Das Frühlingsfest in Herbern, hier im Jahr 2018, wird in diesem Jahr abgesagt. Denn auch ein alternatives Format ist für den Organisator undenkbar. © Foto: Michael Meyer-Weitkamp
Veranstaltung in Herbern

„Alternativ-Format ist undenkbar“: Frühlingsmarkt in Herbern wird abgesagt

Die erste Veranstaltung 2021 in der Gemeinde Ascheberg sollte eigentlich der Frühlingsmarkt in Herbern bilden. Doch daraus wird wohl nichts. Denn für den Veranstalter ist eine Alternative undenkbar.

Der Frühlingsmarkt in Herbern im April war im vergangenen Jahr eine der ersten Veranstaltungen, die im Zuge der Corona-Pandemie abgesagt werden mussten. Gut einen Monat zuvor hatten die Verantwortlichen von der Werbegemeinschaft Herbern Parat als Ausrichter den beliebten Markt abgesagt. Das Frühlingsfest sei zwar eine Veranstaltung im Freien, „aber da viele Menschen verunsichert sind, kommen hinterher weniger Besucher und da hat auch keiner was davon“, erklärte Thomas Ritz, Vorsitzender von Herbern Parat, die Absage.

Seinerzeit konnte man noch nicht ahnen, welche Ausmaße die Corona-Pandemie annehmen würde. Heute ist klar: Auch ein Jahr danach wurden bereits viele Veranstaltungen, die für das Frühjahr geplant waren, abgesagt. Auch der Frühlingsmarkt in Herbern wird nicht wie geplant am 28. März 2021 stattfinden können.

Planungen für Frühlingsmarkt nicht gestartet

Davon geht Manfred Suthues von Herbern Parat, der sich seit etwa zwölf Jahren um die Planung des Frühlingsmarktes kümmert, aus. „Ob Messen, Kommunion oder andere Veranstaltungen – alles wird abgesagt. Deshalb wird es diesen Markt auch nicht geben dürfen“, sagt Suthues. An einer minimalen Chance, dass der Lockdown nicht verlängert und Events im März möglich sein könnten, wird er sich nicht festhalten.

Schließlich benötigt er eine gewisse Vorlaufzeit, um den Markt auf die Beine zu stellen. „Ich habe noch nicht angefangen, zu planen und werde es auch nicht machen. Wenn ich das machen würde und man würde den Markt zum zweiten Mal absagen, dann hätte man ja auch nichts davon“, so Suthues. Stattdessen hätte die Planung viel Zeit – Suthues schätzt etwa 60 Stunden – und die Organisation viel Geld gekostet.

Kleine Variante undenkbar

Mitte Januar, so schätzt er, hätte man spätestens mit der Planung für den Frühlingsmarkt beginnen müssen. Jetzt, so Suthues weiter, würde die Zeit nicht mehr ausreichen, um das Event zu organisieren, wozu vor allem auch die Gespräche mit den teilnehmenden Händlern gehören. „In vier Wochen kann man das nicht stemmen“, erklärt Suthues.

Ein Frühlingsmarkt in kleinerer Variante sei zwar theoretisch möglich. Für Suthues allerdings ist das nicht denkbar. „So schön das alles auch sein könnte. Für mich persönlich wäre das nichts. Entweder machen wir es in der gewohnten Form oder gar nicht.“ Zudem sei der Frühlingsmarkt mittlerweile zu einem Groß-Event geworden. Und das soll er laut Suthues auch bleiben.

Alles andere würde sich eher wie ein Schritt zurück anfühlen. So wie ein Alternativ-Format für den Frühlingsmarkt für den Organisator undenkbar ist, kommt auch das Verschieben der Veranstaltung auf einen späteren Zeitpunkt für ihn nicht in Frage.

Hoffnung liegt auf Kartoffelsamstag

Derselben Meinung ist auch Thomas Ritz, Vorsitzender von Herbern Parat: „Das alles macht keinen Sinn, solange wir keine verbindlichen Voraussetzungen für die Durchführung eines solchen Marktes haben. Der Markt muss wenn dann auch im Frühling zum Saisonstart stattfinden“.

Eine Variante mit hohen Hygienemaßnahmen kann er sich ebenso nicht vorstellen. „Wenn man da mit Maske und mit großem Abstand über den Markt laufen soll, dann bin ich ehrlich: Dann machen wir lieber gar keine Veranstaltung.“ Zudem sei das Risiko einer Corona-Infektion zu hoch, wenn sich Besucher womöglich nicht an die Regeln halten sollten. „Das wäre nicht dienlich und nicht verantwortbar“, sagt Ritz.

So wird es wohl bald auch offiziell wie schon 2020 heißen: Der Frühlingsmarkt in Herbern wird abgesagt. Der dazu gehörige verkaufsoffene Sonntag hat die Stadtverwaltung schon nicht in ihrer Planung vorgesehen. Die Verantwortlichen von Herbern Parat richten stattdessen ihr Augenmerk und ihre Hoffnung auf den Kartoffelsamstag, der am 23. Oktober stattfinden soll.

Über die Autorin
Redaktion Werne
Studium der Sportwissenschaft. Nach dem Volontariat bei Lensing Media zunächst verantwortlich für die digitale Sonntagszeitung, nun in der Lokalredaktion Werne der Ruhr Nachrichten.
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Andrea Wellerdiek

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