Wie im Autokino: Ascheberger Spielmannszug sorgt mit besonderer Probe für Aufsehen

dzSpielmannszug Ascheberg

Weil normale Proben in Corona-Zeiten unmöglich sind, hat sich der Spielmannszug der Kolpingsfamilie Ascheberg etwas einfallen lassen: Die Mitglieder treffen sich auf dem Parkplatz und musizieren im Auto.

Ascheberg

, 07.05.2020, 15:39 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Einschränkungen im Zuge der Corona-Krise werden peu à peu gelockert. Doch nach wie vor sind viele Dinge unmöglich. Dazu gehören neben Großveranstaltungen wie Volksfesten auch Musikproben - zumindest, wenn daran knapp 30 Akteure eines Spielmannszugs teilnehmen. Die Mitglieder des Spielmannszugs der Kolpingsfamilie Ascheberg haben nun eine ziemlich ungewöhnliche Lösung für das Problem gefunden - und damit für Aufsehen gesorgt.

Auf seinem Facebook-Account hat der Spielmannszug ein Video gepostet, das den Parkplatz bei Frenkings Tenne zeigt - bestückt mit 30 Pkw, aus denen Musik ertönt. Normalerweise probt der Spielmannszug in der Profilschule. Nun verlegte man die Probe kurzerhand nach draußen beziehungsweise ins Auto. Für die Idee wurden die Ascheberger in den Sozialen Netzwerken mit Likes und Lob geradezu überschüttet. Sogar Spielmannszüge aus Hamburg und Lemgo meldeten sich.

Spielmannszug trainiert, um in Form zu bleiben

„Wir haben uns gedacht: Wenn Autokinos funktionieren, warum sollte dann nicht auch eine solche Probe gelingen“, sagt Torsten Hohenhövel (30), Vorsitzender des Ascheberger Spielmannszugs. Auch ein Spielmannszug müsse nun mal „trainieren“, um in Form zu bleiben. Genauso wie Fußballmannschaften. Und denen ist der Trainingsbetrieb ja schließlich auch erlaubt. „Wir wollten dadurch zudem wieder ein bisschen Leben in den Verein bringen. Es tat gut, die Spielleute mal wiederzusehen. Es hatten sogar alle ihre Uniform an“, so Hohenhövel.

Den vorgegebenen Mindestabstand von 1,50 Meter habe man durch das Musizieren im Auto locker einhalten können - auch wenn das Spielen selbst natürlich alles andere als einfach gewesen sei: „Aus dem Auto heraus Flöte zu spielen, ist nicht sonderlich schwer. Bei unseren Trommlern sah das schon anders aus. Die mussten sich Halterungen bauen oder mit dem Bulli kommen. Da haben sich einige sehr kreativ gezeigt.“ Letztlich sei die Probe sogar deutlich besser gelaufen, als man es sich auf Seiten des Spielmannszuges im Vorfeld vorgestellt hatte.

„Unsere Kids, die wir gerade ausbilden, leiden im Moment wohl am meisten. Die stehen schon in den Startlöchern und warten auf ihren ersten großen Auftritt.“
Torsten Hohenhövel

Die Wahl des Probenortes war für die Spielleute nahe liegend. Normalerweise hätten sie bei Frenkings Tenne am 30. April nämlich zum Tanz in den Mai gespielt. Auf einer Veranstaltung also, die wie so viele andere auch aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden musste. Hohenhövel hofft, dass man vielleicht im Herbst wieder bei der ein oder anderen Veranstaltung aufmarschieren kann.

Im Terminplan des Spielmannszugs stehen dann unter anderem der Lambertusumzug (20. September) sowie St. Martin (8. November). Bis dahin wollen die Musiker weiter proben - und wenn‘s nicht anders geht, dann eben wieder in ihren Autos auf dem Parkplatz.

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