Etwas unscharf, aber durchaus als Wolf zu erkennen. Ein Bild aus der Fotofalle in Werne. © Hegering Werne/Kress
Erste Wolfs-Sichtung

Hier wandert der erste Wolf durch Werne

Ein Wolf in Werne? Unsere Nachricht von Montag, 12. April, löste Erstaunen, aber auch ein gewisses Unbehagen aus. Etliche stellen sich die Frage: Wo genau ist das Raubtier gesichtet worden?

„Hoffentlich läuft mir beim Joggen kein Wolf über den Weg“, meinte eine Leserin scherzhaft, aber mit einem ernsten Unterton in der Stimme, nach unserer Veröffentlichung über die erste Wolfs-Sichtung in Werne. Die Leserin muss sich laut Wilhelm Deitermann von der Pressestelle des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) nicht sorgen. Es handelt sich höchstwahrscheinlich um ein Tier „auf der Durchreise“. Ähnlich argumentiert auch Klaus Jürgen Buse vom Hegering Werne.

Die Sichtung liegt bereits einen Monat zurück, ein neues Auftauchen von Meister Isegrim ist in Werne seitdem nicht dokumentiert. Aber wo genau ist der Wolf nun in die Fotofalle getappt? Die Frage durfte Klaus Jürgen Buse am Montag noch nicht beantworten: „Der Besitzer der Fotofalle möchte das nicht in die Öffentlichkeit tragen.“ Er habe wohl Angst vor einer Art „Wolfs-Tourismus“.

Die Aufnahme des Wolfs in der Wildtier-Fotofalle in Werne.
Die Aufnahme des Wolfs in der Wildtier-Fotofalle in Werne. © Hegering Werne/Kress © Hegering Werne/Kress

Doch nach einer weiteren Anfrage unserer Redaktion ließ sich der Fotofallen-Eigner umstimmen und stellte uns das Bild freundlicherweise zur Verfügung. Und zwar so bearbeitet, dass die Umgebung nicht erkennbar ist. Aufgenommen ist es laut Kamera-Information am Samstag, 13. März, um 2.44 Uhr.

Fundort Nähe Capeller Straße

Laut grober Angabe des Lanuv befindet sich der besagte Ort in einem Gebiet zwischen Capeller und Südkirchener Straße. Während auf der Karte des Landesamtes die Fotofalle eher in Richtung Südkirchener Straße platziert war, sagt Klaus Jürgen Buse nach Rücksprache mit dem Eigner, dass sie „in der Nähe der Capeller Straße“ stand. Aus besagten Gründen wolle man keine näheren Angaben über den genauen Standort der Fotofalle und des Wolfs-Bildes machen.

Vor knapp vier Jahren hat die Merveldt´sche Verwaltung (Schloss Westerwinkel) die Gedenk-Platte zur Erinnerung an den letzten Wolf, der dort 1835 geschossen worden sein soll, herrichten lassen.
Vor knapp vier Jahren hat die Merveldt´sche Verwaltung (Schloss Westerwinkel) die Gedenk-Platte zur Erinnerung an den letzten Wolf, der dort 1835 geschossen worden sein soll, herrichten lassen. © Helga Felgenträger (A) © Helga Felgenträger (A)

Mit der Wolfs-Sichtung am 13. März 2021 ist ein bekanntes Denkmal an der Stadtgrenze zu Werne etwas überholt. Denn an der B54, kurz hinter der Stadtgrenze von Werne nach Herbern, steht ein Denkmal für den „letzten Wolf in Westfalen“. Denn in diesem Bereich sei im Jahre 1835 das letzte Raubtier seiner Art in Westfalen abgeschossen worden.

Gegenüber von dem Denkmal befand sich viele Jahrzehnte die beliebte Ausflugs-Gaststätte „Zum letzten Wolf“ direkt an der Bundesstraße 54, die allerdings vor etlichen Jahren schon geschlossen wurde.

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Jörg Heckenkamp
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