Norbert Röttgen (l.) und Marc Henrichmann kennen sich seit vielen Jahren persönlich - wie dieses Archivfoto belegt. Für wen der CDU-Kreisvorsitzende Henrichmann am Wochenende stimmt, hat er nicht öffentlich verraten. © Theo Wolters (A)
Bundesvorsitzender

CDU-Mitglieder im Kreis Coesfeld haben keinen klaren Favoriten

Armin Laschet, Friedrich Merz oder doch Norbert Röttgen? Welcher Kandidat für den Bundesvorsitz der CDU darf auf Rückenwind aus dem Kreis Coesfeld hoffen? Die Weichen sind gestellt.

Am Wochenende (15./16. Januar) entscheidet die Bundes-CDU über ihren Vorsitzenden. „Eine Weichenstellung, wohin unsere Partei geht“, erwartet der Bundestagsabgeordnete und Kreisvorsitzende Marc Henrichmann. Zusammen mit den anderen Delegierten aus dem Kreis Coesfeld hat er deshalb am Samstag (9.1.) den Kontakt zur Basis gesucht. Mit einem überraschenden Ergebnis.

Einige Mitglieder wünschten sich in der Videokonferenz mit den Delegierten (Lena Steinkamp, Evelyn Korth, Karl Schiewerling, Dr. Christian Schulze Pellengahr, Dietmar Panske und Marc Henrichmann) einen Vorsitzenden mit wirtschaftspolitischer Kompetenz. Andere sahen im Klimawandel die entscheidende Herausforderung.

ln NRW habe die CDU ihr Profil als Partei der inneren Sicherheit geschärft, erklärte der Landtagsabgeordnet Dietmar Panske (Ascheberg) in der rund 90-minütigen Videorunde. Sein Favorit solle diese und weitere Kernkompetenzen der Partei nach vorne rücken und sich hier deutlich positionieren.

Schiewerling: Auch eine Frage der Kanzlerschaft

Der frühere Bundestagsabgeordnete Karl Schiewerling blickte über den 16. Januar hinaus. „Wir können die Frage des Vorsitzes nicht von der Frage der Kanzlerschaft trennen“, meinte er. Wichtig sei daher auch, welcher Kandidat am besten den Bürgerinnen und Bürgern zu vermitteln sei.

Die CDU als Volkspartei, die die politische Mitte von sich überzeugt, rückte Henrichmann in den Vordergrund. Er wünschte sich Geschlossenheit. „Wer die Flügel unserer Partei am ehesten zusammenführen kann, ist mein Kandidat.“ Er hatte erst vor wenigen Tagen von einer persönlichen Tendenz für einen der drei Kandidaten gesprochen, aber keinen Namen genannt.

Für Friedrich Merz ist es die zweite Bewerbung um den CDU-Vorsitz. Er gilt als ein Kandidat für einen eindeutig konservativen Kurs der Partei. 2018 unterlag er bei seinem Politik-Comeback gegen Annegret Kramp-Karrenbauer. Er wagt jetzt einen neuen Anlauf.

Als Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen bekleidet Armin Laschet das wichtigste Amt unter den drei Kandidaten. Im Vergleich zu Friedrich Merz gilt Armin Laschet als ein Kandidat, der inhaltlich näher an der Mitte der Partei angesiedelt ist.

Bereits seit 1994 sitzt Norbert Röttgen im Deutschen Bundestag. Von 2009 bis 2012 war er Umweltminister unter Bundeskanzlerin Angela Merkel in deren zweiter Amtszeit. In seiner Bewerbung vor dem Parteitag 2021 spielte die klare Abgrenzung der CDU zum Rechtspopulismus eine große Rolle.

Für alle drei Positionen und damit für alle drei Bewerber gibt es im Kreis Coesfeld Fürsprecher. Damit gibt es von den CDU-Mitgliedern keinen klaren Auftrag an die Delegierten, sich zwingend für einen der Bewerber stark einzusetzen. Sie können damit ganz ihrem eigenen Gewissen folgen.

Über den Autor
Redaktion Selm
Journalist aus Leidenschaft, Familienmensch aus Überzeugung, Fan der Region. Als Schüler 1976 den ersten Text für die Ruhr Nachrichten geschrieben. Später als Redakteur Pendler zwischen Münsterland und Ruhrgebiet. Ohne das Ziel der Arbeit zu verändern: Die Menschen durch den Tag begleiten - aktuell und hintergründig, informativ und überraschend. Online und in der Zeitung.
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Thomas Aschwer

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