucher des gut einstündigen Konzertes wieder. Bevor dies mit dem weltbekannten Lied aus dem Film Titanic, „My heart will go on“ von Celine Dion, zu Ende ging, hörte das Publikum Lieder von James Blunt, Paul Simon, James Arthur oder Andreas Bourani.

Deutsche Übersetzung der Lieder auf Leinwand gezeigt

Die jeweiligen Interpreten und ihre Lieder wurden auf einer Leinwand angezeigt; bei englischen Songs war die deutsche Übersetzung eingeblendet. Bei „Who wants to live forever“ von der Gruppe Queen musste sich der ein oder andere Besucher ein kleines Tränchen aus dem Augenwinkel wischen.

Als Dankeschön und Anerkennung für die Leistung füllte sich das Spendenkörbchen nach dem Ende des kostenfreien Konzertes.

Kommentar unserer Autorin Claudia Hurek:
  • Natürlich kann man sich mal verspäten; das kommt vor. Züge und Flugzeuge sind ja auch oftmals unpünktlich. Aber sollte es ein jeder nicht eigentlich schaffen, zu einem Konzert, dessen Beginn seit Wochen für 17 Uhr auf Plakaten und in den Tageszeitungen angekündigt wurde, pünktlich zu erscheinen?
  • Neben vielen anderen Besuchern habe ich in einer der hinteren Bänke gesessen, voller Vorfreude auf das bevorstehende Konzert. Leider kam in den letzten Reihen keine wirklich entspannte Stimmung zu den sehr eindrucksvoll gesungenen Liedern auf, da für einige Mitbürger 17 Uhr ein sehr dehnbarer Begriff zu sein scheint.
  • Teilweise kam man sich vor wie auf dem Bahnhof. Dies habe nicht nur ich so empfunden, sondern auch viele Besucher, die ebenfalls weiter hinten gesessen haben. Dieses Hin- und Her durch die sich laut öffnenden und schließenden Automatiktüren war, mit klaren Worten gesagt: echt ätzend und nervig.
  • Hinzu kam noch, dass einigen stehenden Besuchern hinter den letzten Sitzbänken eine private Unterhaltung wichtiger war als das Zuhören.
  • Pünktlichkeit sollte stets ein Zeichen von Höflichkeit und Respekt sein und so weit sind die Wege in Herbern ja nun auch nicht.
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