Die Zukunft ist digital. Deshalb wollen die Städte und Gemeinden im Kreis Coesfeld jetzt die Umstellung vorantreiben. © picture alliance/dpa
Smart Cities

Digitale „Revolution“ im Kreis: Gutscheine, Bustickets und mehr online

Die Städte und Gemeinden im Kreis Coesfeld wollen bei der Digitalisierung nicht mithalten, sondern vorne mitmischen. Den Vorteil sollen die Menschen in vielen Lebensbereichen haben.

Die Unterschiede könnten größer kaum sein: „Wir unterrichten auch im Lockdown nach Stundenplan“, sagen die Leitungen der Gesamtschulen Olfen und Nordkirchen. Andere weiterführende Schulen im Kreis setzen angesichts fehlender technischer Ausstattung zwangsweise auf Wochenaufgaben. Damit wollen sich auch die Bürgermeister im Kreis Coesfeld nicht zufrieden geben.

Sie haben bei ihrem jüngsten Treffen vereinbart, die Digitalisierung massiv vorantreiben zu wollen. Möglich machen soll das auch Modellprojekt Smart Cities. Die Ausgangslage ist vielversprechend.

Kreis Coesfeld hat sich einen Vorsprung erarbeitet

Während andere Städte und Kreise noch die Phase A (Entwicklung kommunaler Ziele, Strategien und Maßnahmen zur Gestaltung der Digitalisierung) abarbeiten müssen, kann der Kreis Coesfeld direkt in die Phase B (Umsetzung der Ziele, Strategien und Maßnahmen) vorrücken.

„Durch diesen Vorsprung hat der Kreis Coesfeld gute Chancen einen Beitrag erfolgreich in diesem Förderwettbewerb zu platzieren und den Vorsprung beim Zugang zu Fördermitteln auch in einen Vorsprung bei der Digitalisierung umzusetzen“, betont die Kreisverwaltung in einer Sitzungsvorlage. Dabei geht es um viel Geld. Der Bund stellt Fördermittel von 300 Millionen Euro zur Verfügung.

Wilhelm Sendermann, Sprecher der Bürgermeister im Kreis Coesfeld, hat mit seinen Amtskolleginnen und -kollegen bereits Bereiche mit Digitalisierungsbedarf identifiziert.

Einheitliche Plattform beim Thema Mobilität

Das fängt bei einer weitgehend papierlosen Verwaltung an, die den Bürgern neue Möglichkeiten bei verschiedensten Anliegen und Anträgen ermöglicht und ihnen so den Weg ins Rathaus erspart. Ein großes Thema ist der Verkehr. Es geht um die Verknüpfung Auto, Bus und Fahrrad. „Wir brauchen beim Thema Mobilität eine einheitliche Plattform“, sagt Bürgermeister Wilhelm Sendermann. Die Reihe der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister im Kreis Coesfeld kann sich auch digitale Gutscheine vorstellen. „Das muss aber gewollt sein“, sagt Sendermann.

Das gelte in gleichem Maße für neue Angebote in der Wirtschaft. Ein Stichwort ist in diesem Zusammenhang das Coworking. Dabei arbeiten Freiberufler, kleinere Startups in größeren Räumen zusammen. Wilhelm Sendermann warnt bei aller Wichtigkeit des Themas vor zu großen Erwartungen. „Die Umsetzung geht nicht zu schnell.“

Wie aktuell bei der Ausstattung der Schulen wird es auch bei anderen Digital-Projekten so sein, dass die Städte und Gemeinden nicht im Gleichschritt voran gehen. Vielmehr bleibt es jeder Kommune überlassen, wie stark sie welches Digital-Vorhaben vorantreibt.

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Redaktion Selm
Journalist aus Leidenschaft, Familienmensch aus Überzeugung, Fan der Region. Als Schüler 1976 den ersten Text für die Ruhr Nachrichten geschrieben. Später als Redakteur Pendler zwischen Münsterland und Ruhrgebiet. Ohne das Ziel der Arbeit zu verändern: Die Menschen durch den Tag begleiten - aktuell und hintergründig, informativ und überraschend. Online und in der Zeitung.
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Thomas Aschwer

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