Lehrer sind für einen Tag Bäcker und Apotheker

Betriebspraktika

Die Schüler der Profilschule Ascheberg hatten frei, während ihre Lehrer schwer schuften mussten. Um die Veränderungen in der Arbeitswelt kennenzulernen, absolvierten sie Betriebspraktika. Wir haben sie besucht und nachgeforscht, wie die Pädagogen die neuen Aufgaben meisterten.

ASCHEBERG

01.09.2015, 18:36 Uhr / Lesedauer: 2 min
Lehrer sind für einen Tag Bäcker und Apotheker

Brotvielfalt und Inhaltsstofe faszinierten und erstaunten Maira Heuser während ihres Betriebspraktikums.

Die Hände versinken in der roten Marinade. Vorsichtig zieht Eddy Tietchens ein Stück Hähnchenfilet aus der mit der roten Soße gefüllten weißen Schüssel. Fleisch statt Bücher und Kreide lautet das Motto für den Naturwissenschaftslehrer am Dienstagmorgen.

Denn wie seine Kollegen absolviert er ein Betriebspraktikum. Dabei hat sich Lehrer Tietchens in die „heiligen Hallen“ von Altgesellen-Fleischer Matthias Reker gewagt. Hier taucht er für ein paar Stunden ab in einen Beruf, für den zur Zeit die Nachfrage nicht so hoch ist, „der aber deutlich interessanter ist, als viele Schüler glauben“. Diese Erfahrung hat Eddy Tietchens auf jeden Fall aus der Fleischerei mitgenommen.

Entspannte Atmosphäre

Die Atmosphäre ist entspannt, das Radio dudelt. „Da werden wir nebenher noch mit Nachrichten versorgt“, sagt Tietchens mit einem Lachen. Von Matthias Reker lernt er, dass das Berufsbild des Fleischers aufgeteilt ist in Fleischer produktionsbetont, schlachtbetont und verkaufsbetont. Reker ist dabei der verkaufsbetonte Fleischer.

Für Eddy Tietchen selbst ist die Berufswelt außerhalb des Lehrerbildes nichts Neues, denn er hat von Lagerarbeit bis hin zur Kommission schon viel angepackt. „Aber da bin ich eher die Ausnahme“, gibt er zu.

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Profilschullehrer machen Praktikum

