Die Firma Angelkort Schädlingsbekämpfung aus Herbern hat sich für das Jahr 2020 Unterstützung im Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner gesichert. Schaum und besondere Fallen spielen eine Rolle.

Herbern, Werne

, 18.12.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist deutlich ruhiger geworden um den Eichenprozessionsspinner (EPS). Das Tierchen mit den giftigen Haaren, die bei Menschen und Haustieren für heftige allergische Reaktionen sorgen können, scheint auf dem Rückzug zu sein. Gefühlt haben sich schließlich gerade in den Sommermonaten die Schädlingsbekämpfer quasi die Klinke in die Hand gegeben. Und jetzt? Menschen in Schutzanzügen mit Spezialsaugern auf der Jagd nach kleinen EPS-Nestern - die sieht man doch kaum noch.

Michael Steinkamp von der Firma Angelkort Schädlingsbekämpfung in Herbern runzelt die Stirn. Die Nester - und damit die Gefahr - seien nämlich immer noch da. Nur sind sie nicht mehr so präsent: „Die Leute sind bei diesem Wetter eben weniger draußen. Da fällt es nicht so auf.“ Und davon, dass die „Hochphase“ des Eichenprozessionsspinners vorbei ist, könne auch keine Rede sein. Härchen, Eier, Tierchen - ist alles noch da. Und das, obwohl die Angelkort-Mitarbeiter in diesem Jahr zeitweise bis zu 10.000 Nester im Monat beseitigt haben: „Wir bräuchten schon zwei Wochen durchgängig Frost, damit die Tiere kaputt gehen“, erklärt Steinkamp.

Alternativen zum EPS-Spezialsauger

Auch deswegen rüstet man sich bei der Firma Angelkort schon jetzt für das kommende Jahr. Für die Zeit, in der die Anfragen von Kunden voraussichtlich wieder steigen werden: 2020 soll es dem Eichenprozessionsspinner mit neuen Methoden an den Kragen gehen.

Bislang gab es in dem Kleinkrieg zwischen Schädlingsbekämpfer und giftiger Raupe vor allem zwei Strategien. Die erste diente der Vorbeugung: Das Versprühen von Bakterien auf den Blättern sollte dem EPS den Appetit verderben. Methode zwei: Einsatz des Spezialsaugers, zum Entfernen der Nester von den Bäumen.

Nun kommen drei zusätzliche Optionen. Eine davon nimmt tierische Helfer mit ins Boot. Durch Nistkästen sollen sich wieder mehr Vögel ansiedeln, die als natürliche Schädlingsbekämpfer zum Einsatz kommen. Einen solchen Nistkasten gibt es bei Angelkort für 18 Euro zu kaufen.

EPS-Fallen sind leicht anzubringen

Wer davon nichts hält, der kann auf eine Alternative zurückgreifen: Die „EPS-Falle“ besteht aus einem Schlauch, Ring und einem mit einer speziellen Erde gefüllten Beutel. Schlauch und Ring werden um den Baum gelegt - und im Idealfall spaziert das Tierchen mit den giftigen Haaren dann dort hinein und rutscht in den mit einem Lockstoff versehenen Beutel, wo es anschließend einfach austrocknet. „Wir haben hier noch keine konkreten Erfahrungswerte damit. Aber es soll funktionieren“, sagt Steinkamp.

Jetzt lesen

Anders als Nistkästen und Fallen lässt sich Methode Nummer drei nur von Fachleuten umsetzen: Von der Firma Elmo hat die Firma Angelkort ein spezielles Heißwasser-Schaum-Gerät gekauft. Bei dem Schaum handelt es sich um eine ungiftige Substanz, die Eiweiße zum Stocken bringt - und so dem EPS den Garaus machen soll.

Bedenkenlose Schaum-Mischung soll gegen EPS helfen

Da der Schaum entsprechend bedenkenlos ist, kann er laut Helge Kortmann von der Firma Elmo auch in sensiblen Bereichen - also etwa im näheren Umfeld von Kitas und Schulen im laufenden Betrieb - eingesetzt werden. Gänzlich lösen werde man das EPS-Problem aber selbst durch die neuen Methoden nicht, betonen Steinkamp und Kortmann unisono: „Wir können es nur eindämmen.“

Wichtig sei, dass man die verschiedenen Optionen zur Bekämpfung im Zusammenspiel ziehe. Dann könnte die Firma Angelkort 2020 vielleicht etwas mehr Luft zur Beseitigung des Eichenprozessionsspinners haben. Denn ein Jahr wie 2019 braucht man nicht unbedingt noch einmal. Da konnten sich die Schädlingsbekämpfer vor Anfragen kaum retten und nur noch „Stammkunden“ bedienen.

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt