Ab dem 25. Januar nimmt das Impfzentrum in Dülmen seinen Betrieb auf. © dpa
Corona-Pandemie

Impfzentrum im Kreis Coesfeld – Termin für Eröffnung steht

Endlich ist klar, wann das Impfzentrum für den Kreis Coesfeld in Betrieb geht. Menschen, die 80 Jahren sind, oder älter, erhalten bald Post, um einen Termin zu vereinbaren.

Die ersten Menschen haben den Corona-Impfstoff im Kreis Coesfeld bereits erhalten. Allerdings von mobilen Impfteams, die in Seniorenzentren unterwegs waren. Das Impfzentrum selbst, soll auch bald mit den ersten Impfungen beginnnen. Unsere Redaktion stellt an dieser Stelle die wichtigsten Fragen aus Sicht derjenigen, die geimpft werden wollen. Derzeit kann noch nicht jede Frage beantwortet werden. Deshalb wird unsere Redaktion diesen Text laufend aktualisieren.

Warum muss es ein kreisweites Impfzentrum geben?

Im Kreis Coesfeld leben 220.000 Menschen. Auch wenn viele von ihnen einen festen Hausarzt haben, haben mindestens genauso viele keinen. Doch nicht nur aufgrund der zu erwartenden impfwilligen Menschenmenge in kurzer Zeit wären Hausarztpraxen überfordert, weiß DRK-Vorstand Christoph Schlütermann, Mitglied des Krisenstabes beim Kreis Coesfeld. Der Corona-Impfstoff von Biontech beispielsweise muss bei -70 Grad gekühlt werden. Das sei in Arztpraxen so nicht ohne weiteres möglich.

Das Impfzentrum kommt nach Dülmen Die Stadt war bereits am Freitag (27. November) der Favorit des Krisenstabes. Damals gab es als Alternative aber auch noch die Steverhalle in Senden. Seit Montag (30. November) ist klar: Es wird Dülmen. Die Einrichtung zur Pandemie-Bekämpfung ist auf dem Gelände der Wiesmann Sportwagen-Manufaktur („Gecko-Gebäude“) untergebracht. Der Standort erfüllt nach Ansicht des Landrats und seines Teams die Voraussetzungen der guten Erreichbarkeit und der Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. Parkmöglichkeiten sind vorhanden. Zudem gibt es die räumlichen Kapazitäten, um den Beginn der Impfung zu koordinieren.

Wo wird das Impfzentrum seinen Standort haben?

Wie sieht die Impfstrategie aus?

Die Impfstrategie basiert auf Empfehlungen des Landes. Es sieht ein mehrphasiges Modell vor. Zunächst sollen Personen in Pflegeeinrichtungen über mobile Teams geimpft werden. Hinzu kommen dann auch Personen, die sich in häuslicher Pflege befinden, Krankenhäuser und anschließend Personengruppen aus systemrelevanten Berufsgruppen.

Wie sieht der Zeitplan aus?

Eine gute Nachricht für die Menschen in Nordkirchen und Olfen: Ab Montag, 25. Januar soll das Impfzentrum an den Start gehen. Und zwar morgens um 8 Uhr. Vor dem 25. Januar findet keine Terminvergabe statt, berechtigte Bürgerinnen und Bürger bekommen Post und können dann ihren Termin bei der Kassenärztlichen Vereinigung ausmachen.

Wer ist an den Entscheidungen rund um das Impfzentrum beteiligt?

Das ist in erster Linie der Krisenstab des Kreises Coesfeld. Der Landrat lobt das Engagement und die Kooperation aller darin eingebundenen Organisationen und Institutionen. Der Krisenstab des Kreises kommt übrigens nicht nur in Corona-Zeiten zusammen: Der Katastrophenschutz sieht so ein Gremium vor, um bei Großschadenslagen oder Katastrophen das notwendige Know-how gebündelt zur Verfügung zu haben. Zudem sind mehrere Fachbereiche des Kreises beteiligt, denn hier wird der nicht-medizinische Bereich vorbereitet: Da geht es um alle Fragen zur Einrichtung, der Ausstattung, des IT-Bedarfs und zum Personal. Das medizinische Personal wird von der Kassenärztlichen Vereinigung gestellt.

Wie wird der Ablauf der Impfung sein?

In etwa ist er in großen Teilen mit einer Blutspende vergleichbar. Im Dülmener Impfzentrum werden dazu drei „Impfstraßen“ errichtet, so dass viele Menschen an der zentralen Stelle an einem Tag geimpft werden können.

Das ist derzeit noch völlig unklar und hängt an vielen Faktoren, zum Beispiel daran, wie viel Impfstoff am Tag überhaupt zur Verfügung gestellt werden kann, wie viele Ärzte eingesetzt werden können und natürlich auch von den zu impfenden Personen. Deren Informationsbedürfnis kann durchaus unterschiedlich sein, was sich auf die Dauer eines Impfvorgangs auswirken kann. Verlässliche Aussagen dazu sind derzeit allerdings noch nicht möglich, da auch nicht auf andernorts gemachte Erfahrungswerte zurückgegriffen werden kann.

Wie viele Menschen kann das Impfzentrum am Tag impfen?

Ja, begonnen wird zunächst mit Menschen, die in Pflegeheimen leben und arbeiten. Diese erhalten Besuch von mobilen Impfteams. Außerdem gehören dazu auch Menschen ab 80 sowie Menschen, die auf Intensivstationen, in Notaufnahmen, in Rettungsdiensten oder Impfzentren arbeiten.

Wird es Kriterien geben, nach denen Menschen priorisiert geimpft werden?

