Stellen-Ausschreibung der Gemeinde Ascheberg für männlich, weiblich, divers

dzDrittes Geschlecht

In Stellenanzeigen ist zu lesen: m/w/d; männlich, weiblich, divers. Seit Ende 2018 ist es möglich, sein Geschlecht auf „divers“ im Personenregister zu ändern. Wie geht die Gemeinde damit um?

Ascheberg

, 04.08.2019, 15:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Gemeinde Ascheberg hat am Samstag, 3. August 2019, eine Stellenausschreibung veröffentlicht. Selbstverständlich nach dem seit Anfang 2019 üblichen Muster der geschlechtsneutralen Fassung m/w/d. Also: männlich/weiblich/divers.

Bewerber kann dem dritten Geschlecht angehören

Der Bewerber kann demnach männlichen, weiblichen oder diversen Geschlechts sein. Aber was bedeutet das eigentlich? Seit dem 22. Dezember 2018 ist es möglich, sein Geschlecht als „divers“ in das amtliche Melderegister eintragen zu lassen. Diverse Menschen werden aus körperlichen oder hormonellen Gründen nicht dem männlichen oder weiblichen Geschlecht zugeordnet. Sie sehen sich selbst als Vertreter eines dritten Geschlechtes.

Stellen-Ausschreibung der Gemeinde Ascheberg für männlich, weiblich, divers

Auf dem Banner der «dritten Option» sind drei Möglichkeiten für die Geschlechter zu sehen. © picture alliance / dpa

In Fällen, in denen die Betroffenen die Geschlechtsveränderungen durch Hormoneinnahme selber herbeiführen, kann das Geschlecht nicht geändert werden. Sprich: Intersexualität (drittes Geschlecht) hat nichts mit Transgendern zu tun.

Und was ist mit Anträge auf Änderungen im Melderegister der Gemeinde Ascheberg? „Uns liegt noch kein derartiger Fall vor“, sagt Simone Böhnisch, Sprecherin der Gemeindeverwaltung, auf Anfrage der Redaktion. Die kleine Gemeinde Ascheberg sei kein Geburtenstandort, daher würde ein Geburtenregister nicht geführt. Offensichtlich schlagen die Uhren in der münsterländischen Drei-Dorf-Gemeinde anders als in Ballungszentren.

Allerdings ist die Nachfrage nach derartigen Eintragungen im Melderegister insgesamt gering. In Nordrhein-Westfalen meldeten sich in der ersten Hälfte des Jahres bisher 27 Menschen als „divers“. In Dortmund waren es bis zu dem Zeitpunkt sechs.

Eine Anfrage zum Thema „drittes Geschlecht“ in Nachbarstadt

In der Nachbarstadt Werne gibt es zumindest eine Anfrage zu dem Thema, wie Katrin Hebgen (41) vom Werner Standesamt bestätigt: „Wir haben bisher eine Anfrage einer interessierten Person dazu, wie das zu handhaben ist.“ Klar sei schon mal: „Es ist eine persönliche Vorsprache bei uns nötig, um solch einen Antrag zu stellen.“

Facharzt-Attest ist Voraussetzung zur Änderung

Voraussetzung, um eine Änderung des Geschlechtes im Geburtenregister von männlich oder weiblich auf „divers“ vorzunehmen, ist laut Hebgen ein aussagekräftiges, ärztliches Attest. Das muss bescheinigen, dass es sich bei der Person um eine Variante der bisher gängigen zwei Geschlechter handelt: eben divers.

Die Formulierung etwa in Stellenausschreibungen geht auf das Allgemeine Gleichstellungs-Gesetz zurück, das Benachteiligungen aufgrund einer Geschlechtszugehörigkeit verbietet.

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