CDU-Politikerin trägt T-Shirt aus Herbern und Werne bei Rede im Bundestag

dzModelinie Bauernkind

Aus einer Schnapsidee wurde ein erfolgreiches Start-up: Fünf Freunde, darunter ein Herberner, brachten ihre eigene Mode-Linie heraus. Und ein T-Shirt von Bauernkind war nun im Bundestag zu sehen.

Herbern, Werne

, 19.09.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In der Vergangenheit wurden sie als „Landeier“ bezeichnet. Die fünf Freunde Lukas Meyer-Tonndorf, Jannik Altpeter, Jost Teepker sowie Jan Möllenbrink aus Werne und Ansgar Selhorst aus Herbern machten daraus eine Tugend und brachten ihre eigene Mode-Linie heraus. Mit großem Erfolg. Die Kleidung mit dem Schriftzug „Bauernkind“ wurde schon vielfach verkauft. Und mindestens eine prominente Trägerin gibt es auch.

Abgeordnete im Bauernkind-Shirt

Gitta Connemann, stellvertretende Vorsitzende der CDU-/CSU-Bundestagsfraktion, hat jüngst in ihrer Rede im Deutschen Bundestag ein T-Shirt von Bauernkind getragen. Sie ist selbst ein Bauernkind. Das zeigt die 55-Jährige damit auf großer öffentlicher Bühne.

Und sie nimmt den gleichlautenden Schriftzug auf dem grünen Kleidungsstück als Anlass zu ihrer Rede, in der es auch um die Existenzängste von Landwirten in Deutschland geht.

Jetzt lesen

Gitta Connemann möchte ein Zeichen setzen

Nachdem sie im April in der Lokalzeitung einen Artikel über das Label und seine Gründer gelesen hat, habe sie zwei T-Shirts bestellt. Das grüne Exemplar trug sie bei ihrer Rede im Bundestag. Damit möchte sie nach eigenen Angaben ein Zeichen setzen.

„Ich bin ein Bauernkind. Darauf bin ich stolz. Meine Familie, meine Herkunft haben mich erst zu der gemacht, die ich bin. Aber zur Wahrheit gehört: Bauernkinder werden heute gemobbt. Sie werden ausgeschlossen, isoliert, weil ihre Eltern Landwirte sind oder sie selbst es werden wollen. Sie brauchen unsere Solidarität. Sie brauchen unser Bekenntnis. Und verdienen es auch“, sagt Gitta Connemann, die damit liebäugelt, ein weiteres Shirt zu kaufen.

CDU-Politikerin trägt T-Shirt aus Herbern und Werne bei Rede im Bundestag

Fünf Freunde werden zu Geschäftspartnern: Aus einer Schnapsidee haben (v.l.) Lukas Meyer-Tonndorf, Jost Teepker, Jannik Altpeter, Jan Möllenbrink und Ansgar Selhorst das Modelabel „Bauernkind“ entwickelt. Und das mit Erfolg. © Bauernkind

Perfekte Werbung für Bauernkind-Verantwortliche

Für die fünf Freunde, die hinter und für „Bauernkind“ stehen, ist der Auftritt im Bundestag natürlich eine perfekte Werbung.

„Der Auftritt war so nicht abgesprochen. Frau Connemann hat ganz normal bei uns ein T-Shirt bestellt. Dass sie es im Bundestag bei einer Rede anziehen würde, hat uns wirklich schon sehr überrascht und uns natürlich gefreut“, sagt Lukas Meyer-Tonndorf (26), der wie seine Mitstreiter noch immer nicht so recht an den Erfolg des jungen Start-up-Unternehmens glauben kann.

Mit einer Schnapsidee hat alles angefangen

Angefangen hat alles in der einstigen WG der Freunde in Göttingen mit einer Schnapsidee. Eigentlich wollten sie nur coole Shirts für die Clique haben und gleichzeitig ein Zeichen setzen.

„Wir leben für das Land. Ein Bauernkind zu sein, ist ein Lebensgefühl. Es geht eher um eine innere Einstellung, als um die Herkunft. Es ist einfach etwas Schönes“, erklärt Lukas Meyer-Tonndorf. Und das sehen viele „Landeier“ genauso.

Gute Resonanz auf die Ware

Viele T-Shirts, Hoodies, Pullover haben sie bereits verschickt. Das geschieht immer in sogenannten Bestellwellen. Denn: Hinter der Philosophie des jungen Unternehmens steckt auch, dass man die Ware nur zu bestimmten Zeiten kaufen kann. Deshalb gibt es auch keine massenhafte Produktion der Waren.

„Dieses ständige Übermaß an Klamotten, das überall herrscht, hat uns angekotzt“, sagt Lukas. Mittlerweile gehen die Waren aus dem neuen Lager in Geerste (Niedersachsen) an die Käufer.

CDU-Politikerin trägt T-Shirt aus Herbern und Werne bei Rede im Bundestag

Viele verschiedene Kleidungsstücke bieten die Freunde zum Verkauf an. Im Oktober startet eine neue Bestellwelle der neuen Kollektion. © Bauernkind

Nächste Bestellwelle im Oktober

Die nächste Bestellwelle peilen die Jungunternehmer für Anfang Oktober an. Dann soll es eine Herbstkollektion mit neuen Farben und einem neuen Hoodie geben, erzählt Lukas Meyer-Tonndorf. Bei der letzten Bestellwelle ging es deshalb darum, das Lager so weit es geht zu leeren. Und das hat bis auf einige vereinzelte Artikel auch geklappt.

„Wir hätten nie gedacht, dass daraus so eine große Nummer wird“, sagt Lukas. Und nun wurde sogar schon in Berlin über ein T-Shirt von „Bauernkind“ gesprochen. Denn die häufigste Frage, die Gitta Connemann zu ihrem Outfit an diesem Tag bekommen hat, war: „Wo gibt es das?“

Lesen Sie jetzt
Dorstener Zeitung Polizeieinsatz an Flüchtlingsheim

Jäger am Flüchtlingsheim kann Aufregung nicht verstehen: „Er hat sogar noch nett gegrüßt“