Profilschule Ascheberg: Gemeinde stellt Pläne für Groß-Projekt vor

dzSchulen in Ascheberg

Die Profilschule in Ascheberg soll größer werden, damit alle Schüler aus Herbern und Ascheberg an einem Standort unterrichtet werden können. Die Pläne dafür hat die Gemeinde Ascheberg vorgestellt.

Ascheberg, Herbern

, 07.08.2020, 09:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Noch werden in der Gemeinde Ascheberg die Profilschüler der Jahrgänge 5 bis 8 am Standort Ascheberg unterrichtet, die Jahrgänge 9 und 10 in Herbern. Das soll sich bald ändern. Denn die Gemeinde will die Raumkapazität am Standort Ascheberg durch einen zusätzlichen Neubau erweitern. „Es sollen alle zusammen an einem Campus unterrichtet werden“, erklärt die Sprecherin der Gemeinde, Simone Böhnisch.

Mittels Glasbrücken schließt der Neubau dann an die bereits bestehenden Häuser 1 (links) und 2 (rechts), die zwischen 1963 und 1971 entstanden sind, an. Diese sollen im Rahmen der Arbeiten ebenfalls erweitert, umgebaut und saniert werden.

In dem mindestens 1750 Quadratmeter großen Neubau sollen nach Fertigstellung links vom Eingang Musikräume, eine Spieltreppe und eine Galerie Platz finden, rechts vom Eingang der naturwissenschaftliche Bereich und Lehrerzimmer. Darüber hinaus soll die Verwaltung im gesamten Neubau verteilt untergebracht werden. Auch die Ganztagsbetreuung soll im Neubau Platz finden. Im Brückenteil rechts vom Eingang in den Neubau soll dann künftig auch das Theather beheimatet sein.

Der Neubau der Profilschule soll unter anderem die Naturwissenschaften und die Musikräume beherbergen.

So soll der Neubau der Profilschule nach Beendigung der Arbeiten in Ascheberg aussehen. © Nils Kruse

Damit sich der neue Schulcampus einheitlich präsentiert, sollen auch die Fassaden der Gebäude angeglichen werden. „Wir haben jetzt das VgV-Verfahren abgeschlossen, als nächstes werden wir mit dem Gewinnerbüro einen Vertrag schließen“, erklärt Nils Kruse, Fachgruppenleiter im Bereich Hochbau der Gemeinde Ascheberg, den aktuellen Stand der Planungen.

In der kommenden Woche treffen sich Stadt, Bauherr und Architekturbüro zu einem ersten Termin, um noch einmal über den Vorentwurf zu sprechen und den Endentwurf abzustimmen. Dann soll auch der Bestand der Altbauten analysiert werden. „Dann sieht man, wo wir baukostentechnisch landen“, so Kruse. „Die Bestandsgebäude sind die große Unbekannte. Es ist noch unklar, wie weit wir sanieren wollen und auch, welche energetischen Ziele wir erreichen wollen.“

VGV-VERFAHREN

So hat sich die Gemeinde für ein Planungsbüro entschieden

  • Um zu entscheiden, welches Planungsbüro den Zuschlag bekommt, hat die Gemeinde ein sogenanntes VgV-Verhandlungsverfahren (Vergabeverordnung).
  • Dabei beschränkt ein Auftraggeber seine Auswahl an Dienstleistern auf die, die am geeignetsten erscheinen. Dafür müssen im Vorfeld Auswahlkriterien festgelegt und veröffentlicht werden.
  • Der Auftraggeber fordert die Dienstleister dann dazu auf, ihre Angebote einzureichen - danach geht es in die Verhandlungen mit den Dienstleistern.
  • Das VgV-Verfahren ist kostenintensiver als alternative Verfahren, weil alle drei Bewerber Pläne für den Ortskern entworfen haben, die dafür entlohnt werden.
  • Den Vorteil sieht die Gemeinde aber in der größeren Flexibilität und der Beteiligung von Politik und Öffentlichkeit.

