Tankstellen-Überfall: Hohe Haftstrafe für „extreme Tat“ an der Steinfurter Straße

24-Jähriger verurteilt

Nach einem Tankstellenüberfall in Ascheberg bekam der 24-jährige Täter jetzt eine saftige Haftstrafe. Die Richter sprachen von einer „extremen Tat“. Er hatte eine 19-Jährige mit einer Waffe bedroht.

Ascheberg

, 22.10.2018, 17:19 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Westfalen-Tankstelle an der Steinfurter Straße hatte ein 24-Jähriger im Mai überfallen – er wurde nun zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt.

Die Westfalen-Tankstelle an der Steinfurter Straße hatte ein 24-Jähriger im Mai überfallen – er wurde nun zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. © Jörg Heckenkamp (Archiv)

Diesen Moment wird die 19-jährige Tankstellen-Kassiererin wohl nie vergessen: Vor knapp sechs Monaten wurde sie während der Arbeit überfallen. Danach hatte sie wochenlang keine Spätschicht mehr machen können. Selbst im Prozess waren ihr die Tränen noch einmal in die Augen geschossen.

Helm und Sonnebrille verdeckten sein Gesicht

Es war der 2. Mai 2018, kurz vor 21 Uhr. Der Angeklagte kam mit einem Cross-Motorrad zur Westfalen-Tankstelle an der Steinfurter Straße. Er tankte für 10 Euro, doch das war nur zur Ablenkung. Als er den Kassenraum betrat, trug er noch immer seinen Helm, hatte außerdem eine dunkle Sonnenbrille aufgesetzt. Als er vor der 19-Jährigen stand, zog er eine Pistole.

„Hol das Geld raus. Nur die Scheine.“ Diese Sätze soll er der Kassiererin damals zugeraunt haben. Dann zog er auch noch den Schlitten seiner Waffe zurück, um zu zeigen, dass auch wirklich eine Patrone im Lauf ist. „Er wollte der Frau klarmachen, dass er bereit ist zu schießen“, so Richter Werner Richter bei der Urteilsbegründung der 9. Strafkammer des Landgerichts Münster.

Junge Kassiererin „hatte Todesangst“

Dass zu diesem Zeitpunkt bereits andere Kunden den Kassenraum betreten hatten, brachte den Angeklagten nicht aus der Fassung. Er blieb ganz ruhig, zeigte keinerlei Panik. Anders die Kassiererin. „Sie hatte Todesangst“, so Richter. Die Beute belief sich am Ende auf 500 Euro.

Der Angeklagte hatte die Tage vor dem Überfall mit Freunden verbracht. Es wurde getrunken, Drogen machten die Runde. Im Prozess war von Amphetamin, Ecstasy und Marihuana die Rede. Als schließlich kaum noch Geld da war, soll sich der 24-Jährige kurzerhand entschlossen haben, einen Überfall zu begehen.

Umfassendes Geständnis

Er steckte eine Pistole ein, setzte sich auf sein Motorrad, das weder angemeldet noch versichert war, und fuhr los. Doch der Start verlief alles andere als glatt. Der Ascheberger kam von der Straße ab und landete im Graben. Weil er dort nicht mehr alleine herauskam, kamen einige der Nachbarn zu Hilfe. Sie schoben das Motorrad sogar an, bis es wieder fuhr. Die Nachbarn und Helfer waren es später auch, die bei der Suche nach dem Täter entscheidende Hinweise geben konnten.

Im Prozess hatte der Angeklagte ein umfassendes Geständnis abgelegt. Die Hoffnung auf eine Verurteilung von rund drei Jahren Haft erfüllte sich jedoch nicht. Die Richter hatten sogar über eine noch härtere Verurteilung nachgedacht, beließen es am Ende aber bei der Strafe, die auch die Staatsanwaltschaft gefordert hatte.

Geschlossene Therapie-Einrichtung

Einen Teil der Haft muss der Angeklagte wegen seines massiven Drogenkonsums in einer geschlossenen Therapie-Einrichtung verbringen. Diese Chance will der 24-Jährige nun auch nutzen. Das hatte er im Prozess selbst erklärt.

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