Wie können Termine für eine Impfung vereinbart werden?

Über die Nummer der Kassenärtlichen Vereinigung, die 116 117. Allerdings nicht vor dem Start des Impfzentrums am 25. Januar. Dabei gilt: Es können nur so viele Termine vergeben werden, wie Impfstoff da ist, so die Kassenärztliche Vereinigung.

Aus welchen Bereichen wird das Personal für die Impfzentren kommen?

Das ist in Gänze auch noch unklar: Natürlich wird es Mitarbeiter aus dem medizinischen Bereich geben und Impfen dürfen lediglich Ärzte und dafür geschulte Mitarbeiter. Aber es werden tatkräftige Menschen aus vielen Bereichen benötigt. Neben Verwaltungsmitarbeitern für zum Beispiel die Anmeldung auch Fahrer für den Impfstofftransport und Fachleute in Logistik. Sollte ein Hol- und Bringdienst eingerichtet werden, muss auch hierfür genügend Personal zur Verfügung stehen. All das zu planen gehört zu den derzeitigen Aufgaben der Kreisverwaltung. Auch das DRK (Deutsches Rotes Kreuz) hat angeboten, bei der Logistik eines Impfzentrums mitzuwirken. DRK-Vorstand Christoph Schlütermann, gleichzeitig Mitglied des Krisenstabes beim Kreis, verweist im Gespräch mit dieser Redaktion auf die Erfahrung des DRK bei Massenimpfungen. Aber auch der Malteser Hilfsdienst soll eingebunden werden.

Auch die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) ruft Freiwillige auf, die Zentren zu Unterstützen. Bereits jetzt hätten sich viele Ärzte sowie medizinisches Fachpersonal bei der KVWL gemeldet, heißt es in einer Pressemitteilung. „Wir brauchen aber noch mehr – jede helfende Hand, jede Ärztin, jeden Arzt, jede Medizinische Fachangestellte und jede Person, die im medizinischen Bereich tätig ist. Bitte nehmen Sie Kontakt mit der KVWL auf, wenn Sie uns bei der Tätigkeit in den Impfzentren unterstützen möchten“, appelliert der KVWL-Vorstand Dr. Dirk Spelmeyer, Dr. Volker Schrage und Thomas Müller.

Wo kann ich mich melden, wenn ich als Helfer im Impfzentrum mitarbeiten will?

Das Landesministerium hat bereits die Internetseite www.freiwilligenregister-nrw.de freigeschaltet. Dort haben sich landesweit schon mehr als 1000 Menschen gemeldet.

Wer zur Mitarbeit bereit ist, kann sich auch bei der KVWL für die Mitarbeit im Impfzentrum anmelden unter www.karriere-kvwl.de/jobs

Dabei sollte man auch seine Einsatzmöglichkeiten angeben, damit diese in den Dienstplänen berücksichtigt werden. Auch wenn man sich schon auf anderen Wegen bei der KVWL gemeldet hat, benötigt die KVWL diese elektronische Anmeldung. Es erleichtere beiden Seiten die Planung und Vergütung des Einsatzes.

Welche Qualifikation muss ich als Helfer mitbringen?

Gesucht werden Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Apotheker sowie alle weiteren Berufssparten, die zur Ausübung von Heilkunde berechtigt sind. Außerdem sind ausgebildete Pflegekräfte, Rettungskräfte und Verwaltungskräfte aus dem Gesundheitswesen geeignet. Natürlich können auch Medizinische Fachangestellte und Angehörige anderer Gesundheitsfachberufe in dieser Situation zur Unterstützung beitragen.

Gibt es einen finanziellen Ausgleich für die freiwillige Hilfe?

Momentan arbeitet die Landesregierung an einer Verordnung, die die Vergütung der Freiwilligen regeln soll.

Wird das Impfzentrum nur mit freiwilligen Helfern betrieben?

Nein. Das wird nicht möglich sein, denn der Impfprozess wird sich über mehrere Monate hinziehen. Involviert ist daher die Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe, unter deren Regide die Menschen auch geimpft werden sollen. Dank der im Münsterland 2.500 niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten wird es an fachmedizinischem Personal aber nicht mangeln, zumal es auch unzählige Klinik-Ärzte und Mediziner im Ruhestand gibt. Wie der WDR berichtet, würden auch Gespräche mit der Universität Münster geführt, denn wer Medizin im höheren Semester studiert, könne auch in den Impfzentren eingesetzt werden, wird die Kassenärztliche Vereinigung zitiert.

Weiß man schon, mit welchem Impfstoff der Bund beziehungsweise das Land den Kreis Coesfeld versorgen wird?

Aktuell zugelassen sind die Impfstoffe von Biontech Pfizer und Moderna. Ein dritter Hersteller steht ebenfalls kurz vor der Zulassung. Welchen Impfstoff sie erhalten, das können sich Bürgerinnen und Bürger nicht aussuchen.

Wird es denn genügend Impfstoff geben?

„Wir werden in den kommenden Monaten mit genügend Impfstoffen versorgt werden, um einen breiten Schutz in der Bevölkerung gegen das Covid-19-Virus aufbauen zu können“, ist Ulrich Helmich, Leiter des Krisenstabes, zuversichtlich.

Im Laufe der Zeit würden verschiedene Impfstoffe (Vakzine) verfügbar sein. „Damit steigt auch die Anzahl möglicher Impfdosen, sodass mittelfristig mit einer guten Durchimpfung der Bevölkerung die Pandemie beherrschbar wird“, heißt es in einer Pressemitteilung des Kreises.

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