Wilde Müllkippen in Ascheberg: Zahlen steigen deutlich in der Corona-Krise

dzMüllentsorgung in Ascheberg

Immer häufiger hat der Bauhof der Gemeinde Ascheberg mit wilden Müllkippen zu tun. Seit dem Ausbruch der Corona-Krise wird deutlich mehr Abfall illegal in der Natur entsorgt - auf Kosten des Steuerzahlers.

Ascheberg, Herbern

, 13.08.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mehr Gartenarbeit, zusätzliche Renovierungsarbeiten oder das Aussortieren alter Möbel - die Corona-Krise hat auch Auswirkungen auf die Müllentsorgung. Allerdings auch auf die illegale Entsorgung von Abfall in der Natur.

Die Zahl der sogenannten wilden Müllkippen hat sich seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie deutlich erhöht, wie Celina Jacob aus der Bauverwaltung der Gemeinde Ascheberg erklärt: „Es sind im Moment drei bis vier wilde Müllkippen pro Woche. Dabei werden Grünabfall, Hausrat und Sperrmüll in die Natur gekippt.“

Dazu kommt eine Dunkelziffer an illegalem Müll, den die Mitarbeiter des Bauhofes bereits bei ihrer regelmäßigen Ortskernreinigung gleich mit entsorgen und der nicht mit in die Statistik für wilde Müllkippen fließt. Der negative Trend, dass immer mehr Müll illegal in der Natur entsorgt wird, ist dennoch deutlich spürbar.

Deutlich höhere Kosten durch illegale Müllkippen

Vor allem auch mit Blick auf die Kosten, die dadurch entstehen. Demnach sei man in diesem Jahr bereits bei Beträgen im vierstelligen Euro-Bereich, die der Bauhof einzig für wilde Müllkippen ausgibt, so Jacob.

„Die Arbeitskosten sind nicht unerheblich. Wilde Müllkippen bedeuten für die Gemeinde zusätzliche Kosten, Ärger und vor allem viel Arbeit“, erklärt sie. Weil die Kapazitäten im Bauhof begrenzt sind, sorgen wilde Müllkippen zudem dafür, dass andere Arbeiten liegen bleiben müssen.

So ziemlich alles wird in der Landschaft entsorgt. „Es ist ein Wahnsinn“, sagt Celina Jacob aus der Bauverwaltung der Gemeinde Ascheberg.

So ziemlich alles wird in der Landschaft entsorgt. „Es ist ein Wahnsinn“, sagt Celina Jacob aus der Bauverwaltung der Gemeinde Ascheberg. © Gemeinde Ascheberg

Doch nicht nur für den Bauhof kostet die Beseitigung der Müllkippen Zeit und Geld. Auch der Steuerzahler selbst muss dafür aufkommen. „Oft ist der Verursacher nicht ausfindig zu machen. Und dann trägt das die Allgemeinheit mit“, erklärt Jacob.

Dabei ist die Entsorgung von Grünabfall, Sperrmüll, Hausrat, Bauschutt, Altholz oder elektrischen Geräten in der Gemeinde Ascheberg sogar kostenlos möglich. Weil sich ehrenamtliche Mitarbeiter an den beiden Recyclinghöfen in Ascheberg und Herbern engagieren, ist die Müll-Abgabe für die Bürger der Gemeinde umsonst.

Kostenlose Müll-Abgabe an den Recyclinghöfen in Ascheberg und Herbern

„Deshalb ist es für uns nur schwer nachvollziehbar, wie man dennoch seinen Müll illegal entsorgen kann“, sagt Celina Jacob. Zwar habe es in der Corona-Krise teilweise auch Schließungen oder nur Sonder-Öffnungszeiten an den Recyclinghöfen gegeben, dennoch sei es unverständlich, dass manche den Müll nicht einlagern, „sondern einfach in die Landschaft schmeißen“.

In der Vergangenheit habe es schon extreme Fälle von wilden Müllkippen in der Gemeinde gegeben, erzählt Jacob. Da wurde einmal eine ganze Küche in den Wald gestellt oder eine Vielzahl toter Fische aus einem umgekippten Teich in die Landschaft gekippt.

Vor allem in den Außenbereichen der Gemeinde kommt es immer wieder zu der illegalen Entsorgung von Müll in der Natur.

Vor allem in den Außenbereichen der Gemeinde kommt es immer wieder zu der illegalen Entsorgung von Müll in der Natur. © Gemeinde Ascheberg

„Es wird so ziemlich alles wild abgeladen. Es ist Grünabfall dabei, aber auch Sperrmüll und Hausrat: Matratzen, Schränke, Restmüll oder ein ausgeschlachteter Wohnwagen. Es ist ein Wahnsinn“, sagt Celina Jacob. Dabei werden vor allem die Außenbereiche der Gemeinde als illegale Müll-Orte missbraucht.

Wer dabei erwischt wird oder wen man durch Anhaltspunkte im entsorgten Müll überführen kann, dem drohen ein Bußgeld und die Übernahme der Kosten, die dem Bauhof für die Beseitigung entstehen.

Je nach Menge des Mülls und je nach Einzelfall wird dann die Höhe des Bußgeldes festgelegt. Dabei können es bei einer Menge von mehr als zwei Kilogramm etwa 80 bis 510 Euro Strafe sein, es aber auch ein deutlich höheres Bußgeld geben. Wiederholungstäter oder wer mehr als 20 Liter Müll in der Landschaft entsorgt, kann mit Bußgeldern von rund 5000 Euro rechnen.

  • Die beiden Recyclinghöfe der Gemeinde sind samstags von 10 bis 12 Uhr geöffnet. Der Recyclinghof in Ascheberg befindet sich an der Industriestraße, der Recyclinghof in Herbern an der Ondrup-Ondruper-Straße.
  • Die nachfolgenden Wertstoffe können unter Vorlage des Personalausweises abgegeben werden: Altbatterien (keine Autobatterien), Altholz (kein Bauholz), Aluminium, Bauschutt bis zu 1/2 cbm je Quartal, CD’s, Elektronikschrott, Haushaltsklein- und Großgeräte (Waschmaschine, Trockner, Spülmaschine, Elektroherd, Fernseher, Videorecorder, Eierkocher, Heizlüfter usw.), Kühlgeräte (Kühlschrank, Gefrierschrank usw.), Gasentladungslampen, Kork, Altmetalle, Kartonagen und Strauchschnitt. Keine Annahme von Restmüll.
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