Verschärfte Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr: Künftig gilt das Tragen einer OP- oder FFP2-Maske in Bussen und Bahnen. Ob sich die Fahrgäste daran halten, lässt sich nicht kontrollieren, erklärt eine Sprecherin für die Eurobahn, die zwischen Dortmund und Münster verkehrt. © dpa
Eurobahn RB50

FFP2-Maske, ja oder nein? Maskenpflicht in Eurobahn nicht kontrollierbar

Das Tragen einer FFP2- oder OP-Maske ist im Nahverkehr ab Montag verpflichtend. Bei der Eurobahn bereitet man sich auf die verschärfte Maskenpflicht vor und die Frage, wie man sie kontrollieren kann.

Verschärfte Maskenpflicht in Bussen und Bahnen. Bund und Länder haben sich am Dienstag (19. Januar) auf strikte Maßnahmen im Öffentlichen Nahverkehr geeinigt. Demnach ist das Tragen einer sogenannten OP-Maske oder Mund-Nase-Bedeckungen mit den Standards KN95/N95 oder FFP2 Pflicht. Die Verantwortlichen der Eurobahn, die mit der RB-Linie 50 zwischen Dortmund und Münster verkehrt und unter anderem in Lünen, Werne, Capelle und Ascheberg hält, bereiten sich derzeit auf die verschärften Maßnahmen vor.

„Wir sind seit gestern dabei, unser Bordpersonal mit OP-Masken auszustatten“, erklärt Nicole Pizzuti, Unternehmenssprecherin von Eurobahn-Betreiber Keolis, am Donnerstag (21. Januar). Etwa 580 Mitarbeiter an verschiedenen Standorten bekommen die Masken.

Verschärfte Maskenpflicht ab Montag

Ab Montag (25. Januar) gilt die verschärfte Maskenpflicht in der Eurobahn. In den ersten Tagen, so Pizzuti, werde man Fahrgäste, die gegen diese Regel verstoßen und nur eine Alltagsmaske wie einen selbst genähten Mundschutz tragen, auf die verschärfte Maßnahme hinweisen.

„Wer in den ersten Tagen noch eine Communitymaske trägt, wird freundlich darauf hingewiesen, dass das nicht mehr ausreicht. Da reagieren unsere Mitarbeiter mit Fingerspitzengefühl und Augenmaß.“ Ab Mittwoch werde man strikt durchgreifen bei einem Fehlverhalten und Uneinsichtigkeit. Auch bei der Einführung der allgemeinen Maskenpflicht habe man so verfahren. Nun aber ist das Tragen einer medizinischen Maske oder einer FFP2-Maske Pflicht. Doch wie können die Mitarbeiter in den Eurobahnen diese überhaupt kontrollieren?

„Mitarbeiter können es nicht kontrollieren“

„Sie können es nicht, weil sie keine Mediziner sind. Man kann natürlich erkennen, ob es OP-Masken sind. Aber es geht jetzt keiner los und überprüft, ob bei der FFP2-Maske das richtige CE-Siegel dran steht. Und kein Mitarbeiter wird auf dem Smartphone nachschauen, ob es den Hersteller auch wirklich gibt“, sagt Pizzuti. Ebenso wenig könne man überprüfen, ob die OP-Masken nach dem Gebrauch vernünftig desinfiziert worden sind. „Das alles können unsere Mitarbeiter nicht prüfen. Dann bräuchten sie eine andere Ausbildung.“

Sie können aber sehr wohl unterscheiden, ob es sich um eine OP-Maske oder genähte Stoffmaske handelt. „Sie können zur Überprüfung nur ihre erste optische Wahrnehmung einsetzen. Sie können nicht die Qualität der Masken kontrollieren oder wie lange die Maske aufgesetzt wurde“, erklärt Pizzuti.

Dabei gilt wie schon seit Einführung der generellen Maskenpflicht, dass die Verantwortlichen von Keolis im Zweifel von ihrem Hausrecht Gebrauch machen. Wer sich strikt nicht an die neue, verschärfte Maskenpflicht hält, kann aus der Eurobahn fliegen.

Der Großteil der Fahrgäste habe sich an die Maskenpflicht, die bereits auf Bahnsteigen, in Bahnhöfen und an Bushaltestellen gilt, gehalten. Vereinzelt aber habe es auch Fahrgäste gegeben, die sich komplett dagegen gewehrt haben, wie Pizzuti erzählt. „Das kam auch oft in Kombination mit einem fehlenden Ticket zusammen. Dann ziehen wir auch die Bundespolizei hinzu, wenn der Fahrgast zum Beispiel aggressiv reagiert.“

Aktuell fahren generell deutlich weniger Kunden mit der Eurobahn. Nur Pendler, die zu ihrer Arbeitsstelle fahren, nutzen laut Nicole Pizzuti derzeit die RB50. Aktuell sei man bei einem Fahrgastaufkommen von 40 Prozent im Vergleich zur normalen Auslastung. Auf der RB50-Linie gebe es deshalb auch keine Überlegungen über eine Kapazitätserweiterung, so Pizzuti. „Es wird sicher lange dauern, bis wieder alle Fahrgäste an Bord sind“, sagt die Unternehmenssprecherin.

Über die Autorin
Redaktion Werne
Studium der Sportwissenschaft. Nach dem Volontariat bei Lensing Media zunächst verantwortlich für die digitale Sonntagszeitung, nun in der Lokalredaktion Werne der Ruhr Nachrichten.
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Andrea Wellerdiek

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