Grüne in Ascheberg wollen Blühstreifen-Paten gegen das Insektensterben

Insektenschutz in Ascheberg

Die Grünen in Ascheberg fordern die Gemeinde dazu auf, mehr für die Artenvielfalt zu tun. Dabei befasst sich das Klimaforum der Gemeinde bereits mit dem Thema.

Herbern, Ascheberg

, 20.07.2020, 14:15 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Grünen in Ascheberg fordern, dass sich die Gemeinde noch stärker für die Artenvielfalt einsetzt. Dabei wird das Thema bereits in einer entsprechenden Gruppe des Klimaforums bearbeitet.

Die Grünen in Ascheberg fordern, dass sich die Gemeinde noch stärker für die Artenvielfalt einsetzt. Dabei wird das Thema bereits in einer entsprechenden Gruppe des Klimaforums bearbeitet. © (A) Marie Rademacher

Der Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen in Ascheberg fordern von der Gemeinde Ascheberg, mehr für die Artenvielfalt in der Gemeinde zu unternehmen. Zwar bewege sich bereits einiges, wenn es um das Thema in der Gemeinde geht, der Partei ist es allerdings nicht genug.

Deshalb hat sie sich nun in einem Schreiben an Bürgermeister Dr. Bert Risthaus gewandt, um folgende Anregung über den Haupt- und Finanzausschuss, der am 1. September tagt, in den Gemeinderat, der am 3. September zusammenkommt, zu geben.

„Mit nur 17% Waldfläche ist Ascheberg allerdings das Waldschlusslicht im Kreis Coesfeld. Bleiben die Ackerflächen, Straßen und ihre Anrainerflächen“, heißt es in einer Pressemitteilung der Grünen.

Die Idee, den Artenschutz voranzutreiben, ist keine neue

Der Vorschlag der Partei: Blütenpatenschaften, die von den Bürgern übernommen werden, und für fünf Jahre bestehen bleiben sollen. Die Flächen dazu sollen von den Landwirten zur Verfügung gestellt werden. Über sogenannte „Artenvielfaltscoupons“ sollen die Landwirte für die zur Verfügung gestellten Flächen von den Paten finanziell entschädigt werden. Welche Preise sich die Partei für ein Patenschaft vorstellt, erläutert sie in ihrem Schreiben nicht.

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„Laden sie Vertreter der Landwirte, den Gemeinderat sowie Vertreter von Umweltorganisationen (z.B. NABU Münsterland) ein, um nach der Kommunalwahl ein Konzept für das Anbaujahr 2021 auszuarbeiten“, heißt die Forderung der Grünen an die Gemeinde.

Die Idee, die Artenvielfalt in der Gemeinde Ascheberg weiter voranzutreiben, ist keine neue. Eine Studie des Entomologischen Vereins Krefeld und die Forschungsergebnisse deutscher, britischer und niederländischer Wissenschaftler hatte Ende 2017 gezeigt, dass das Insektenvorkommen in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Brandenburg von 1990 bis 2017 um 75 Prozent abgenommen hatte.

Themengruppe des Klimaforums beschäftigt sich mit dem Thema

Dr. Thomas Hövelmann, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Nabu-Naturschutzstation Münsterland, zeichnete damals ein ähnliches Bild auch für das Münsterland und sah Blühstreifen als eine gute Möglichkeit für die Artenvielfalt. Diese gab es in der Gemeinde Ascheberg damals schon.

Im Februar 2020 bildete die Gemeinde sechs Themengruppen beim zweiten Klimaforum der Gemeinde. Zwei davon befassen sich mit den Themen „Artenvielfalt (im eigenen Garten)“ und „Blühstreifen“. Zu den Blühstreifen erklärte der Klimaschutzmanager Martin Wolf der Gemeinde Ascheberg, dass der Bauhof an seine Grenzen käme, sodass man mit dem Engagement der Bürger deutlich mehr erreichen könnte.

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Die Gruppen „Artenvielfalt im eigenen Garten“ hatte unserer Redaktion bereits Anfang Juli diesen Jahres gegenüber erklärt: „Unser großes Ziel ist es vorrangig, auf gemeindlichen Flächen sogenannte Patenbeete einzurichten.“ Hier arbeite man eng mit dem Bauhof zusammen. Welche Flächen hier in Betracht kämen, werde derzeit geklärt, hieß es von der Gruppe.

Nun knüpfen die Grünen in Ascheberg an diesen bereits bestehenden Ansatz an, mit der Anregung, die Blühstreifen auch auf landwirtschaftlichen Flächen voranzutreiben. Einige Landwirte in der Gemeinde machen dies bereits seit Jahren eigenverantwortlich. Den Grünen geht es vor allem um den Erhalt der Schmetterlinge: „Gemäß dem Bundesamt für Naturschutz, Bonn, sind mehr als 60 Schmetterlingsarten in Deutschland bereits ausgestorben! Weitere fast 500 Schmetterlingsarten sind vom Aussterben bedroht.“

Die Grünen fordern per Beschluss für die nächste Legislaturperiode ein Treffen von Vertretern der Landwirte und Ascheberger Interessenhalter, auf dem noch 2020 die Basis für solche Patenschaften im Jahr 2021 gelegt wird.

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