Mari K. und Gesche H. geniessen den Feierabend nach ihrer Wanderung in Mel's Café. © Claudia Hurek
Zwei Nordlichter auf dem Jakobsweg

Wandern auf dem Jaboksweg: Zwei Nordlichter zu Gast in Herbern

Stress im Job kann man auf vielerlei Arten bekämpfen. Manche treiben Sport; andere meditieren und wiederum andere gehen wandern und schaffen sich so kleine Auszeiten - wie Gesche H. und Mari K.

„Ich wollte mir schon immer einmal die Stadt Münster ansehen“, so die Justizbeamtin Gesche H. (50) „Als feststand, dass die Hotels wieder Gäste aufnehmen dürfen, war das für mich ein Zeichen. Jetzt oder nie.“ Gemeinsam mit Freundin Mari K. (48) wanderte sie fünf Tage auf dem Jakobsweg von Münster nach Werne.

Am vergangenen Freitag machten die beiden Frauen, die mit ihren Familien in einem umgebauten Gutshof westlich von Kiel leben, Station in Herbern und zeigten sich ganz begeistert von den Menschen im Münsterland. „Wir sind auf unserer Wanderung so oft angesprochen worden; so etwas kennen wir von zu Hause nicht und ich von keiner anderen meiner Wanderungen“, so Gesche H. Seit 15 Jahren wandert die Justizbeamtin immer wieder durch England, das es ihr landschaftlich angetan hat. „Aber auch hier im Münsterland gibt es ja herrliche Naturschutzgebiete; das ist echt fantastisch. Ich ‚erwandere‘ mir am liebsten meine Urlaubsgebiete. Nur so kann man die Landschaft richtig genießen.“

„Vielleicht gewinnen wir ja neue Einsichten über unser Leben“

Ursprünglich hatte sie für eine Auszeit vom stressigen Job England wieder ins Auge gefasst; aber Corona hatte diesen Plan vereitelt. Bei einem gemeinsamen Kaffee in der Heimat berichtete sie Freundin Mari von ihrem Vorhaben, ein Stück auf dem Jakobsweg zu laufen. „Ich bin Sozialpädagogin und leite eine Wohngruppe für Kids, die auf der Straße leben und es nicht leicht im Leben haben. Das ist oftmals Stress pur. Ein Bandscheibenvorfall vor einiger Zeit zeigte mir dann, dass ich etwas in meinem Leben verändern muss. So kam die Idee, ein kurzes Stück auf dem Jakobsweg zu laufen, wie gerufen.“

Mit dem Auto ging es dann bis Münster, wo die beiden „Verhuschten aus dem hohen Norden auf pralles Leben“ trafen. „Das war schon ganz ungewohnt, dass die Menschen wieder draußen in den Cafés sitzen und die Sonne genießen“, so Gesche. Nach den Stationen Münster und Rinkerode kamen die beiden, die mit leichten Wanderrucksäcken unterwegs waren, am frühen Abend in Herbern an. „Unser Gepäck wird von Hotel zu Hotel geschickt. Das ist sehr praktisch.“

Den Abend in Herbern ließen die Kurzzeitpilgerinnen in Mel’s Café bei einem leckeren Essen ausklingen, um dann im Hotel Wolfsjäger zu übernachten, bevor die letzte Etappe sie nach Werne führte. Von hier ging es dann mit dem Zug nach Münster und anschließend mit dem Auto Richtung Heimat nach Kiel. Warum sich beide für den Jakobsweg entschieden haben? „Vielleicht gewinnen wir ja neue Einsichten über unser Leben und ob das, was wir machen, richtig ist oder ob man etwas ändern sollte“, sagen beide einhellig.

Was sie auf jeden Fall mit nach Hause nehmen, ist die Erfahrungen, dass die Münsterländer ein „sehr nettes und aufgeschlossenes Völkchen sind“ und man „allein schon für die Ravioli von Mel“ wiederkommen müsste. Bon Camino!

Über die Autorin
Redaktion Werne
Seit fast 30 Jahren ist Herbern nun unser Zuhause und seit gut vier Jahren darf ich über meinen zweiten Herzensort berichten. Ich habe einen großartigen Job als freie Mitarbeiterin, der den eigenen Horizont um ein Vielfaches erweitert.
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Claudia Hurek

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