Die Profilschullehrer aus Ascheberg absolvieren Praktika in ganz neuen Arbeitswelten. Ziel ist es, neue Berufe kennenzulernen und zu erfahren, was in der Arbeitswelt läuft. Da sich die Anforderungen der Betriebe an die Schüler stark verändert haben, wollten die Lehrer diese neuen Bedingungen selbst kennenlernen. Daher absolvierten alle Pädagogenein Kurzpraktikum in diversen Betrieben, nachmittags besprachen sie alles.
01.09.2015
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Regine Langendorf lernte den Beruf des Buchhändlers bei Bücher Schwalbe kennen.© Foto: Tina Nitsche
Beim Fleischer werden die Hände auch schon mal schmutzig. Denn da heißt es anpacken, fertigmachen oder wie hier auf dem Bild, bereitete Lehrer Eddy Tietchens mit Fleischer-Altgeseele Mathias Reker Hähncheninnenfiletspieße frisch zu.© Foto: Tina Nitsche
Maira Heuser (l.) konnte sehr viel lernen in der Bäckerei Lüningmeyer. Vor allem ist sie für das Praktikum bei ihrem Lieblingsbäcker gelandet und gneoss dank Ela Kaiser (r.) einen unterhaltsamen aber auch sehr informativen Morgen.© Foto: Tina Nitsche
Dank Apothekerin Annette Erpenbeck (r.) lernte Profilschullehrerin Nicola Sommer in der Apotheke gleich drei Berufsbilder kennen.© Foto Tina Ntische
Heiner Lüningmeyer ist begeistert von dem ungwöhnlichen Praktikum.© Foto: Tina Nitsche
Barbara Kurtz-Wienhausen hat beim Finanzamt einen überaus spannenden Vormittag verlebt.© Foto: Tina Nitsche
Julia Reicherdt hat sich beim Katharinenstift über das Berufsbild Heilerziehungspfleger und den sozialpädagogischen Bereich informiert.© Foto: Tina Ntische
Im Rahmen seines Praktikums erfuhr Carsten Nas auch einiges über die Herkunft der unterschiedlichen Obst- und Gemüsesorten. Wertvolle Erfahrungen, die sich gut in den Unterricht integrieren lassen.© Foto: Tina Nitsche
Als PKA (Pharmazeutisch technische Assisstentin) muss man sich mit den Arzneien komplett auskennen, ebenso wie als PTA. Denn eine Pharmazeutisch Technische Assistentin sortiert in der Apotheke die Waren fachmännisch ein. Nicola Sommer hat in der Marienapotheke einen faszinierenden Morgen erlebt.© Foto: Tina Ntische
Nach dem in der Abteilung Obst- und Gemüse die Arbeit erledigt war, kümmerte sich "Praktikant" Carsten Nas um die Sortierung und den neuen Aufbau des Chips-Sortiments.© Foto: Tina Nitsche
Um sechs Urh waram Dienstag Diensbeginn für Leher Carsten Nas (r.) Denn er absolvierte ein Praktikum im REWE Markt und machte zunächst einmal mit Abteilungsleiter Thomas Schürmann die Obst und Gemüseabteilung verkaufsklar.© Foto: tina Nitsche
Maira Heuser (l.) lernte viel von Bäckereifchverkäuferin Ela Kaiser (r.).© Foto: Tina Nitsche
Brotvielfalt und Inhaltsstofe faszinierten und erstaunten Maira Heuser während ihres Betriebspraktikums.© Foto: Tina Nitsche
In der Fleischerei ging es für Leherer Eddy Tietchens mehr als interessant zu.© Foto: Tina Nitsche
Sonderpädagogin Reine Langendorf war mehr als Glücklich über ihren Praktikumsplatz, denn die "Leseratte" landete bei Bücher Schwalbe.© Foto: Tina Ntische
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Während er sich in der Fleischküche verdingt, hat Kollege Carsten Nas vorne im Rewe-Markt richtig zu schleppen. Um 6 Uhr hat er seinen Dienst angetreten. „In der Abteilung Obst und Gemüse bin ich gestartet, das passt zu mir als Vegetarier“. Abteilungsleiter Thomas Schürmann hat den Praktikanten an die Hand genommen und ihm auch Warenkunde vermittelt.

Nas ist fasziniert über die umfangreichen Einblicke. „Als Lehrer muss ich wissen, was am Arbeitsmarkt läuft. Gerade bei uns. Wir schauen wo die Stärken der Schüler liegen und welcher Job zu ihnen und ihrem Profil passen könnte.“

Breites Spektrum in der Apotheke

Ihre Erfahrungen in der Marienapotheke kann auch Mathe-Lehrerein Nicola Sommer in den Unterricht einfließen lassen. „Hier wird ein so breites Spektrum abgedeckt, das reicht vom Umgang mit Menschen bis hin zu Chemiekenntnissen und Laborarbeit“, ist sie fasziniert von der Vielseitigkeit in der Apotheke. Am Dienstag hat sie mit der PTA, PKA (Pharmazeutisch-technische beziehungsweise -kaufmännische Assistentin und Angestellte) und der Apothekerin gleich drei Berufsbilder kennengelernt.

Referendarin Maira Heuser hat unterdessen erfahren, dass es im Bäckerhandwerk nicht nur damit getan ist, Brötchen aus dem Ofen zu holen. Unterdessen hat sich Kollegin Regine Langendorf einen Einblick in das Berufsbild der Buchhändler verschafft. 

Das Projekt
Da sich die Anforderungen der Betriebe an die Schüler stark verändert haben, wollten die Lehrer diese neuen Bedingungen selbst kennenlernen. Daher absolvierten alle Pädagogen am Dienstagvormittag ein Kurzpraktikum in diversen Betrieben, nachmittags besprachen sie alles. Die Schüler hatten schulfrei.

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