Produkte aus dem Sortiment geschmissen: Das hat sich seit der Neueröffnung bei Lotto Närdemann getan

dzLottoladen an der Südstraße

Einzelne Produkte musste Diana Närdemann (41) seit der Neueröffnung ihres Lottoladens an der Südstraße aus dem Sortiment schmeißen. Andere sind hinzugekommen. Närdemann will mehr sein als nur Lottofee.

Herbern

, 01.08.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Juli 2018 hat Diana Närdemann den Lottoladen an der Südstraße übernommen. Ein einfaches Pflaster ist Herbern nicht, die 41-Jährige aber resümiert nach einem Jahr als Ladeninhaberin im Ort: „Ich bin wohl zufrieden, würde mir aber wünschen, dass bei einzelnen Produkten noch ein bisschen was passiert.“

Passiert ist im Warensortiment im ersten Jahr nach der Übernahme schon etwas. Die Kunden, die an diesem Donnerstagmorgen (1. August) durch die Tür kommen, wollen aber vor allem eines: einen Lottoschein oder eine Packung Zigaretten. Die sorgfältig aufgereihte Edel-Schokolade ignorieren die meisten – „es wäre toll, wenn die Kunden dieses Angebot noch mehr annehmen würden“, sagt Närdemann. Dass eben doch noch ein bisschen was passiert fernab von Tabak und Glücksspiel.

Produkte aus dem Sortiment geschmissen: Das hat sich seit der Neueröffnung bei Lotto Närdemann getan

Diana Närdemann zieht nach einem Jahr Bilanz. © Claudia Hurek

Die feinen Schokotäfelchen nahm Närdemann bei der Neueröffnung im Juli vergangenen Jahres direkt auf in ihr Sortiment. Weiße Schokolade mit Lakritz und salziges Karamell ist vielleicht nichts für die heißen Tage, aber aufs Jahr gesehen ein nettes Angebot in einem Örtchen, das mit Angeboten nicht gerade überhäuft wird.

Die bei der Renovierung eingebaute Klimaanlage sorgt nicht nur bei der Schokolade, sondern auch bei den Kunden am Donnerstagmorgen für die nötige Abkühlung.

Keine Bio-Produkte mehr – dafür Wundertüten

Die Bio-Produkte, die die Ladeninhaberin vor dreizehn Monaten ebenfalls angeboten hat, sieht man nicht mehr in den Räumen an der Südstraße. „Mit den Bio-Produkten bin ich auf die Nase gefallen“, gibt Närdemann offen zu. „Wir hatten einen Ausverkauf beim Frühlingsfest, aber auch das hat nicht geklappt.“

Statt den Bio-Produkten gibt es nun Wundertüten von Wunderle. In den Wundertüten für den Geburtstag, die Hochzeit oder die Einschulung sind nicht etwa Süßigkeiten, sondern kleine Überraschungen enthalten; der Inhalt variiert.

Die Geschenkartikel werden zum Großteil in Werkstätten für Menschen mit Behinderung und in kleinen, unabhängigen Manufakturen gefertigt. Diese Art von sozialem Engagement habe Diana Närdemann in ihren Lottoladen integrieren wollen.

Produkte aus dem Sortiment geschmissen: Das hat sich seit der Neueröffnung bei Lotto Närdemann getan

Die Wundertüten von Wunderle finden Kunden seit einigen Wochen in den Regalen. © Vanessa Trinkwald

Eine Kundin greift tatsächlich ins Regal mit den Wundertüten – und kauft obendrein noch Zigaretten. Es ist gut was los an diesem Morgen, selbstverständlich ist das nicht. „Man kann Herbern nicht planen“, sagt Närdemann. Auch nach einem Jahr nicht. „Du hast gute und schlechte Tage und wenn du denkst, du weißt, wann diese sind, kann es nächste Woche schon wieder anders aussehen.“

Zufrieden ist die 41-Jährige trotzdem. 90 bis 95 Prozent ihrer Kunden kenne sie, sagt die gebürtige Herbernerin. Und das Schöne sei: Mittlerweile kämen auch welche aus der Umgebung. „Letztens kam jemand aus Capelle, das hat mich besonders gefreut.“ So kann es weitergehen.

Lesen Sie jetzt