In Herbern lag der Schnee stellenweise so hoch, dass der ein oder andere Anwohner nicht mehr aus seiner Einfahrt herauskam. © Hurek
Schnee in Ascheberg

Herbern: Pflegedienst kämpft mit Schnee, kann Patienten nicht erreichen

Der massive Schneefall hat es vielen unmöglich gemacht, am Montag zur Arbeit zu kommen. Ein Pflegedienst aus Herbern erreichte seine Patienten nicht, eine Bäckereifachfrau ihre Bäckerei nicht.

Seit Sonntagnacht hat uns der Winter und das damit verbundene Schneechaos, das wir dem Tief Gisela verdanken, fest im Griff. Andauernder Schneefall, durch starken Wind aufgetürmte Schneewehen und Glätte erschweren vielen Berufstätigen den Weg zur Arbeit; auch der Pflegedienst Vorspohl aus Herbern hat mit dem Wetter zu kämpfen.

„Wir versuchen überall hinzukommen“, so Gertrud Vorspohl auf telefonische Nachfrage. „Wir haben so ein großartiges Team, dass selbst die Mitarbeiter die frei haben mit einspringen. Unsere Patienten und deren Angehörige zeigen viel Verständnis, wenn wir uns verspäten. Einige haben uns auch angerufen, dass wir nicht kommen müssen. Besonders die Wege in den Bauernschaften sind oftmals nicht passierbar.“

Auf dem Weg zur Patientin in Schneewehe stecken geblieben

Das kann Mitarbeiterin Mareike Soddemann nur bestätigen. Am gestrigen Sonntag hat sie sich von ihrem Wohnort Ascheberg nach Herbern aufgemacht und über eine halbe Stunde für den Weg gebraucht, der regulär nur wenige Minuten dauert. „In Herbern bin ich dann das erste Mal auf der Talstraße in einer Schneewehe steckengeblieben, die als solche gar nicht zu erkennen war“, so Soddemann. „Hier hat ein Bekannter mit seinem kleinen Trecker geholfen, mich rauszuziehen. Auch die Mitarbeiter der Gemeinde, die im Dorf bereits zu der Zeit für freie Fußgängerüberwege gesorgt haben, waren sehr hilfsbereit.“

Auf ihrer weiteren Tour bekam sie dann Unterstützung von ihrem Vater Reinhard Hölscher, der den Chauffeur spielte. „Die Situation auf den Straßen war so schlimm, das vernünftig parken nicht möglich war. Papa hat dann so lange gewartet und zwischendurch immer wieder die Autoscheiben vom Eis befreit.“

Oftmals blieb das Auto stehen und sie hat sich, zum Beispiel auf der Hombrede, zu Fuß zu den Menschen aufgemacht, die von ihr versorgt werden. „Die Patienten waren aber wirklich sehr verständnisvoll. Auch alle Kollegen untereinander standen die ganze Zeit in Kontakt und wir haben dann schon mal getauscht, wenn sich das so ergeben hat, dass der Kollege eh grad in der Nähe eines anderen Patienten war.“

Bäckereifachverkäuferin gibt nach 3 Stunden Fahrtversuch auf

„Ich muss nicht nur den Menschen, die wir versorgen ein großes Lob aussprechen, sondern auch unseren Landwirten. An die geht ein dickes Dankeschön. Auf dem „kleinen Dienstweg“ haben sie mit ihren Treckern für freie Wege gesorgt oder steckengebliebene Fahrzeuge herausgezogen“, sagt Gertrud Vorspohl.

Aber nicht nur der Pflegedienst hat mit den Tücken des Schnees zu kämpfen. Birgit Benedikt, Mitarbeiterin der Bäckerei Hosselmann im Edeka Peschke, hat es in drei Stunden nicht geschafft, nach Herbern zu kommen. „Es war nicht möglich. Alle Straßen waren dicht.“ Die Bäckereifachverkäuferin wohnt in Herringen; sehr ländlich am Rande von Hamm. Nachdem auch sie sich festgefahren hat und ein Weiterkommen aufgrund liegengebliebener Fahrzeuge nicht möglich war, hat sie mit Hilfe gedreht und ist wieder nach Hause gefahren. „Unsere Ware kam heute auch erst gegen 10 Uhr an, wie mir meine Kollegin berichtet hat.“

Über die Autorin
Redaktion Werne
Seit fast 30 Jahren ist Herbern nun unser Zuhause und seit gut vier Jahren darf ich über meinen zweiten Herzensort berichten. Ich habe einen großartigen Job als freie Mitarbeiterin, der den eigenen Horizont um ein Vielfaches erweitert.
Zur Autorenseite
Claudia Hurek

Dorsten am Abend

Täglich um 19:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.