Grippeimpfstoff in Ascheberg: „Wir können nicht alle glücklich machen“

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Risikogruppen sollten sich gegen die Grippe impfen lassen. Doch es gibt nicht unendlich viel Impfstoff. Wir haben nachgehört, wie die Situation in Ascheberg aktuell aussieht.

Ascheberg, Herbern

, 20.10.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit dem Herbst beginnt die jährliche Grippesaison, die für üblich bis zum Mai des nächsten Jahres anhält. Eine Impfung gegen die Grippe ist möglich, der Impfstoff aber ist begrenzt. Die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts empfiehlt eine Impfung für Risikopatienten, also diejenigen, die ein besonders hohes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf nach einer Influenza-Infektion haben.

Lieferengpässe in Ascheberg

In der Bären-Apotheke in Ascheberg ist die Nachfrage nach dem Grippeimpfstoff im vergleichen zu den Vorjahren gestiegen, erzählt Mitarbeiterin Tanja Schlüter. „Dieses Jahr können wir nicht alle glücklich machen“, sagt die Pharmazeutisch-Technische Assistentin. Lieferschwierigkeiten betreffen hauptsächlich Privatpatienten. Man könne die Bestellungen zwar aufnehmen, aber ein genaues Lieferdatum könne man den Kunden nicht nennen.

„Die Nachfrage allgemein in Deutschland ist in diesem Jahr höher“, erklärt Tanja Schlüter. Sie empfehle eine Impfung vor allem den Risikogruppen, also Personen über 60 Jahren, Beschäftigten im Gesundheitswesen, chronisch Kranken und Bewohner von Altenheimen. Das empfehle auch das Bundesgesundheitsministerium.

Die Rechnung geht nicht auf

Der vorhandene Impfstoff werde nicht für alle reichen: „Wenn alle Risikopatienten sich impfen lassen, ist der Großteil des Impfstoffes aufgebraucht. In den nächsten Monaten wird es noch öfter zu Lieferengpässen kommen“, rechnet die Mitarbeiterin der Bären-Apotheke vor.

Das unterstreichen die Zahlen der Ständigen Impfkommission. Laut der STIKO seien für die Grippesaison 2020/21 25 Millionen Impfstoffdosen verfügbar. Allein für die Impfung aller Risikopatienten benötige man aber 40 Millionen Dosen.
Die Grippewelle 2019/2020 habe sich noch mit dem Anfang der Pandemie zeitlich überschnitten. „Am Anfang der Pandemie im März hat man gesehen, dass es durch die Kontaktbeschränkungen und die Hygienemaßnahmen einen Rückgang bei der Grippewelle und bei den Erkältungen gab“, gibt sich Tanja Schlüter hoffnungsvoll.

Impfung zu einem späteren Zeitpunkt sinnvoll

Wer bisher bei der Grippeimpfung leer ausgegangen ist, kann sich auch noch später impfen lassen. Die STIKO sehe gegenwärtig keine Gründe, in diesem Jahr besonders frühzeitig mit der Influenzaimpfung zu beginnen. Sie bekräftige hingegen, dass eine Influenzaimpfung durchaus noch später im Verlauf der Influenzasaison sinnvoll sein könne, wenn eine Impfung vor Saisonbeginn verpasst wurde.

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