Der neue Aldi in Ascheberg wird um 90 Grad gedreht und bekommt auf nordöstlicher und östlicher Seite eine Schallschutzwand. © uppenkamp und partner/Gemeinde
Aldi in Ascheberg

Aldi-Anwohner sorgt sich um Lärm-Belästigung durch Anlieferung in der Nacht

Nordöstlich und östlich des neuen Aldi in Ascheberg sollen Lärmschutzwände gebaut werden, nicht aber in westliche Richtung. Ein Anwohner befürchtet Lärm mitten in der Nacht.

Wenn der Aldi-Markt in Ascheberg neu gebaut wird, bringt das auch für die Anwohner Neues mit sich. Nicht nur wird das Gebäude um 90 Grad gedreht. Auch Einkaufswagendepot, Anlieferungszone sowie Kühl- und Lüftungsanlagen werden auf die südliche Seite des Geländes verlagert. Damit sind nicht alle Anwohner einverstanden.

In den bis Mittwoch (10. Februar) für die Bürgerbeteiligung ausliegenden Bauleit- und dem Flächennutzungsplänen ist durch das Schallschutzgutachten eine Schallschutzwand um einen Teil des Aldis vorgesehen. Auf 33 Metern soll ab nordöstlicher Ladenseite eine 2 Meter hohe Schallschutzwand gebaut werden. Entlang der östlichen Grundstücksecke entsteht eine 55 Meter lange und 3 Meter hohe Schallschutzmauer. Nur an einer Stelle, dort wo die Schallschutzwand an den Fußgängerweg anschließt, wird diese auf der Seite geöffnet.

Anwohner: „Ein paar viele Dinge zu unseren Lasten“

Gleichzeitig wandert die Anlieferungszone auf die westliche Seite des Aldi-Geländes. Diese soll eingehaust werden. Auch die Einkaufswagen wandern auf die südliche Seite. Und: „Im südlichen Bereich soll auf der Dachfläche ein Rückkühler sowie eine Verbundanlage aufgestellt werden.“ Ein Anwohner, der im angrenzenden Bereich wohnt, sagt: „Das sind jetzt ein paar viele Dinge, die zu unseren Lasten entstehen.“

In der Begründung zu den Gutachten schreibt die Gemeinde, dass die Anlieferung bei geschlossenen Toren durchzuführen und die gutachterlich berücksichtigten Schallleistungspegel für Kühl- und Lüftungsaggregate einzuhalten seien. Eine Schallschutzwand ist hier aber nicht vorgesehen. Dabei hätten sich die Anwohner in diesem Bereich eine gewünscht.

„Glücklich bin ich nicht“, sagt ein Anwohner im Gespräch mit uns. Vor rund 20 Jahren seien die Grundstücke in dem Bereich als „Filetstücke“ in der Gemeinde angepriesen worden. Alle seien große Grundstücke. „1100 Quadratmeter teilweise“, sagt der Anwohner. 25 Euro mehr haben die Grundstücke damals zum Teil pro Quadratmeter gekostet. Die Firste der Häuser seien alle klassisch von West nach Ost ausgerichtet – in Richtung Aldi. Dass eine Gewerbefläche angrenzt, sei aber immer klar gewesen, so der Anwohner. Ihn ärgere besonders, dass auf Anregungen der Anwohner keine Reaktion seitens der Gemeinde gekommen sei. Ihm sei es wichtig, miteinander zu reden. Doch die Gemeinde sei nicht auf die Anwohner zugekommen.

Eine weitere Sorge des Anwohners: Dass die Lkw, die Aldi beliefern, mitten in der Nacht anliefern. Denn auch wenn das Entladen in dem eingehausten Bereich des Aldi-Marktes stattfinde: Bleiben würden immer noch die Bremsgeräusche der anliefernden Lkw, so der Anwohner. Im Immissionsgutachten des Sachverständigenbüros uppenkamp und partner für die Gemeinde heißt es: „Bei der Anlieferung im Nachtzeitraum ist von einem Kleintransporter auszugehen.“ Gleichzeitig sagen die Gutachter in ihrem Bericht: „Eine Anlieferung durch Lkw innerhalb der Nachtzeit ist auszuschließen.“

Öffnungszeiten sind eine „Frage der Baugenehmigung“

Auf Nachfrage bei der Gemeinde Ascheberg heißt es vom Projektverantwortlichen Martin Wolf: „Die Öffnungszeiten des Marktes werden im Gutachten großzügig für den Zeitraum von 6 Uhr bis 22 Uhr geprüft. Diese Annahme heißt aber ausdrücklich nicht, dass die Märkte diesen Zeitraum auch ausschöpfen werden.“ Auf die Frage nach den genauen Anlieferungszeiten heißt es: „Konkrete Vorgaben bzgl. Anlieferungszeiten und Öffnungszeiten sind nicht unmittelbarer Teil des Bauleitplanverfahrens, sondern eine Frage auf Ebene der Baugenehmigung.“

In der Begründung der Gemeinde zu den Gutachten des Bebauungsplanes für das Gebiet heißt es, dass schalltechnische Annahmen und Anforderungen wie die Marktöffnungszeiten im Zuge des „nachgelagerten Genehmigungsverfahrens“ aufgegriffen und geregelt werden. Zur nicht-geplanten Schallschutzwand auf westlicher Seite des Aldi-Geländes erklärt Wolf: „Es wird keine verpflichtende Schallschutzmauer festgesetzt, weil das umfangreiche Immissionsschutzgutachten zu dem Ergebnis gekommen ist, dass eine solche Schallschutzwand an dieser Stelle nicht notwendig ist, um die entsprechenden Grenzwerte einzuhalten.“

Zu Ortskern-Umgestaltung in Ascheberg haben wir bereits eine Fülle von Artikeln verfasst. Diese finden Sie auf folgender Seite: www.ruhrnachrichten.de/nachrichten/ortskern-ascheberg-tt51140.html

Über die Autorin
Redakteurin
Gebürtige Münsterländerin, seit April 2018 Redakteurin bei den Ruhr Nachrichten, von 2016 bis 2018 Volontärin bei Lensing Media. Studierte Sprachwissenschaften, Politik und Journalistik an der TU Dortmund und Entwicklungspolitik an der Philipps-Universität Marburg. Zuletzt arbeitete sie beim Online-Magazin Digital Development Debates.
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Eva-Maria Spiller

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