Tödlicher Motorradunfall in Ascheberg: Anklage gegen Opelfahrer und Autoverkäufer

dzSteinfurter Straße

Ein Motorradfahrer (20) aus Belgien starb am 7. April auf der Steinfurter Straße. Zwei Wochen danach geht es um zwei Anklagen und eine Frage, die vielleicht nie beantwortet werden wird.

Ascheberg

, 25.04.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie schnell war der Motorradfahrer? Diese Frage kann der in die Ursachenermittlung eingebundene Gutachter auch zweieinhalb Wochen nach dem Unglück auf der Steinfurter Straße nicht beantworten.

Erlaubt sind an dieser Stelle 70 km/h. Ob sich der Motorradfahrer an die Geschwindigkeitsbegrenzung gehalten oder ob er Gas gegeben hat, als er den Opel auf der Bundesstraße überholen wollte, ist offen.

„Das ist sehr schwer festzustellen“, sagte am Mittwoch (24. April) Bjoern Korte aus der Pressestelle der Kreispolizeibehörde Coesfeld. Vielleicht wird die Frage nie eindeutig geklärt werden können. Für eines der beiden anstehenden Verfahren könnte sie dennoch von Bedeutung sein.

Anklage gegen Opel-Fahrer und Autoverkäufer

Angeklagt wird zum einen der 64-jährige Autofahrer aus Hamm. Er hatte das Motorrad mit einem zum Verkauf stehenden, aber nicht angemeldeten Opel gerammt, als er von der Steinfurter Straße auf einen Parkplatz abbiegen wollte.

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Auch der Verkäufer des Wagens muss sich auf ein Verfahren einstellen. Er hat den Parkplatz, auf dessen Höhe sich das Unglück ereignete, für den An- und Verkauf von Autos angemietet.

Vorfahrt missachtet

Den Opel-Fahrer erwartet eine Anklage wegen fahrlässiger Tötung. Der Vorwurf: Er habe beim Abbiegen auf den Parkplatz fahrlässig gehandelt, habe nicht oder zumindest nicht ausreichend darauf geachtet, ob ihn zu diesem Zeitpunkt ein anderes Fahrzeug überholt. „Er hat die Vorfahrt missachtet“, sagt Polizeisprecher Bjoern Korte.

Auch beim Abbiegen vom Parkplatz auf die Steinfurter Straße, auf der er laut Polizei gerade einmal 30 bis 40 Meter unterwegs gewesen war, hätte er die Vorfahrt des Motorradfahrers beachten müssen.

Verstoß gegen das Pflichtversicherungsgesetz

Die Frage hier: Hat er den Motorradfahrer zu diesem Zeitpunkt bereits gesehen oder kam dieser später mit überhöhter Geschwindigkeit angerauscht? Zum jetzigen Zeitpunkt bleibt die Frage offen.

Der Autoverkäufer muss sich wegen des Verstoßes gegen das Pflichtversicherungsgesetz verantworten. Der spätere Unfallwagen war nicht angemeldet, hätte auf der Steinfurter Straße und laut Polizei auch auf dem Parkplatz gar nicht bewegt werden dürfen.

Die Ermittlungen dauern an.

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