Der Neubau allein hingegen lasse sich mittels des sogenannten Baukostenindexes „bis auf die letzte Schraube“ genau berechnen, so Kruse. Hier kalkuliert die Gemeinde mit rund 6 Millionen Euro als Reinkosten für Bau und Technik. Hinzu kommen neben den Kosten für die Bestandsgebäude die Kosten für die Planung und den sogenannten Freiraum - den Bereich um das Schulgebäude herum. Generell müsse man die Kosten im Gesamtkonzept betrachten, so Kruse: „Man will ja, dass der Schulstandort für die nächsten Jahrzehnte gesichert ist.“ Auch öffentliche Zuwendungen sollen zur Finanzierung des Projektes aus verschiedenen Töpfen beantragt werden.

Bauarbeiten sollen bis 2025/2026 dauern

Der jetzige Zeitplan sieht vor, dass der Bauantrag für das Projekt im Frühjahr 2021 eingereicht werden soll. Dann ginge es an die Ausführungsplanung und die Ausschreibungen der Leistungen. Anfang 2022 soll dann mit den Bauarbeiten begonnen werden, die Stand jetzt 2025/2026 abgeschlossen sein sollen. „Man weiß nie, was da in der Bauphase noch passiert. Corona hat ja auch keiner kommen sehen“, so Kruse.

Alles, was bei der Sanierung der Bestandsgebäude viel Krach mache, wolle man in die Sommerferien legen, um den parallel weiterlaufenden Schulbetrieb nicht zu stark zu stören. Das gehe mit Einschränkungen einher, die man aber versuche, so gering wie möglich zu halten, sagt Kruse. Der jetzige Plan sieht vor, dass nach Fertigstellung des Neubaus zunächst die Schüler im Haus 1 in den Neubau ziehen, um das Haus 1 zu sanieren. Nach Fertigstellung ziehen die Schüler zurück, bevor die Schüler aus Haus 2 in den Neubau ziehen und dieser Altbau saniert wird.

Im letzten Schritt sollen die Schüler aus Herbern nach Ascheberg geholt werden. Der Standort Profilschule Herbern soll auch langfristig gehalten werden, allerdings soll dieser dann der Mariengrundschule zugute kommen. Was dann langfristig mit dem jetzigen Gebäude der Marienschule passiert, ist aktuell noch unklar. „Da gibt es Ideen im Haus und in der Politik, was damit geschehen soll“, so Kruse.

Aus drei Planerbüros entschied sich die Gemeinde für eines

Am 27. August hatte die Gemeinde mittels VgV-Verhandlungsverfahren europaweit Architekturbüros dazu aufgefordert, ihre Teilnahme an dem Projekt zu bekunden. Neun Anträge von Architekturbüros, die an der Umsetzung des Projektes interessiert waren, waren bis Ende August 2019 bei der Gemeinde Ascheberg eingegangen. In einer nicht-öffentlichen Sitzung des Auswahlgremiums der Gemeinde am 26. Oktober vergangenen Jahres wurden dann drei Büros aus Dortmund, Stuttgart und Münster in die engere Auswahl genommen.

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Nachdem alle drei Büros bis Mitte Februar die geforderten Pläne und Unterlagen eingereicht hatten, überzeugte schlussendlich das Dortmunder Büro Lindner Lohse Architekten BDA PartG mbB das Auswahlgremium mit 499 von 500 möglichen Kriterienpunkten. Dieses besteht aus sieben stimmberechtigten Mitgliedern aus Verwaltung und Fraktion: Bürgermeister Dr. Bert Risthaus, Christian Ley (Schul- und Kulturausschuss), Wilhelm Kiffer (Bau-, Planungs- und Umweltausschuss), Maria Schulte-Loh (Rat; CDU), Ludger Wobbe (Rat; CDU), Elmar Hammwöhner (Rat; SPD) und Volker Müller-Middendorf (Rat; UWG). Hinzu kommen 13 nicht-stimmberechtigte Berater aus Schulleitungen, Verwaltung, Rat und Architektur. Am 23. Juni sprach sich der Rat der Gemeinde einstimmig (23 Ja-Stimmen) dafür aus, dem Büro den Auftrag zur Umsetzung des Projektes zu erteilen.

So sieht das Konzept für den Campus in Ascheberg aus der Vogelperspektive aus.

So sieht das Konzept für den Campus in Ascheberg aus der Vogelperspektive aus. © Nils Kruse

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