Ständiges Hin und Her rund um die Impfung in der Caritas-Tagespflege in Ascheberg. Nun ruderte das zuständige Ministerium zurück und gab bekannt, dass nun doch Impfungen in Tagespflegeeinrichtungen möglich sind. © dpa
Impfungen in Pflegeeinrichtung

Ministerium rudert zurück: Nun doch Impfung in Tagespflege in Ascheberg möglich

Ewiges Hin und Her: Die Gäste der Caritas-Tagespflege in Ascheberg werden nun doch geimpft. Erst wurde der Termin vom Ministerium abgesagt. Nun ist das Impfen doch erlaubt. Erst ist das Personal dran.

Erst Termin-Verschiebung, dann Absage und nun doch wieder ein neuer Termin: Ein ständiges Hin und Her liegt hinter den Verantwortlichen und Gästen der Caritas-Tagespflege in Ascheberg. Nachdem das Gesundheitsministerium NRW erst kurzfristig kurz vor dem eigentlichen Termin in Ascheberg Impfungen in Tagespflegen aufgrund der Knappheit des Impfstoffes untersagt hatte, rudert man in Düsseldorf nun wieder zurück.

Auf Drängen etwa von Dr. Christian Schulze Pellengahr, Landrat des Kreises Coesfeld, hieß es am Donnerstagabend (11. Februar) nun: Das Impfen in teilstationären Einrichtungen und Tagespflegen ist doch möglich. Denn der Personenkreis gehört der höchsten Prioritätsstufe an, heißt es weiter.

Teils schwieriger Weg zum Impfzentrum entfällt

Das sorgt auch für Erleichterung in der Tagespflege in Ascheberg, wie Einrichtungsleiterin Bianca Becks-Maier erklärt. So müssen sich die Angehörigen von Tagesgästen nicht selbst um Termine im Impfzentrum in Dülmen kümmern. Vor allem für Tagesgäste, die etwa auf einen Rollstuhl angewiesen sind, würde dies auch eine große, logistische Herausforderung bedeuten, so Becks-Maier.

Und für Tagesgäste, die an Demenz leiden, sei es umso wichtiger, dass sie in gewohnter Umgebung geimpft werden können. Wann es aber einen neuen Termin in der Caritas-Tagespflege geben wird, hängt von der Verfügbarkeit des Impfstoffes ab.

Laut dem zuständigen Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW soll es Impfungen in Tagespflegen nach dem Abschluss der Impfungen in Altenheimen und stationären Pflegeeinrichtungen geben. Von Mitte Februar, so Bianca Becks-Maier, sei die Rede. Sie wolle aber noch keinen Termin für die Impfung in ihrer Einrichtung verkünden, solange sie noch auf eine Rückmeldung des Kreises Coesfeld wartet.

Der Impfstart in der Caritas-Tagespflege in Ascheberg wurde erst verschoben, dann aufgehoben. Nun soll es doch Impfungen vor Ort geben. Einrichtungsleiterin Bianca Becks-Maier (hier auf einem Archivbild) zeigt sich wieder zuversichtlich.
Der Impfstart in der Caritas-Tagespflege in Ascheberg wurde erst verschoben, dann aufgehoben. Nun soll es doch Impfungen vor Ort geben. Einrichtungsleiterin Bianca Becks-Maier (hier auf einem Archivbild) zeigt sich wieder zuversichtlich. © Andrea Wellerdiek (A) © Andrea Wellerdiek (A)

Vorbereitet sei man aber in jedem Fall. Schließlich habe man bereits für die Impfung am zunächst vorgesehenen Termin am 3. Februar alles organisiert. „Wir haben uns ja schon Gedanken gemacht zur Einbahnstraßen-Regelung und zum Konzept an sich. So können wir relativ spontan alles umsetzen“, sagt Becks-Maier.

Sie und ihr Team stehen zudem weiter im engen Kontakt mit den Angehörigen der Tagesgäste. Dabei raten sie den Angehörigen, einen zugesagten Termin für das Impfzentrum nicht abzusagen – auch wenn jetzt eine Impfung in der Tagespflege in Ascheberg doch in Aussicht gestellt ist.

Nicht für alle Tagesgäste in Ascheberg gibt es Alternative

„Sie sollen ruhig versuchen, einen Termin zu bekommen. Vor allem gibt es ja auch einige Tagesgäste, die unter 80 sind. Für sie gibt es ja keinen Alternativtermin außer in der Tagespflege“, sagt Bianca Becks-Maier. Sie selbst werde für Angehörige gegebenenfalls Termine im Impfzentrum absagen, sobald klar ist, wann eine Impfung in der Tagespflege stattfinden kann. Sie sagt aber auch: „Ich verlasse mich auf gar nichts mehr.“

Zudem ist noch nicht klar, wie lange es noch dauern kann. Für viele Tagesgäste allerdings gab es sowieso noch keinen Termin im Impfzentrum in Dülmen. Eine Frau aus der Tagespflege hätte einen Termin im April bekommen, erzählt Becks-Maier.

Sie selbst und ihr Team sind in jedem Fall früher dran. Das Personal – es sind sieben Mitarbeiterinnen – wird am Sonntag (14. Februar) in Dülmen geimpft. „Anfangs hatte ich gemischte Gefühle. Erst mussten wir alle Termine absagen und jetzt ist das Team stattdessen dran. Das fühlt sich schon komisch an. Aber es ist ja auch nicht so, dass wir den Tagesgästen etwas wegnehmen würden“, sagt Bianca Becks-Maier.

Denn die Mitarbeiterinnen bekommen den Impfstoff Astrazeneca, der nur bei Unter-65-Jährige eingesetzt werden soll, injiziert. Erleichtert ist Einrichtungsleiterin Bianca Becks-Maier dennoch über die Impfung am Wochenende: „Das ist auf jeden Fall ein großer Schritt in Richtung Sicherheit“.

Über die Autorin
Redaktion Werne
Studium der Sportwissenschaft. Nach dem Volontariat bei Lensing Media zunächst verantwortlich für die digitale Sonntagszeitung, nun in der Lokalredaktion Werne der Ruhr Nachrichten.
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Andrea Wellerdiek

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