Bis Mitte Dezember sollen die Impfzentren in NRW feststehen. Die Verantwortlichen wissen allerdings nicht, wie viele Menschen sich impfen lassen wollen. © picture-alliance/ dpa
Corona-Pandemie

Schwierige Suche: Kreis Coesfeld hat noch keinen Ort für Impfzentrum

Die Zeit drängt: Bis zum 15. Dezember sollen die Orte für die Impfzentren feststehen. Der Kreis Coesfeld kann noch keine Stadt nennen. Andere Kreise und Städte der Region sind schon weiter.

Knapp 220.000 Menschen leben in den elf Städten und Gemeinden des Kreises Coesfeld. So gut die Infrastruktur auch in den Orten ausgebaut ist, im Kreis Coesfeld gibt es keine so große Einrichtung wie einen Flughafen. Kein Wunder, dass der Kreis Steinfurt den Flughafen Münster/Osnabrück (FMO) als Impfzentrum auserkoren hat. Auch die Metropole Münster hat es relativ leicht, sie will das Impfzentrum in der Halle Münsterland einrichten.

Die Kreisverwaltung des Kreises Coesfeld hat nach Auskunft ihrer Pressestelle eine interne Arbeitsgruppe gebildet, um die Frage des Impfzentrums zu klären. „Wir suchen nach der besten Lösung. Das ist im ländlichen Raum nicht ganz leicht“, heißt es aus der Pressestelle des Kreises. Dass eine Entscheidung für einen Ort öffentliche Diskussionen nach sich ziehen kann, wird gerade im Nachbarkreis Warendorf deutlich.

Rotes Kreuz im Kreis Coesfeld bietet Unterstützung an

Hier hatte sich recht schnell der Ahlener Bürgermeister Dr. Alexander Berger positioniert. Aus seiner Sicht biete seine Stadt die besten Voraussetzungen für ein Impfzentrum. Die Beckumer CDU hingegen favorisiert ein leer stehendes Möbelhaus in ihrer Stadt in der Nähe zur Autobahnauffahrt. Auf Wunsch der Freien Wähler soll der Kreis jetzt prüfen, ob das Land überhaupt zwei Impfzentren genehmigen würde. Soweit sind die Kreise Borken und Coesfeld aktuell noch nicht. In beiden Kreisen sind noch keine Örtlichkeiten in der öffentlichen Diskussion.

Allerdings gibt es im Kreis Coesfeld das Angebot des DRK (Deutsches Rotes Kreuz) bei der Logistik eines Impfzentrums mitzuwirken. DRK-Vorstand Christoph Schlütermann, gleichzeitig Mitglied des Krisenstabes beim Kreis, verweist im Gespräch mit dieser Redaktion auf die Erfahrung des DRK bei Massenimpfungen. Er sieht keine Alternative zu großen Impfzentren, vor allem auch deshalb, weil der Corona-Impfstoff von Biontech bei minus70 Grad gekühlt werden muss. Das sei in Arztpraxen so nicht ohne weiteres möglich.

Christoph Schlütermann geht von längerem Impfzeitraum aus

„Beim Betrieb eines Impfzentrums ist die Logistik entscheidend“, so DRK-Vorstand Christoph Schlütermann. Er geht davon aus, dass auch das Impfzentrum im Kreis Coesfeld „mehrere Monate betrieben werden muss.“ Das sei mit ausschließlich ehrenamtlichen Kräften nicht zu stemmen.

Angesichts dieser Rahmenbedingungen ist nachvollziehbar, warum der Kreis Coesfeld bislang noch keinen öffentlichen Vorschlag für das Impfzentrum unterbreitet hat. Ein Blick auf die Karte des Kreises gibt allerdings einen wichtigen Hinweis. Die Stadt Dülmen liegt in der Mitte – und wäre damit für alle Impfwilligen gut zu erreichen.

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Redaktion Selm
Journalist aus Leidenschaft, Familienmensch aus Überzeugung, Fan der Region. Als Schüler 1976 den ersten Text für die Ruhr Nachrichten geschrieben. Später als Redakteur Pendler zwischen Münsterland und Ruhrgebiet. Ohne das Ziel der Arbeit zu verändern: Die Menschen durch den Tag begleiten - aktuell und hintergründig, informativ und überraschend. Online und in der Zeitung.
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Thomas Aschwer

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