Sind die Ascheberger Jugendlichen bereit für einen Jugendbeirat? Die Verwaltung und die Politik wünschen sich das. © Symbolbild Mick De Paola/Unsplash
Jugendliche und Politik

Jugendliche in der Politik – Schafft Ascheberg einen Jugendbeirat?

Politik von und für Jugendliche in Ascheberg? Klappt das? Das wünscht sich jedenfalls die Ascheberger Politik. Jetzt fehlen nur noch der Zugang zu und das Feedback von den Jugendlichen.

Die Grünen in Ascheberg wünschen sich einen Jugendbeirat. Das hatte Hubertus Beckmann Ende Juli 2020 in einer Anregung an den damaligen Bürgermeister Bert Risthaus erklärt. „Wie viel konsequenter wäre es, auch die Jugendlichen unserer Gemeinde, unsere Zukunft also, bei sie betreffenden Entscheidungsfindungen in unserer Kommunalpolitik nach ihrer Meinung zu fragen?“, heißt es in der Anregung. Denn auch der Seniorenrat als Teil des Jugend-, Senioren-, Sozial- und Sportausschusses (JSSA) melde sich mit seinen Anliegen zu Wort.

Eine Idee, die im JSSA am Dienstag (2. März) auf Anklang traf, nur über das Wie herrschte große Unsicherheit: Beisitzer Frank Möllers (CDU): „Wollen das die Jugendlichen überhaupt? Klar wollen wir alle Jugendlichen einbinden, aber dann müssen wir da anders drangehen als über eine einfache Wahl“ – eine Wahl war der Vorschlag von Beckmann gewesen. „Die Jugendlichen müssen dafür brennen und Spaß daran haben, das ist letztendlich die Herausforderung an der Geschichte“, so Möllers weiter. „Wie stellen wir das an? Leiten wir sie an?“

Müller-Middendorf: „Vielleicht sind wir aber auch die alten Säcke“

Letzterem widersprach Volker Müller-Middendorf (UWG) vehement: „In dieser Ausführung liegt der erste Fehler: Wir machen keinen Jugendbeirat, der muss sich selber generieren, über Vereine, Schulen und Jugendorganisationen und in der Schule im Rahmen der politischen Bildung.“ Es brauche ein Gremium, das selbstständig tagt, das aber auch eingebunden werden müsse.

Doch beim Thema Motivation der Jugendlichen, da habe auch er ein Fragezeichen, so Müller-Middendorf weiter. „Wir haben häufiger mal probiert, mit Jugendlichen ins Gespräch zu kommen, das hat ganz wenig Feedback gegeben. Vielleicht sind wir aber auch die alten Säcke und finden nicht den richtigen Zugang.“

Jürgen Stenkamp aus der Gemeindeverwaltung erklärte daraufhin: „Die Ausführungen sind auch die, die wir im Rathaus angestellt haben. Wir sind auch ungefähr zu dem Ergebnis gekommen: Wenn wir so einen Jugendbeirat installieren, dann muss der auch betreut werden, dann braucht es eine entsprechende Stelle.“ Es brauche eine Satzung, Sitzungen müssten durchgeführt werden – es sei eine „Komplettversorgung wie bei einem Ausschuss“, so Stenkamp weiter.

Zum 18. Januar 2021 sei eigentlich schon eine Konferenz zur Stärkung der Beteiligung von Jugendlichen vorbereitet gewesen, aber weil der Jugendförderplan des Kreises noch gefehlt habe, wurde diese bis auf Weiteres ausgesetzt.

„Wichtig ist nur, dass wir als Politik die Finger davon lassen“

„Die SPD begrüßt den Vorstoß sehr“, erklärte Volker Brümmer zum Antrag von Hubertus Beckmann. Auch wenn es mehr als 10.000 Euro koste, „wenn man es richtig machen will“. Es brauche auch Personalressourcen, denn die Jugendlichen brauchten Unterstützung, etwa in Sachen Methoden, Förderanträge oder politische Bildungsfahrten.

Alexander Sparding (CDU) sprach sich für die Bildung einer Jugendkonferenz aus, in der die Jugendlichen noch ihr eigenes Format finden könnten. Und lobte die bisherige Arbeit der Verwaltung. Abschließend beauftragte der Ausschuss die Verwaltung einstimmig, alle Vereine, die mit Jugendlichen zu tun haben, anzuschreiben, damit langfristig eine Jugendkonferenz gegründet werden könne.

Diese soll dann dem JSSA regelmäßig ihre Ergebnisse vorstellen. Später könne die Konferenz auch eine größere Rolle spielen. Außerdem prüft die Verwaltung nun, welche konzeptionellen Ressourcen und wie viel Personal insgesamt nötig sind. Auch die Ausschussvorsitzende Gisela Lamkowsky lobte den Vorstoß von Beckmann: „Das ist ein sehr wichtiger Antrag. Ich habe im Vorfeld mit Vereinen gesprochen, die die Vorbereitungen der Konferenz mit unterstützen wollen.“ Brümmer ergänzte: „Wichtig ist nur, dass wir als Politik die Finger davon lassen.“

Über die Autorin
Redakteurin
Gebürtige Münsterländerin, seit April 2018 Redakteurin bei den Ruhr Nachrichten, von 2016 bis 2018 Volontärin bei Lensing Media. Studierte Sprachwissenschaften, Politik und Journalistik an der TU Dortmund und Entwicklungspolitik an der Philipps-Universität Marburg. Zuletzt arbeitete sie beim Online-Magazin Digital Development Debates.
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Eva-Maria Spiller

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