Wie einst: Im Frack auf den Davensberger Rummel

DAVENSBERG Die Vergangenheit machte sich breit. Kurz dominierte sie den Kirchplatz vor der St.-Anna-Kirche, bevor sie sich auf faszinierende Weise mit der heutigen Zeit vermischte. Die diesjährige Kirmes stand ganz im Zeichen der 110-Jahr-Feier des Löschzuges Davensberg. Und so gab es eine echte Überraschung.

von Von Bettina Nitsche

, 20.07.2008, 15:22 Uhr / Lesedauer: 2 min
<p>Marktmeisterin Krampe schoss eine Rose.</p>

<p>Marktmeisterin Krampe schoss eine Rose.</p>

Einige Damen in langen Kleidern mit Hüten und Schirmen, Herren gekleidet mit Fräcken und Zylindern - sie alle flanierten über den Platz, auf dem die Kirmes aufgebaut war, und sammelten sich dann an dem Autoscooter von Wilbert Strothenke. Ein ungewöhnliches Bild, das bei so manchem Besucher fragende Blicke hervorrief. Doch die  Erklärung der stellvertretenden Bürgermeisterin Anne-Marie Bickenbach  ließ nicht lange auf sich warten. Die Besucher waren begeistert, die Überraschung vollends gelungen.

Früher ging es im Sonntagsstaat auf die Kirmes Denn kaum einer wusste, dass früher die Bevölkerung im Sonntagsstaat, sprich: in langen Kleider und Fräcken, die Kirmes besuchte. Und auch die Feuerwehr, die damals schon mit von der Partie war, kam kleidungstechnisch ganz anders daher. Statt der heute bekannten Helme trugen sie Pickelhauben. Alles hatte Bickenbach organisiert.

Elfriede Huesmann von der Burgturmspielschar half mit der entsprechenden Kleidung aus. Die beiden anderen stellvertretenden Bürgermeisterinnen, Maria Schulte-Loh und Martina Bünnigmann, bezogen ihre Kleidung über den Ascheberger Heimatverein bzw. von Privat. Und spätestens als die "Gästeschar aus dem Jahr 1908" in den Autoscooter stieg, war die Gegenwart wieder präsent. Mit bunten Farben, hochmodernen Fahrgeschäften, viel Musik und begeisterten Besuchern. Auch in diesem Jahr blieb die Veranstaltung ihrem traditionellen Motto treu: Klein, aber fein.

Nur im Feiern waren alle ganz groß. Während die einen ihre Runden in der Dschungelreise drehten oder es genossen, ohne Führerschein über die Piste zu flitzen, frönten andere in gemütlicher Runde bei einer der vielen Sitzgelegenheiten der Unterhaltung. Genuss machte sich breit, das große kulinarische Angebot tat sein Übriges dazu.

Heute wird genauso gern gefeiert wie früher Gute Laune und Lachen standen im Vordergrund. So mancher hatte auch allen Anlass dazu, denn an den Ausspielgeschäften gab es jede Menge zu gewinnen. Ein vergnügliches Fest für Groß und Klein. Eines, das in diesem Jahr dank der ungewöhnlichen Eröffnung auf ganz besondere Weise zeigte, dass hier noch genauso gerne und kräftig gefeiert wird wie früher, in längst vergangenen Zeiten.

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