Bücher Schwalbe: Treue der Ascheberger verhindert Umsatzeinbrüche

dzBüchermarkt während Corona-Krise

Der Buchmarkt hat im Frühjahr diesen Jahres starke Umsatzeinbrüche wegen der Corona-Pandemie eingebüßt. Wie erging es der Buchhandlung Schwalbe während des Lockdowns und in der Zeit danach?

Herbern

, 10.07.2020, 13:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Buchhandlung Schwalbe musste während des Shutdowns von Mitte März bis Mitte April seine Türen vorübergehend schließen. „Als die Schließung des Einzelhandels zur Diskussion stand, sind wir gedanklich in ein Loch gestürzt“, sagt Günter Scholz-Schwalbe von Bücher Schwalbe in Ascheberg. Der Treue seiner Kunden zum Dank, konnte die Buchhandlung große Umsatzeinbrüche umgehen.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind an kaum einer Branche spurlos vorübergezogen. So musste ebenfalls der Büchermarkt schwere Umsatzeinbrüche im März 2020 verbuchen. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Umsatz des Buchhandels um 30 Prozent zurückgegangen. Besonders schwer getroffen hat es die Reise-Literatur.

Heute bestellt, morgen da

Bücher Schwalbe hat schnell umgedacht und neue Ideen entwickelt. Ein Lieferservice mit dem Fahrrad und ein Abholfach an der Buchhandlung wurden vorgestellt. Wer bis 18:30 Uhr bestellt, kann um 9 Uhr des folgenden Tages sein Buch abholen. Das klappt telefonisch oder über den eigenen Online-Shop.

Bücher Schwalbe in Ascheberg bedankt sich für die Unterstützung ihrer Kunden während der Corona-Krise.

Bücher Schwalbe in Ascheberg bedankt sich für die Unterstützung ihrer Kunden während der Corona-Krise. © Günter Scholz-Schwalbe

Dieser Service wurde in Ascheberg gerne angenommen. Sowohl online als auch stationär wurden dadurch Neukunden gewonnen. „Vielleicht eine bewusste Entscheidung, den Handel vor Ort zu unterstützen“, sagt Scholz-Schwalbe. Seit 2000 ist die Traditions-Buchhandlung in Ascheberg ansässig.

Handel vor Ort unterstützen

Denn vor allem unabhängige Läden mussten während der Krise bangen und auf die Unterstützung vor Ort hoffen. Eines schnelles Umdenken war notwendig, um mit großen Konzernen wie Amazon mitzuhalten. Mit einem orangenen Eichhörnchen-Sticker im Schaufenster, macht Bücher Schwalbe auf die Regionalinitiative „Buy Local“ in Deutschland aufmerksam.

Besonders die Steigerung der Online-Shop-Umsätze habe zum Überbrücken der Durststrecke beigetragen. „Wir sind bis jetzt mit einem blauen Auge davon gekommen“, sagt Scholz-Schwalbe. „Das liegt aber auch daran, dass die Ascheberger ein unglaublich treues Publikum sind.“ Dadurch waren die Auswirkungen auf den Umsatz während der geschlossenen Zeit von Bücher Schwalbe waren überraschend niedrig.

Kinderbücher als Verkaufsschlager in der Krise

Neben Toilettenpapier und Nudeln haben die Ascheberger in der Corona-Krise auch Bücher gehamstert. Bevor die Buchhandlung Mitte März schließen musste, haben sich die Ascheberger noch einmal deutlich eingedeckt. Das „hamstern“ von Büchern habe deutschlandweit stattgefunden und den Buch-Umsatz am 17. März auf ein Maximum getrieben, wie das „Börsenblatt“ anhand der Zahlen von Media Control berichtet.

Besonders gut laufe in dieser Zeit das Genre rund um die Kinderbeschäftigung: „Egal ob Malbücher, Rätselhefte oder Kinderbücher“, sagt Scholz-Schwalbe. Dafür blieb das Verkaufshoch der Reiseführer, das normalerweise im Frühjahr zu verzeichnen ist, dieses Jahr aus. Langsam gehe es dennoch auch mit dem Verkauf der Reiseliteratur wieder los, so Scholz-Schwalbe.

Umsatzeinbruch wieder aufgeholt

Seit den Corona-Lockerungen Mitte April im Einzelhandel, hat sich das Kundenverhalten bei Bücher Schwalbe normalisiert. Der Lieferservice und das Abholfach werden weiterhin angeboten, seither aber nicht mehr genutzt. Das Lieferfahrrad, das Günter Scholz-Schwalbe für seine Fahrten während des Lockdowns täglich gefahren hat, steht nun im Schaufenster und schmückt Bücher Schwalbe.

Seitdem Bücher Schwalbe Mitte April ihren Laden wieder öffnen durfte, steht das Lieferfahrrad im Schaufenster.

Seitdem Bücher Schwalbe Mitte April ihren Laden wieder öffnen durfte, steht das Lieferfahrrad im Schaufenster. © Günter Scholz-Schwalbe

Der Branchen-Monitor Buch des Börsenvereins zeigt ebenfalls ein sich normalisierendes Kaufverhalten im Buchhandel. Im Juni 2020 stiegen die Umsatzzahlen mit 12,3 Prozent seit Februar erstmals wieder über die des Vorjahresmonats. Weiter schreiben sie, dass sich seit April die „Umsatzlücke Woche für Woche etwas verkleinern“ konnte.

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