Keine Einigung in Sachen Umgehungsstraße

Bürgerinitiative

HERBERN Auch nach zwei Stunden wollte niemand nach Hause gehen: In Grüppchen standen die Herberner im und vor dem Jochen Klepper-Haus und diskutierten über das, was seit langem die Gemüter bewegt: Die geplante Herberner Ortsumgehung.

von Von Stefanie Krampe

, 28.08.2009, 15:57 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Initiatoren v.l. Karl Thier, Ulrich Bäcker und Stefan Pottmeier.

Die Initiatoren v.l. Karl Thier, Ulrich Bäcker und Stefan Pottmeier.

  „Beide Ortsumgehungen sind eine Verschwendung von Steuergeldern.“ Doch auf die Umformulierung ihres Zieles wollten sich die drei Initiatoren zunächst nicht einlassen – wohl auch deshalb, weil sie die Befürworter einer Umgehung nicht verprellen mochten. Doch der gebündelte Gegenwind zeigte Wirkung: Noch in der Nacht setzten sich die drei zusammen. „Keine Umgehungsstraße“ - was am Abend noch schwammig klang, war am Freitag überaus deutlich formuliert. Denn die meisten der mehr als 50 Herberner, die sich in die Unterstützerliste eingetragen hatten, wollten nur zu diesen Bedingungen an der BI mitwirken. In der Versammlung hatten die Initiatoren die Dringlichkeit der BI-Gründung deutlich gemacht: Die Umgehung ist in der Prioritätenliste des Landes auf Platz drei vorgerückt.

„Das ist aufgrund falscher Annahmen geschehen“, erklärte Thier und zitierte aus einem Gutachten: „Der Verkehr in der Ortsdurchfahrt ... wird aufgrund der engen Ortslage im Einbahnstraßensystem geführt (…).“ Dass der Verkehr längst nicht mehr hauptsächlich über die Südstraße fließt, das ist dem Ascheberger Bauausschuss natürlich geläufig – und so gab es eine neue Verkehrszählung. Wie viele Autos fahren durch Herbern, wie viele davon kreisen im Ort und wie viele rollen einfach durch?   Die Ergebnisse sollen im Herbst vorliegen. Viel Mühe hatten sich Bäcker, Thier und Pottmeier auch mit der Illustration gemacht: Alle geplanten Routen hatten sie in Stationen fotografiert – wie dicht die Straßen an Häusern (im Osten wie im Westen) vorbei führen, dürfte in dieser Deutlichkeit vielen erst jetzt bewusst geworden sein. Jetzt suchen die Initiatoren einen neuen Termin für eine Gründungsversammlung.

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