Wohnmobil-Vermieter aus Herbern müssen ihr Erspartes angreifen

dzCorona-Krise in Herbern

Kathrin und Dirk Ahrens aus Herbern vermieten zwei Wohnmobile. Die Coronakrise macht ihrem Geschäft einen Strich durch die Rechnung. Jetzt geht es sogar ans Ersparte.

Herbern

, 06.05.2020, 12:33 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Jahr 2019 waren in Deutschland rund 532.587 Wohnmobile zugelassen. Europaweit stehen wir damit an der Spitze des Reisens mit den eigenen vier Wänden. Viele können es gar nicht abwarten, bis die Saison beginnt, die für die meisten mit einem Saisonkennzeichen im April startet und bis Ende Oktober andauert. In diesem Jahr hat die Corona Krise dem individuellen Reisen einen kräftigen Strich durch die Rechnung gemacht.

Zu der Zahl der angemeldeten Fahrzeuge zählen auch Mietfahrzeuge. Zwei von diesen gehören dem Ehepaar Dirk (53) und Kathrin (48) Ahrens aus Herbern. Seit einigen Jahren vermieten die Verkäuferin und der Angestellte im Rettungsdienst ihre kleine Flotte ganzjährig an Urlauber, die eine Alternative zum Pauschalurlaub suchen und statt eines durchgetakteten Tagesablaufes mit festen Essenszeiten einfach mal ihr eigener Herr sein wollen.

Die Wohnmobil-Vermieter Kathrin und Dirk Ahrens blicken trotz der Coronakrise optimistisch in die Zukunft.

Die Wohnmobil-Vermieter Kathrin und Dirk Ahrens blicken trotz der Coronakrise optimistisch in die Zukunft. © Claudia Hurek

„Momentan stehen sich allerdings unsere beiden Fahrzeuge quasi die Reifen platt“, so Dirk Ahrens. „Rund 50 Prozent aller bisher gebuchten Reisen wurden storniert.“ Das reißt schon ein dickes Loch in die Haushaltskasse; die Kosten für die Fahrzeuge laufen ja dennoch weiter. „Der Steuerberater, die Versicherung, Stellplatzkosten, das Finanzamt; die wollen ja alle ihr Geld, ob wir nun vermieten oder nicht.“

Die Urlauber, die ihre gebuchte Reise aufgrund der Reisewarnung stornieren mussten oder ihre für den Sommer geplante Reise wegen der allgemeinen Unsicherheit storniert haben, erhalten für die geleistete Anzahlung einen Reisegutschein. „All unsere Kunden haben für diese Vorgehensweise großes Verständnis gehabt. Wir freuen uns sehr, dass wir inzwischen viele Herberner zu unseren Kunden zählen können“, berichtet Kathrin Ahrens.

Laufende Kosten sind kaum aufzufangen

Die laufenden Kosten sind kaum aufzufangen, so dass inzwischen auch das Ersparte herhalten muss. „Nur durch unsere Vollzeitjobs können wir das nicht stemmen. Wir stehen parat und in den Startlöchern“, so Ehepaar Ahrens hoffnungsvoll. „Auch wenn sich die Reisen wahrscheinlich erstmal auf Deutschland beschränken werden.“ Dirk Ahrens: „Ich befürchte nur, dass dann alle auf einmal mieten wollen. Das könnte eng werden.“

Das Ehepaar nutzt seine Fahrzeuge auch für den eigenen Urlaub. Von Finnland, über Norwegen, Schweden, Polen oder auch Kroatien haben beide schon viel gesehen und erlebt. Für ihre Mieter haben sie dank eigener Erfahrungen viele gute Tipps parat. Ein Verkauf der beiden Fahrzeuge aus Kostengründen steht momentan überhaupt nicht zur Debatte. „Wir sind optimistisch und sehr sicher, dass es bald wieder losgehen kann.“

Info: Daka-Wohnmobilvermietung; Tel. (02599) 740505; mobil 0178-5116870; E-Mail: daka-wohnmobilvermietung@web.de
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