Pflegesituation in Ascheberg wird aktuell als positiv bewertet, aber Bedarf wird sich ändern

dzPflege in Ascheberg

Wie steht es um die Pflege in Ascheberg? Um das zu beantworten, wurde ein Pflegebedarfsplan für die Gemeinde aufgestellt. Die Situation stellt sich positiv dar. Das gilt aber nicht für alle Bereiche.

Ascheberg, Herbern

, 09.03.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Gesellschaft wird älter. Das gilt auch für die Gemeinde Ascheberg. Für die Gemeinde wird prognostiziert, dass die Anzahl der Über-80-Jährigen bis 2030 auf mehr als 1000 Personen ansteigen wird. Grund genug, um den Status Quo der Pflegesituation aufzuzeigen.

Der Kreis Coesfeld hat dazu die aktuelle Situation in Ascheberg in einem Pflegebedarfsplan analysiert. Die Ergebnisse stellte Thomas Stohldreier, Bereichsleiter Ordnung und Soziales, am Dienstag, 3. März, im Ausschuss für Jugend, Senioren, Soziales und Sport (JSSS) für den Arbeitskreis „Alter und Pflege“ vor.

Bedarf an Pflegeplätzen wird in Ascheberg steigen

Die aktuelle Situation stellt sich demnach positiv dar - wenn auch mit einigen Abstrichen. Und vor allem muss man vor dem Hintergrund des demografischen Wandels auch beachten, dass sich der Bedarf an Betreuungsplätzen für Pflegebedürftige erhöhen wird.

Die neuen Räume der Caritas-Tagespflege in der Appelhofstraße in Ascheberg wurden in dieser Woche eröffnet.

Die neuen Räume der Caritas-Tagespflege in der Appelhofstraße in Ascheberg wurden in dieser Woche eröffnet. © Andrea Wellerdiek (A)

„Wir waren erstaunt, dass es insgesamt zehn Pflegedienste in der Gemeinde gibt. Und diese sind ausgelastet“, sagt Gisela Lamkowsky, Ausschussvorsitzende. Demnach könne man den Bedarf aktuell bedienen. Wer einen Platz haben möchte, bekommt ihn auch sofort. Es gebe anders als in anderen Orten keine Warteliste auf einen Platz in einer Pflegeeinrichtung, berichtet Lamkowsky.

Neue Betreuungsplätze entstehen

Auch perspektivisch sehen sich die Verantwortlichen auf einem guten Weg. Denn mit dem Neubau des Altenheims St. Lambertus in Ascheberg, dem Umbau des einstigen Modehauses Menninghaus in Wohnungen für Pflegebedürftige in Herbern oder dem Neubau der Caritas-Tagespflegeeinrichtung in Ascheberg werden weitere Betreuungsplätze für Pflegebedürftige geschaffen.

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In der neuen Einrichtung der Caritas in der Appelhofstraße, die in dieser Woche eröffnet wurde, können ab sofort 15 Gäste betreut werden - das sind drei mehr als in der ehemaligen Einrichtung an der Bultenstraße. Und da es sich hierbei um ein Tagespflege-Angebot handelt, erreicht man mehr Personen als Plätze vorhanden sind, erklärt Lamkowsky.

Kritische Situation in der Kurzzeitpflege

Kritisch hingegen sahen die Ausschussmitglieder die aktuelle Situation in der Kurzzeitpflege. Man sei besorgt, weil es hier zu wenig Plätze geben würde. In der Diskussion wurde Kritik an der Bundespolitik laut, so Lamkowsky. Denn diese Plätze würden weniger vom Bund gefördert, sodass die Investition in solche Pflegeplätze generell unattraktiver sei.

In der Kurzzeitpflege geht es vor allem darum, Pflegebedürftige für einen begrenzten Zeitraum etwa von einer Woche bis zu vier Wochen zu betreuen. Solche Plätze kämen etwa in Frage, wenn die pflegebedürftige Person erkrankt ist oder sie nicht zuhause betreut werden kann, weil die Angehörigen etwa vereist sind.

Aufsuchende Pflegeberatung wird fokussiert

Die meisten älteren Menschen wünschen sich, möglichst lange in gewohnter Umgebung zu leben. Doch um sie frühzeitig über Wohn- und Pflegemöglichkeiten vor Ort zu informieren, wurde der Wunsch nach einer aufsuchenden Pflegeberatung laut. Einen entsprechenden Antrag der CDU-Fraktion haben die Ausschussmitglieder beraten. Insgesamt wurde dieser als positiv bewertet. Einstimmig sind die Anwesenden dem Beschlussvorschlag nachgekommen.

Damit wird die Gemeindeverwaltung damit beauftragt, über ein entsprechendes Angebot mit dem Kreis Coesfeld zu sprechen und mögliche Angebote in der nächsten Ausschusssitzung vorzustellen. „Es geht vor allem darum, ein niederschwelliges Angebot für Senioren und Angehörige zu schaffen“, erklärt Gisela Lamkowsky.

Als Vorbild dient der Kreis Warendorf, der ein aufsuchendes Beratungsangebot ab 75 Jahren eingeführt hat. Unter dem Namen „Besser jetzt - gut beraten ins Alter“ werden Senioren darüber informiert, dass die Pflege- und Wohnberatung einen Hausbesuch anbietet, um etwa über die Wohnsituation zu beraten.

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