Nur noch am Siepen? Experte schlägt vor, das Stadion an der Werner Straße aufzugeben

Außensportanlagen in Herbern

Das Stadion an der Werner Straße kann weg, sagt ein Sportstätten-Experte. Der Siepen reicht, könnte erweitert werden. Anfang der 90er-Jahre scheiterte die Idee. Gibt’s einen neuen Anlauf?

Herbern

, 19.06.2019, 15:54 Uhr / Lesedauer: 2 min
Nur noch am Siepen? Experte schlägt vor, das Stadion an der Werner Straße aufzugeben

Der Rasen-Sportplatz vom SV Herbern an der Werner Straße. © Mario Bartlewski

Das Thema ist nicht ganz neu, die Diskussion aber könnte wieder aufflammen. Kann das Stadion an der Werner Straße weg? Braucht Herbern wirklich zwei Außensportanlagen oder reicht die am Siepenweg?

Prof. Horst Hübner von der Bergischen Universität Wuppertal hat diesbezüglich eine klare Meinung. Der Spezialist für Sportstätten-Entwicklungspläne hat am Dienstagabend (18. Juni) im Sportausschuss das Sportstättenkonzept für die Gemeinde Ascheberg vorgestellt. Ein Konzept, das alle Sportstätten und alle Vereine berücksichtigt.

Sportanlagen konzentrieren

Hübner schlägt vor, die Sportanlagen zu konzentrieren. Sowohl in Ascheberg (weg mit dem Sportplatz Herberner Straße und Erweiterung des Sportzentrums an der Nordkirchener Straße) als auch in Herbern: Ausbau des Sportzentrums Siepen bei gleichzeitiger Aufgabe des Stadions an der Werner Straße.

Hübner sieht darin eine Chance zur weiteren Profilierung als generationsübergreifende Sportanlage. Fakt ist: Die Entscheidung liegt nicht bei ihm und auch nicht bei der Gemeinde, sondern beim SV Herbern. Maria Schulte-Loh (CDU) regte zudem an, in Herbern ein Meinungsspektrum der Bevölkerung einzuholen, um nicht über Köpfe hinwegzuentscheiden.

Frühere Pläne scheiterten an der Lärmschutzwand

Eine alte Diskussion könnte mit diesem Vorschlag aufflammen. Denn die Idee, den Standort Werner Straße aufzugeben, hatte man bereits Anfang der 90er-Jahre.

Josef Reher (CDU) erinnerte am Dienstagabend daran, dass die Pläne, das Sportzentrum am Siepen in dem Zusammenhang zu erweitern, damals aus Lärmschutzgründen gescheitert waren. Aktuell, sagte Reher am Mittwoch (19. Juni) im Gespräch mit unserer Redaktion, sehe er in Herbern keinen großen Handlungsdruck.

Konsens: In Herbern könnte es schwierig werden

Ende 2017 war die CDU nicht angetan von der Erstellung eines solchen Konzeptes. Man wolle kein 180-Seiten-Konzept eines externen Beraters, in dem am Ende womöglich die Schließung von Sportstätten stünden, hieß es damals. Solange man nicht wisse, was die Vereine wollen, mache es keinen Sinn, für ein solches Konzept Geld auszugeben.

Geld ausgegeben hat die Gemeinde nun. Gespräche mit Vereinen wurden geführt. Am Ende stand am Dienstagabend der Vorschlag im Raum, Sportstätten zu schließen – und auch der Gedanke, dass es schwierig werden könnte, den SVH zu überzeugen.

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