Der Inzidenzwert im Kreis Coesfeld ist in kurzer Zeit stark gestiegen. © picture alliance/dpa
Coronavirus

Inzidenz im Kreis Coesfeld steigt – diese Regeln könnten bald gelten

Die Inzidenz im Kreis Coesfeld steigt. Das könnte bald auch wieder zu einer Verschärfung der Regeln führen. Welche Regeln gelten dann und wie sieht gerade die Perspektive im Kreis Coesfeld aus?

Eine hohe Inzidenz ist es nicht, die der Kreis Coesfeld mit 7,7 am Mittwoch, 27. Juli aufweist. Er liegt sogar weiterhin in der Stufe mit den höchsten Lockerungen in NRW. Der so genannten Stufe 0. Der Trend spricht aber gerade eine eindeutige Sprache. Dazu Fragen und Antworten.

7,7 ist keine hohe Inzidenz. Warum sollte man den Verlauf im Kreis Coesfeld dennoch genau im Blick haben?

Weil sich im Kreis Coesfeld eine Tendenz zeigt, die auch für ganz Deutschland zu beobachten ist. Die Inzidenzzahlen sind zwar gerade noch verhältnismäßig niedrig. Sie sind aber innerhalb kurzer Zeit schnell gestiegen. Am 1. Juli lag die Inzidenz im Kreis Coesfeld auf ihrem bisherigem Tiefstwert in diesem Jahr: Bei 1,8. Nach gerade einmal drei Wochen hat sich der Wert also mehr als vervierfacht. Das wird auf die Delta-Variante des Virus zurückgeführt, die noch ansteckender ist als die zuvor vorherrschende Alpha-Variante des Coronavirus. „Aufgrund der leichten Übertragbarkeit dieser Variante, muss mit einem weiteren Anstieg der
Infektionszahlen in den nächsten Wochen gerechnet werden. Hinzu kommen die Lockerungen der Kontaktbeschränkungen und die Reisetätigkeit, die eine erneute Ausbreitung von Sars-CoV-2 begünstigen“, schreibt das RKI. Für vollständig Geimpfte sei die Gefahr durch das Virus aber aktuell als moderat einzuschätzen.

Und wie ist die Inzidenz im Vergleich zum Sommer 2020 zu bewerten?

Auch im Sommer 2020 gab es immer wieder Neuinfektionen auf einem geringen Niveau. Die Inzidenzkurve im Kreis Coesfeld schwankte immer mal wieder. Doch von Ende Mai bis Ende August lag sie im Sommer 2020 nie höher als bei einem Wert von 4,1. Und damals gab es noch keine Impfungen.

Und welche Regeln würden sich verändern, wenn die Inzidenz über 10 wäre?

Dann gilt die Inzidenzstufe 1 des Landes NRW für Regionen mit einer Inzidenz zwischen 10 bis 35. Das bedeutet unter anderem:

  • Wer verreist, muss bei Unterkünften wieder Tests vorweisen oder Nachweise der Genesung/Impfung. Das gilt nämlich für Personen, die aus Gebieten mit einer Inzidenz von über 10 kommen.
  • Private Veranstaltungen sind außen mit bis zu 250 Personen möglich (ohne Test), innen mit bis zu 100 mit Test. Aktuell gibt es keine Beschränkungen, nur eine Testpflicht ab mehr als 50 Teilnehmern.
  • Für Freibäder gilt dann wieder eine Kontaktnachverfolgung. Tests sind allerdings – wie jetzt – weiterhin nicht nötig.
  • Clubs und Discos dürfen Außenbereiche mit Test für bis zu 250 Personen öffnen, wenn die Landesinzidenz unter 35 ist, geht innen auch. Aktuell gibt es keine Beschränkungen, auch keine Kontaktnachverfolgung.
  • Bei außerschulischen Bildungsangeboten muss man an einem festen Sitzplatz sitzen, eine Maske kann dann abgenommen werden. Aktuell werden lediglich Kontaktdaten erhoben.
  • Theater, Oper, Kinos sind für bis zu 1000 Personen zulässig (innen und außen), aber mit Test. Aktuell gibt es auch eine Testpflicht, aber keine Begrenzung. Museen können aktuell sogar ohne Maske besucht werden.
  • Bei der Gastronomie gilt weiterhin kein Test, jedenfalls so lange die NRW-Inzidenz unter 35 ist. Sie liegt aktuell bei 13,8.
  • Dann dürfen sich in der Öffentlichkeit nur noch Menschen aus fünf Haushalten treffen, allerdings beliebig viele. Bei getesteten Personen erhöht sich die Personenzahl aus bis zu 100 aus beliebig vielen Haushalten.
  • Beim Thema Einzelhandel ändert sich aus Verbrauchersicht dagegen nichts.

Wann würden denn solche Regeln in Kraft treten?

Wie immer ist das in der aktuellen Corona-Schutzverordnung geregelt. Normalerweise erfolgt die Zuordnung zu einer höheren Inzidenzstufe, wenn der jeweilige Grenzwert an drei aufeinanderfolgenden Kalendertagen überschritten wird. Die neuen Regelungen gelten dann am übernächsten Tag. Es gibt aber einen Unterschied: Beim Übergang von Inzidenzstufe 0 bis zu Stufe 1, dauert es länger, bis eine Verschärfung kommt. Hier muss der Grenzwert an acht aufeinanderfolgenden Tagen überschritten werden. Das NRW-Gesundheitsministerium kann aber auf drei Tage verkürzen, wenn ein lokal begrenzter, dynamischer Anstieg vorliegt, heißt es dort.

Wie ist aktuell denn die Impfquote des Kreises Coesfeld?

Hier ist der Kreis Coesfeld im Schnitt. Deutschlandweit haben mindestens 60 Prozent eine erste Impfdosis erhalten, wie man auf dem Impfdashboard von RKI und Gesundheitsministerium sehen kann. So ist es auch im Kreis Coesfeld. Am 20.7. waren 60,2 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner des Kreises mindestens erstgeimpft, 51,5 Prozent haben auch schon eine zweite Dosis erhalten.

Über die Autorin
Redakteurin
Ich bin neugierig. Auf Menschen und ihre Geschichten. Deshalb bin ich Journalistin geworden und habe zuvor Kulturwissenschaften, Journalistik und Soziologie studiert. Ich selbst bin Exil-Sauerländerin, Dortmund-Wohnerin und Münsterland-Kennenlernerin.
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Sabine Geschwinder

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