RP-Besuch: Dissenz beim Thema Schule

ASCHEBERG Der Regierungspräsident im Regierungsbezirk Münster, Dr. Peter Paziorek, kam am Donnerstag zu einem Informationsgespräch mit dem Verwaltungsvorstand und den Fraktionsvorsitzenden im Rathaus Ascheberg zusammen. Dabei herrschte nicht immer nur Einigkeit - besonders in der Schulpolitik.

von Von Daniel Rustemeyer

, 03.07.2008, 15:48 Uhr / Lesedauer: 2 min
Regierungspräsident Dr. Peter Paziorek (3.v.l.) kam am Donnerstag zu einem Informationsgespräch mit dem Verwaltungsvorstand und den Fraktionsvorsitzenden ins Ascheberger Rathaus.

Regierungspräsident Dr. Peter Paziorek (3.v.l.) kam am Donnerstag zu einem Informationsgespräch mit dem Verwaltungsvorstand und den Fraktionsvorsitzenden ins Ascheberger Rathaus.

Für den Regierungspräsidenten ist es bereits der zweite Besuch binnen 14 Tagen in der Gemeinde. Vor exakt zwei Wochen hielt Dr. Peter Paziorek einen Festvortrag im Rahmen der Vertreterversammlung der Volksbank Ascheberg-Herbern eG.

Am Donnerstagmorgen standen jedoch ganz andere, vielseitige und zukunftsorientierte Themen auf der Tagesordnung. Nämlich: Die Schulentwicklungsplanung in der Gemeinde, den zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke Münster-Dortmund, die Trinkwasserversorgung, die Ortsumgehung Ottmarsbocholt, die Regionalplanung sowie das Thema Gewerbeflächen in der Gemeinde.

„Wir haben heute die Interessen des Münsterlandes und die der Gemeinde Ascheberg vertreten“, erklärte der Regierungspräsident und führte weiter aus: „Ich bin sehr froh über die Entwicklung in der hiesigen Gemeinde – hier wurde etwas auf den Weg gebracht!“.

Einigkeit beim Bahn-Ausbau

In vielen Punkten sahen sich die Anwesenden auf einer Seite mit der Bezirksregierung – der Konsens war eindeutig zu erkennen. So war man sich u.a. in dem Punkt einig, dass der zweigleisige Ausbau der Bahnstrecke Münster-Dortmund (mit Ascheberg als Haltepunkt) eine große Chance für die Region sei.

Auch beim Thema „Gewerbeflächen“ verstanden sich alle Parteien hinsichtlich einer dauerhaften Ansiedlung innerhalb der Gemeinde. Doch wo Konsens herrscht, gibt es meist auch einen Gegenpart: den Dissens. So kam es auch an jenem Morgen zu einem Mangel an Einigung bei dem Thema „Schulentwicklungsplanung“.

RP: "Haupt- und Realschule zusammenlegen"

Während die heimische Politik eine allgemeine Sekundarschule bis zur Klasse 10 favorisiert (wir berichteten) plädiert der Regierungspräsident auf eine Zusammenlegung von Haupt- und Realschule nach Paragraph 8, Schulgesetz, um die Absicherung vor Ort zu gewährleisten und zitiert: „Bis 2010 wird die Landesregierung einen solchen Modellversuch nicht genehmigen!“.

Zwischen Gemeinde und Bezirksregierung war demnach keine Übereinkunft festzustellen. Da die Gemeinde den Wegfall des Standbeins Hauptschule im ländlichen Bereich fürchtet, scheint es derweil nur Hoffnungen für die Zeit nach 2010 zu geben.

Der Besuch des Regierungspräsidenten in Ascheberg wurde u.a. mit einer Besichtigung der Firma Klaas, einem Besuch auf Schloss Westerwinkel und mit einer Besichtigung St. Benedikt-Kirche in Herbern abgeschlossen.

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