Fischverkauf Wenning vorerst abgesagt: „Sind darauf angewiesen, abzuwarten“

dzCorona-Verdacht

Weil ein Mitarbeiter der Firma Wenning in Ascheberg Kontakt zu einer infizierten Person hatte, hat sich das Unternehmen entschieden, seinen Backfischverkauf abzusagen - zumindest vorerst.

Ascheberg, Herbern

, 21.10.2020, 14:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wir haben alles aufgebaut, theoretisch müssten wir nur das Tor aufmachen“, sagt Stefanie Schulze-Wenning am Mittwoch (21. Oktober) am Telefon. Am kommenden Wochenende und an dem danach sollten auf dem Hof an der Lüdinghauser Straße 17 stilecht im Kirmeswagen wieder Backfische verkauft werden. Doch daraus wird jetzt erstmal nichts - die beiden ersten Wochenenden sind abgesagt.

„Wir sind gestern [Dienstag, Anm. d. Red.] benachrichtigt worden, dass ein Mitarbeiter Kontakt mit einer infizierten Person hatte“, sagt Schulze-Wenning. Als Kontaktperson ersten Grades befindet sich der Mitarbeiter nun in Quarantäne. Weil die Wenning-Mitarbeiter wiederum Kontakt mit dem eigenen Kollegen hatten, hat Stefanie Schulze-Wenning kurzerhand entschieden, den Fischverkauf abzublasen. Zwei weitere Mitarbeiter hätten sich in der Zwischenzeit in Selbstquarantäne begeben.

Schulze-Wenning: „Es ist besser zu sagen: ‚Wir verschieben es‘“

„Ich kann nicht gewährleisten, ob man 10 oder 15 Minuten Kontakt hatte oder nicht. Ich kann das als Arbeitgeber ja gar nicht 100-prozentig nachverfolgen. Ich kann den Film nicht nochmal abspulen und die Zeit messen. Meiner Meinung nach darf man die Infektionen nicht unterschätzen. Und da ist es in diesen schwierigen Zeiten besser zu sagen, ‚Wir verschieben es‘ und begeben uns auf Abstand, um dann sicher zu sein, dass wir uns und andere schützen.“

Zeitgleich könne das Unternehmen den Backfisch-Stand nicht nur mit 2 Personen betreiben: „Glühwein ausschenken ist einfach, aber Backfisch zu produzieren ist ein riesen Aufwand, der drei bis vier Tage Vorlauf benötigt“, so Schulze-Wenning. Denn der Fisch müsse unter anderem aufgetaut, geschnitten und portioniert werden. „Backfisch ist kein halbfertiges Produkt wie Pommes.“ Auch die Desinfektion der Tische und die Kontrollen der WCs könnten mit zu wenig Personal nicht turnusmäßig durchgeführt werden. „Bevor da Gefahr besteht, ziehe ich die Konsequenzen daraus und warte ab.“

Noch besteht Hoffnung für das letzte der geplanten Wochenenden, das die Aschebergerin geplant hat: das Wochenende um das Laternenfest vom 5. bis 8. November. „In zwei Wochen kann ich das definitiv sagen.“ Wenn die Fallzahlen in der Gemeinde und im Kreis Coesfeld es dann zulassen sollten, würde Stefanie Schulze-Wenning die beiden ausgefallenen Wochenenden gern dranhängen. Doch das hänge auch davon ab, ob das Unternehmen auf dem noch nicht abgesagten Weihnachtsmarkt in Halle an der Saale stehen wird. „Ich persönlich habe die Befürchtung, dass es abgesagt wird“, so Schulze-Wenning. Der Weihnachtsmarkt in Leipzig ist bereits abgesagt worden. Auch da ist Wenning normalerweise vertreten. Der große Vorteil: Dann könnte Wenning auf dem eigenen Hof verkaufen.

„Ich vermag nicht zu sagen, was in zwei Wochen sein wird“

„Ich vermag nicht zu sagen, was in zwei Wochen sein wird. Was heute gilt, kann morgen wieder falsch sein. Ich möchte gerne, aber ich kann nicht sagen wie in zwei Wochen die Fallzahlen aussehen. Ich hätte in diesen Zeiten gerne eine Kristallkugel“, sagt Stefanie Schulze-Wenning.

An alle, die sich bereits auf die kommenden beiden Wochenende gefreut haben, sagt Stefanie Schulze-Wenning: „Es tut mir leid für die vielen Tischreservierungen. Ich würde mich freuen, wenn Sie zu einem späteren Zeitpunkt zu uns auf den Hof kommen. Hin und her kann man lange diskutieren. Wenn auch nur ein Quäntchen Gefahr besteht, möchte ich das nicht. Man hat nur eine Gesundheit und die ist absolut wichtig. Wir sind jetzt darauf angewiesen, abzuwarten.“

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