Das Gebiet um die Emmerbachaue war am Mittwoch überflutet. Auf der wasserfreien Fläche rechts leben Ziegen. © Daniel Schulte
Wassermassen

Gebiet um Emmerbachaue in Davensberg überflutet – doch das ist gut so

Das Gebiet um die Emmerbachaue in Davensberg wurde am Mittwoch überschwemmt. Der Pegelstand ist vergleichbar mit dem Stand beim Hochwasser in Münster von 2014. Doch das ist sogar gut.

Mit den steigenden Temperaturen und dem Tauwetter ist das Gebiet um die Emmerbachaue in Davensberg am Mittwoch, 17. Februar, komplett überschwemmt worden. Die Wassermassen drangen bis über einen Zaun und begruben einen Gehweg unter sich, der um die Emmerbachaue führt.

Seit 2012 ist das Gebiet um die Emmerbachaue eine Weidelandschaft. Zurzeit stehen dort Ziegen. Der Nabu (Naturschutzbund Deutschland) Münsterland ist für die ökologische Baubegleitung und das Monitoring der Emmerbachaue verantwortlich. Die Fläche gehört der Gemeinde Ascheberg. Eine Überschwemmung in diesem Ausmaß habe es laut Nabu-Mitarbeiter Norbert Menke in den vergangenen Jahren nicht gegeben.

Überschwemmung ist nicht schlimm, sondern Zweck der Fläche

Die großen Wassermassen sind aber kein Problem. „Der Emmerbach ist ein Gewässer, das relativ schnell überlauft. Auf dem Luftbild sieht man gut, dass die Fläche ihre Funktion erfüllt. Die Fläche ist eine Retentionsfläche. Auf einer Retentionsfläche soll sich das Wasser sammeln und abfließen“, erklärt Nabu-Experte Menke. Die Fläche erfülle also ihren Zweck.

Man brauche diese Räume. Das Wasser könne sich dort ausbreiten, ohne jemandem zu schaden. Der Überschwemmungsbereich sei genau gefüllt. „Bis Samstag spätestens sollte das Wasser wieder abgeflossen sein. Das geht schnell“, führt Menke fort.

Das Hochwasser sei für die Ziegen, die dort seit Ende des vergangenen Jahres leben, unproblematisch. Ihre Weidefläche sei erhöht und mit einem Stall ausgestattet.

Die Fläche erfüllt ihren Zweck: Hier soll sich das Wasser sammeln und dann abfließen.
Die Fläche erfüllt ihren Zweck: Hier soll sich das Wasser sammeln und dann abfließen. © Daniel Schulte © Daniel Schulte

Gemeinde sieht keinen Handlungsbedarf

Gemeinde-Pressesprecherin Simone Böhnisch teilt mit: „Wir müssen in der Regel nicht tätig werden, wenn der Emmerbach über die Ufer tritt. Der wassergebundene Weg, der um die Emmerbachaue führt, ist ein sogenannter Bewirtschaftungsweg, der so angelegt wurde, dass er überflutet werden kann“.

Die Gemeinde prüfe bei Hochwasserereignissen, ob der Abfluss aus der Emmerbachaue gewährleistet sei. Ist dies nicht der Fall, werde der Bauhof tätig. Außerdem stehe man in Kontakt mit dem Wasser- und Bodenverband.

Mit dem Verband plane die Gemeinde in den nächsten Jahren punktuelle Maßnahmen zur Gewässerentwicklung. Das Gebiet um die Emmerbachaue sei ein sehr wichtiger Bestandteil des wasserwirtschaftlichen Gesamtkonzeptes in Davensberg.

Dass es eine solche Überflutung lange nicht mehr gegeben habe, bestätigt auch die Gemeinde. „Das letzte Starkregenereignis, an dem der Emmerbach vergleichbare Pegelstände erreicht hat, war unseres Wissens nach am 28. Juli 2014 und den folgenden Tagen beim Hochwasser Münster“, sagt Böhnisch. Damals löste das Hochwasser den größten Einsatz von Feuerwehren und Hilfsorganisationen in Münster seit Ende des Zweiten Weltkriegs aus.

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