Bürgerschützen Herbern in Corona-Krise: „Wir hängen in der Luft“

dzSchützenfest Herbern

Die Bürgerschützen in Herbern wollen, dass die Gemeinde Ascheberg dem Verein das Schützenfest im Juni untersagt, um Rechtssicherheit zu haben. Doch viel Unklarheiten in der Corona-Krise erschweren das.

Herbern

, 03.05.2020, 15:07 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für Karsten Nägeler, 1. Vorsitzender des Bürgerschützenvereins 1822 Herbern e.V., ist eines trotz aller Ungewissheit klar: „Alle Welt weiß, es wird in diesem Jahr kein Schützenfest stattfinden.“ Damit haben er und der Verein sich arrangiert.

Was die Schützen jedoch nicht verstehen, ist dass sowohl die Gemeinde Ascheberg als auch viele Vereine ohne klare Vorgaben des Landes in der Luft hängen gelassen werden. Bis zum 1. Mai waren nur Großveranstaltungen an sich verboten. Was das genau heißt und wie viele Personen das umfasst, ist unklar.

Am 1. Mai hat das Land NRW dann in einer neuen Verordnung verfügt, dass zu diesen Großveranstaltungen auch Schützenfeste gehören. Allerdings steht im letzten Paragraf der Verordnung, dass diese Fassung nur bis zum 10. Mai gilt.

Das Problem für die Schützen: Die Sorge, ohne rechtsverbindliche Aussage, auf deren Grundlage der Verein Vertragspartnern für das Schützenfest vom 12. bis 14. Juni absagen kann, in Regress genommen zu werden. Auch, so Nägeler, wenn der Verein dieses Szenario für unwahrscheinlich halte.

Schützenfest in Herbern ist bisher nicht untersagt worden

Aber: „Es ist wieder keine klare Kante, man hangelt sich von Woche zu Woche“, sagt Nägeler auf Nachfrage. „Es kann nicht sein, dass da alle im Dunkeln rumtapern und die Politik da keine rechtsverbindliche Aussage macht.“

Er und der Bürgerschützenverein fordern, dass die Gemeinde Ascheberg dem Verein das Schützenfest untersagt, damit sich der Verein mit einer eigenen Absage nicht in Schwierigkeiten bringt. Doch eine Absage durch die Gemeinde Ascheberg ist bisher nicht erfolgt. Denn die Gemeinde, so sei es Karsten Nägeler zurückgemeldet worden, warte auf Ansagen des Landes. Auch die Behörde tue ihm in dieser Situation leid.

Bürgerschützen Herbern
Mitgliedsbeiträge ausgesetzt

  • Der Bürgerschützenverein Herbern hat derzeit 592 Mitglieder.
  • Die Mitgliedsbeiträge der Herberner Bürgerschützen sind seit April bis auf Weiteres ausgesetzt.

In einer E-Mail hatte Karsten Nägeler Ende April um eine klare Antwort dazu gebeten, ob das Schützenfest nun stattfinden könne oder nicht. Die Antwort: Weil das Bürgerschützenfest nicht unter die Ausnahmeregelungen falle, dürfte es nicht stattfinden. Allerdings, so der Tenor der Mail, könne sich in der Zeit bis zum 12. Juni noch einiges ändern. Zu der neuen Regelung vom 1. Mai habe es am Wochenende noch keine Rückmeldung der Gemeinde an den Verein gegeben, so Nägeler.

Kosten sind für den Schützenverein für das diesjährige Fest noch nicht entstanden. „Wir haben keine Druckkosten, wir konnten noch alles einstampfen. Die viele ehrenamtliche Arbeit ist vernichtet worden. Finanziell ist nichts passiert“, sagt Nägeler. Und die Kosten für die drei Musikzüge plus Show fallen erst bei Durchführung an.

Der langjährige Festwirt hingegen könnte rund 6000 Euro für den Zeltbauer einfordern. Denn ein derartiger Fall, wie er durch die Corona-Krise ausgelöst wurde, habe der Bürgerschützenverein Herbern vertraglich nicht geregelt. „Da können wir nur hoffen, dass er es überlebt und wiederkommen will.“ Dasselbe gelte auch für alle anderen Arten von Veranstaltungen, bei denen Festwirte und Zeltbauer betroffen sind. „Es ist für alle eine missliche Lage“, sagt Nägeler. Besonders dass in diesem Jahr Jubiläumen für Schützenvereine wie in Varnhövel-Ehringhausen oder Davensberg ausfallen müssen, tue ihm sehr leid, sagt Karsten Nägeler.

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„Dass der Spaß im Hintergrund steht, ist gar keine Frage“, sagt der 1. Vorsitzende der Bürgerschützen. Auch dem Herberner Verein sei es wichtig, dass in diesen Zeiten alle gesund blieben. „Uns ist klar, dass es nichts werden wird, aber wir hängen in der Luft.“ Für eine klare Aussage dazu, ob das Bürgerschützenfest in Herbern nun abgesagt wird oder nicht, bleibt dem Verein nun weiterhin nur eines: Abwarten.

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