ABO Wind plant 300-Meter-Windräder in Finnland – und hat jetzt die Grenze zu Herbern im Visier

dzWindrad-Pläne in Mersch

Der geplante „Windpark“ ist eigentlich nur ein einsames Windrad. Ein Unternehmen aus Wiesbaden will die Pläne bei Herbern durchsetzen, doch die Deutsche Flugsicherung hat Mitspracherecht.

Herbern, Mersch

, 30.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Windpark Drensteinfurt“ ist auf der Homepage der ABO Wind AG aus Wiesbaden zu lesen. Er soll in der sogenannten Konzentrationszone Nummer VII entstehen – auf Drensteinfurter Stadtgebiet unweit der Herberner Grenze, unweit des Gestüts Ligges.

Der Windpark würde so viel Strom produzieren wie rund 3100 Haushalte verbrauchen, kündigt das Projektentwicklungsunternehmen ABO Wind an, das die Pläne durchsetzen will. Das vermeide den jährlichen Ausstoß von mehr als 8200 Tonnen Kohlendioxid.

„Gute Windverhältnisse“

Der Windpark, von dem hier die Rede ist, ist genau genommen nur eine einzige Anlage: 176,5 Meter hoch und damit wesentlich kleiner als bei den Planungen des Wiesbadener Unternehmens sonst üblich. Der Rotordurchmesser beträgt 133 Meter. Zum Vergleich: In Finnland plant das Unternehmen, eine 300 Meter hohe Anlage zu realisieren, in Baden-Württemberg eine 230 Meter hohe.

Am Standort an der L671 „herrschen gute Windverhältnisse, so dass ein wirtschaftlicher Betrieb auch mit dieser etwas kleineren Anlage sichergestellt ist“, teilt Pressesprecherin Lena Fritsche mit.

„Was den Wind angeht, wäre der Standort für noch weitere Anlagen durchaus geeignet“, sagt Dr. Daniel Duben, Projektleiter Kommunikation bei ABO Wind, stellt aber auch klar, dass man aus lärmtechnischer Sicht nicht mit weiteren Windrädern plane. „Drumherum wohnen Menschen“, so Duben. Mehr als ein Windrad sei demnach ausgeschlossen.

Deutsche Flugsicherung hat ein Mitspracherecht

Und ob das tatsächlich kommt, ist aktuell noch offen. Unabhängige Fachleute führen derzeit die notwendigen natur- und artenschutzrechtlichen Untersuchungen durch. Des Weiteren bereite man einen Antrag vor, mit dem sich in einem Zeitraum zwischen dem ersten und dritten Quartal 2020 wohl die Deutsche Flugsicherung auseinandersetzen muss.

Der Standort in Mersch liegt im 15-Kilometer-Radius um das Drehfunkfeuer Albersloh, rund elf Kilometer vom Drehfunkfeuer entfernt. Ob an dieser Stelle ein Windrad möglich ist, würde die Flugsicherung im Einzelfall entscheiden.

Sollte aus Sicht der ABO-Wind alles nach Plan laufen, rechnet man mit Bau und Inbetriebnahme im ersten Quartal 2022. „Wir befinden uns noch in einer sehr frühen Planungsphase“, sagt Daniel Duben. Auf der Homepage des Windparks Drensteinfurt wolle man die Öffentlichkeit aber rechtzeitig informieren.

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