Mann aus Ascheberg (59) soll vier Kinder seiner Familie missbraucht haben

dzProzessauftakt in Münster

Ein 59-jähriger Mann aus Ascheberg soll vier Kinder sexuell missbraucht haben. Es handelt sich um seine „Stiefenkel“. Sein Verteidiger kündigt ein Geständnis an.

Ascheberg

, 04.05.2020, 16:08 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vor dem Landgericht Münster hat am Montag der Missbrauchsprozess gegen einen 59-jährigen Mann aus Ascheberg begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten sexuelle Übergriffe auf insgesamt vier Kinder vor. Bei allen soll es sich um die Enkel seiner Ehefrau handeln.

Mutmaßliche Opfer sind Stiefenkel

Als die Verhandlung aufgerufen wurde, betrat der 59-Jährige den Sitzungssaal mit einer Gesichtsmaske. Diese wolle er auch während der gesamten Verhandlung aufbehalten, teilte er den Richtern mit. Wegen einer Vorerkrankung zähle er zur Corona-Risikogruppe. Die Vorsitzende Cornelia Oen gestattete dies - vorerst. „Wenn Sie sich entschließen, hier auszusagen, machen Sie das aber bitte ohne Maske“, sagte sie.

Tatsächlich wird es Mitte Mai wohl zu einer Aussage des Angeklagten kommen. Das ist das Ergebnis einer längeren Beratungspause des Aschebergers mit seinen beiden Verteidigern Winfried Rath und Andreas Tinkl. Die Zeit bis dahin wollen die Anwälte und der Angeklagte nutzen, jeden einzelnen Tatvorwurf so genau wie möglich durchzusprechen, um dann eine Gesamterklärung abgeben zu können. Verteidiger Tinkl kündigte an: „Dabei wird es sich um eine weitgehend geständige Einlassung handeln.“

Geständnis angekündigt

Laut Staatsanwalt hat der Ascheberger die vier Stiefenkel in den Jahren 2016 bis 2016 in mehr als 30 Fällen sexuell missbraucht. Die Kinder übernachteten angeblich mindestens einmal pro Monat bei dem 59-Jährigen und ihrer Großmutter. Dabei soll es zu den Übergriffen gekommen sein - im Schlafzimmer, Wohnzimmer und auch beim gemeinsamen Baden.

Richterin Oen redete dem Angeklagten unmittelbar nach der Verlesung der Anklageschrift ins Gewissen. Wenn an den Vorwürfen etwas dran sei, solle er unbedingt über ein Geständnis nachdenken. Denn das könne bei der Höhe der Strafe massiv für den Angeklagten gewertet werden. „Wenn wir die Kinder als Zeugen vernehmen müssen, ist das für alle Beteiligten eine schwierige Sache“, sagte die Vorsitzende.

Kinder leiden bis heute

Diese Worte fielen offenbar auf fruchtbaren Boden. „Mein Mandant möchte aussagen und gestehen, um den Kindern eine Aussage zu ersparen“, sagte Rechtsanwalt Tinkl. Der Ascheberger wisse, dass vor allem eines der Mädchen ganz besonders schwer unter den Vorkommnissen leide. Dieses Leid wolle er jetzt nicht auch noch vergrößern.

Ob der 59-Jährige es jedoch schafft, damit in den Bereich einer Strafe vorzudringen, die noch zur Bewährung ausgesetzt werden kann, ist unsicher. „Die Vorwürfe sind wirklich krass“, sagte die Kammervorsitzende am Montag. Sie könne da nichts versprechen.

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt