Die Gastronomie wird sich wohl wieder auf Schließungen einstellen müssen. © dpa
Infektionszahlen

Rasanter Corona-Anstieg in Deutschland verschont Ascheberg nicht

Seit zehn Tagen nimmt die Entwicklung der Corona-Pandemie in der Gemeinde Ascheberg an Fahrt auf. In einem wichtigen Messwert übertrifft die Gemeinde den Kreis um das Doppelte.

Seit dem Herbst steigt die Zahl der bestätigten Coronainfektionen in Deutschland rapide an. Ende September warnte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) noch vor 19.000 Neuinfektionen pro Tag an Weihnachten, wenn es so weiter gehe wie bisher.

Bereits am Mittwoch (28. Oktober) meldete das Robert-Koch-Institut etwa 15.000 Neuinfektionen in ganz Deutschland. Die Entwicklung ist also schneller als befürchtet. Auch in Ascheberg ist die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen zehn Tagen rasant gestiegen.

Schnelle Entwicklung

Der letzte Tag, an dem die Behörden des Kreises Coesfeld für Ascheberg keine Neuinfektion meldeten, war der 16. Oktober. Fünf Personen galten damals als aktiv infiziert. Seit dem 1. Oktober hielt sich ein relatives geringes Niveau von etwa zwei bis fünf aktiven Fällen.

Seitdem hat sich viel getan, das Infektionsgeschehen hat rasant angezogen. In der vergangenen Woche wurden dreimal hintereinander vier oder mehr Fälle gemeldet. Seit dem vergangenen Montag, 19. Oktober, hat sich die Zahl der aktiven Fälle auf 22 fast vervierfacht. Während der Coronapandemie haben die Behörden insgesamt 80 Fälle in Ascheberg registriert. 58 Personen gelten als wieder genesen.

Ascheberg stark betroffen

Diese Zahlen mögen niedrig erscheinen, allerdings haben Ascheberg, Herbern und Davensberg zusammen nur eine Einwohnerzahl von 15.534.

Die 7-Tages-Inzidenz des Robert-Koch-Instituts ist ein guter Indikator für die Schwere des Coronageschehens in einer Gemeinde. In der Gemeinde Ascheberg liegt die Kennzahl nach eigenen Berechnungen am Mittwoch (28. Oktober) bei 115,9 und ist damit fast doppelt so hoch wie die des Kreises Coesfeld. Das Robert-Koch-Institut beziffert die 7-Tages-Inzidenz des Kreises Coesfeld am gleichen Tag mit 60,7.

Neue Coronaregeln von ganz oben

Ob die Zahlen in Ascheberg wieder sinken werden, wird man erst in der Zukunft sehen. Sicher aber ist, dass es neue Maßnahmen von ganz oben geben wird.

Bundeskanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten haben am Mittwoch einen zweiten Lockdown ab dem 2. November beschlossen.

So wollen Bund und Länder Veranstaltungen, die der Unterhaltung und der Freizeit dienen, im November deutschlandweit weitgehend untersagen. In der Öffentlichkeit sollen sich nur noch maximal zehn Personen aus zwei Haushalten treffen dürfen.

Die Gastronomie muss wieder schließen, erlaubt sind Lieferung und Abholung von Speisen. Schulen und Kindergärten sollen geöffnet bleiben, ebenso wie Friseure und Geschäfte. Amateur- und Freizeitsport wird untersagt, im Profifußball gibt es nur noch Geisterspiele.

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